Ehrenamtliche des Sozial-Shops hoffen, in einer Woche wieder öffnen zu dürfen
Bedürftige warten auf Sommersachen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Giesela Hörster hofft, dass der Sozial-Shop neben dem Kindergarten in Stukenbrock-Senne am Lippstädter Weg ab 13. Juli wieder öffnen kann. „Sommerkleidung, Handtücher, Bettwäsche und dünne Bettdecken fehlen in den Haushalten“, sagt sie. Während des erneuten Lockdowns musste auch der Sozial-Shop wieder schließen. Und dabei hatte das Ordnungsamt das vorbildliche Hygienekonzept gelobt, mit dem der Shop zwei Wochen vorher wieder öffnen durfte.

Samstag, 04.07.2020, 05:00 Uhr
Im Sozial-Shop am Lippstädter Weg kontrollieren und sortieren (von links) Margarete Mastalirsch, Giesela Hörster und Hripsik Gabrielyan die gespendete Kleidung und legen sie in die Regale. Räumlich getrennt befinden sich Damen-, Kinder- und Herrenkleidung. Foto: Monika Schönfeld
Im Sozial-Shop am Lippstädter Weg kontrollieren und sortieren (von links) Margarete Mastalirsch, Giesela Hörster und Hripsik Gabrielyan die gespendete Kleidung und legen sie in die Regale. Räumlich getrennt befinden sich Damen-, Kinder- und Herrenkleidung. Foto: Monika Schönfeld

Seit Mitte März ist auch die Sprachschule, das Sprachcafé, die Nähstube an der Alten Speller­straße und die Fahrradwerkstatt der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe St. Johannes Baptist geschlossen gewesen. Die Fahrradwerkstatt an der Bahnhofstraße musste die wenigen Samstage, an denen wieder geöffnet war, einen wahren Ansturm bewältigen. Kochkurse fanden nicht statt.

Hol- und Bringdienst

„Die Helping Hands haben im März einen Hol- und Bringdienst organisiert. Ich habe morgens von 10 bis 12 Uhr die Bestellungen angenommen und an das Team weitergeleitet, das wurde sehr gut von den Bürgern angenommen. Die Bürger haben das Geld in die Einkaufstasche gelegt. Die wurde abgeholt und die Einkäufe und das Restgeld vor die Tür gestellt.“

Die Nähstube habe ebenfalls tolle Arbeit geleistet. Hripsik Gabrielyan leitet die Frauen an der Nähmaschine an. „Einheimische haben mich angerufen, dass ab Montag Maskenpflicht sei, aber keine mehr zu bekommen seien“, sagt Giesela Hörster. Aus gewaschenen und gebügelten Herrenhemden wurden Stücke zugeschnitten und von den Frauen genäht. „Anschließend wurden sie sterilisiert, einzeln verpackt und per Post mit Waschanleitung verschickt.“ In der ganzen Stadt wurde nach Gummibändern gefahndet, im Internet seien teilweise Wucherpreise verlangt worden. „Wir haben die Masken für 5 Euro das Stück, drei Stück für zehn Euro verkauft. Damit haben wir 3500 Euro eingenommen. Davon können wir Handwerker bezahlen, die in den Wohnungen, die wir für Flüchtlinge einrichten, Lampen oder Wasser anschließen, oder Sprit für den Transporter.“

Stolz ist Giesela Hörster auf das Hygienekonzept, das in dem zweigeschossigen Sozial-Shop greift. Und wenn jemand nicht weiß, was 1,5 Meter Abstand sind, wird ihm das mit einem ebenso langen Besenstiel gezeigt. In einem Raum dürfen sich nur zwei Personen aufhalten und das Personal. Mund- und Nasenschutz und Handschuhe muss der Kunde tragen. Am Eingang werden die Hände desinfiziert. Jeder muss sich mit Namen und Adresse wie im Restaurant eintragen.

Nichts verkommt

Im Sozial-Shop gibt es Bekleidung, aber auch Geschirr, Kochutensilien, Kleinmöbel, Kinderwagen und alles, was ein Haushalt so braucht. Acht Mitarbeiter arbeiten im Wechsel dort, nehmen die Spenden an, sortieren sie und geben sie aus. Seit Januar 2016 kann die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe das städtische Gebäude nutzen.

Und das, was nicht gebraucht wird, holt alle 14 Tage das Deutsche Rote Kreuz ab, die ihre Kleiderstuben damit bestücken. Einiges geht auch nach Bethel. Was dann noch übrig bleibt, kann Hüttis Balkanhilfe oder Asante Tanzania gebrauchen, ein Bielefelder Verein unter der Leitung von Gabriele Winkler, der jüngsten Schwester Giesela Hörsters. Gabriele Winkler hat mit ihrem Mann in Tansania eine Krankenstation, Kindergärten und Werkstätten aufgebaut. „Nichts verkommt. Nur was wirklich nicht mehr geht, kommt zu Freise.“

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