Neustart im Jugendheim Stukenbrock mit siebenköpfigem Hygieneteam
Kickern mit Spuckschutz

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ben und Finn haben es vermisst: „Endlich wieder Jugendheim“. Dass die beiden beim Kickern im Jugendheim Stukenbrock durch eine Plexiglasscheibe getrennt sind, macht ihnen gar nichts aus. Und an die Hygieneregeln haben sie sich gewöhnt. Ist ja in der Schule und im Alltag nicht viel anders.

Freitag, 10.07.2020, 05:03 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 05:10 Uhr
Ben Tüllmann (links) und Finn Siek dürfen im Jugendheim Stukenbrock ohne Mundschutz kickern, weil ja eine durchsichtige Trennscheibe zwischen ihnen ist, die hier gerade Lara Siek und Justin Hermey putzen. Foto: Monika Schönfeld
Ben Tüllmann (links) und Finn Siek dürfen im Jugendheim Stukenbrock ohne Mundschutz kickern, weil ja eine durchsichtige Trennscheibe zwischen ihnen ist, die hier gerade Lara Siek und Justin Hermey putzen. Foto: Monika Schönfeld

Der Leiter des Hauses, Jürgen Bredenbröker, könnte das Jugendheim nicht ohne sein siebenköpfiges Hygieneteam öffnen. „Es muss ständig gelüftet werden, alles, was angefasst wird, wird desinfiziert.“ Zum Hygieneteam gehören Lara Siek, Vanessa Güth, Janette Siemonsmeier, Lianne Tüllmann, Luis Hemschenherm, Justin Hermey und Sascha Jurkewitsch.

„Man lebt von Tag zu Tag“, sagt Jürgen Bredenbröker. Seit 16. März war das Jugendheim geschlossen, bevor es fast drei Monate später, am 8. Juni, wieder mit einer Teilöffnung losging. In der Zwischenzeit haben Bredenbröker und die Honorarkraft Sascha Jurkewitsch über WhatsApp, die Homepage und diverse Video-Challenges zu den Jugendlichen Kontakt gehalten. „Bei einer Challenge mussten die Kinder eine Klopapierrolle wie einen Fußball auf dem Fuß in Bewegung halten.“

Jürgen Bredenbröker, Leiter des Jugendheims Stukenbrock (vorne rechts), mit seinem Hygieneteam, das aus Lara Siek, Vanessa Güth, Janette Siemonsmeier, Lianne Tüllmann, Luis Hemschenherm, Justin Hermey und Sascha Jurkewitsch besteht.

Jürgen Bredenbröker, Leiter des Jugendheims Stukenbrock (vorne rechts), mit seinem Hygieneteam, das aus Lara Siek, Vanessa Güth, Janette Siemonsmeier, Lianne Tüllmann, Luis Hemschenherm, Justin Hermey und Sascha Jurkewitsch besteht. Foto: Monika Schönfeld

„Anfangs waren ja die Plexiglas-Trennungen knapp. Da habe ich mir was überlegt und mit Plastik-Wellblech Abtrennungen gebaut“, zeigt Bredenbröker. Pfarrer Karl-Josef Auris habe dann aber einen Tischler gefunden, der auch für andere Häuser des Pastoralen Raums Trennwände gebaut habe. So sind die Kicker mit Spuckschutz ausgestattet, die Theke und auch Trennwände dort, wo sonst sich die Leute zu nahe kommen. Tischtennisschläger, Pucks und Bälle – alles wird mit Flächendesinfektionsmitteln behandelt. In bestimmten Abständen muss alles desinfiziert werden – Türklinken, Toiletten, Tische.

Die knapp drei Wochen vor dem zweiten Lockdown haben gezeigt, wie diszipliniert die Jugendlichen mit den Bestimmungen umgehen. „Die 1,50-Meter-Abstandsregel beherrschen sie perfekt.“

Einbahn-System

Das Jugendheim Stukenbrock ist für die Besucher im Einbahn-System ausgestattet, weil es einen Hinterausgang zum Parkplatz gibt. Gleich am Eingang werden die Besucher darauf hingewiesen, wie sie sich zu verhalten haben. Hände desinfizieren und Mundschutz tragen, solange man sich im Haus bewegt, mit Adresse und Telefonnummer muss man sich eintragen wie in einem Restaurant. „Wer keinen Mundschutz besitzt, bekommt einen geschenkt. Wir schicken niemanden nach Hause“, sagt Bredenbröker.

Am Airhockey und beim Billard lassen sich die Abstände einhalten, am Kicker kommt man sich näher – deshalb dort die Trennwand. An der Theke schützt die durchsichtige Trennwand ebenso. Hier gibt es nur verpackte Süßigkeiten und Getränke aus Flaschen. Zehn Leute dürfen jetzt wieder an einen Tisch. Wer sich im Raum bewegt, setzt die Maske auf.

Allein im Hip-Hop-Studio

An jedem Raum steht, wie viele Leute sich hier aufhalten dürfen. An der Playstation können zwei sitzen und Fifa 20 spielen, im Computerraum sind die Abstände der vier Rechner ausreichend. Viel los war hier, als noch Schule war. „Schüler, die keinen Rechner zu Hause haben, haben hier gearbeitet oder einen Lebenslauf und Bewerbungen geschrieben.“

Ins Hip-Hop-Studio darf man nur alleine, denn Singen versprüht die Aerosole. „Die Jugendlichen nehmen ihre Lieder hier alleine auf.“

Mittwochs und donnerstags ist dreieinhalb oder vier Stunden geöffnet für 15 Besucher gleichzeitig, montags und freitags nur zwei Stunden, dann begrenzt auf fünf Gäste. Zu den Ferienspielen nächste Woche wird der Garten des Hauses stark genutzt.

Ferienspiele

Die Ferienspiele im Jugendheim Stukenbrock finden in „abgespeckter“ Form unter dem Thema „Kunterbunt“ statt – und zwar nächste Woche, am Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag, 13. bis 17. Juli. Der Dienstag, 14. Juli, ist den Ehrenamtlichen und dem Hygieneteam gewidmet.

Das Programm, jeweils von 15 bis 18 Uhr, richtet sich an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren: Wände bemalen, Plakate für Kinder gestalten, Kinderlieder raten, T-Shirt und Schutzmasken bemalen, Mehlbälle, Gruppenspiel „Bombe“, Löffelfiguren, Eierlauf, Holzschilder brennpetern, Flankyball und Coronawerwolf.

Es gibt eine Teilnehmerbegrenzung. Also schnell anmelden ab sofort telefonisch unter der Nummer 05207/87702 oder direkt vor Beginn des Ferienprogramms am 13. Juli ab 11 Uhr.

 

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