Ortsheimatpfleger Günter Potthoff hat ins Archiv geschaut
Bürgermeister wollten das Amt loswerden

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Während heute gleich vier Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters um Stimmen kämpfen, hatten die Stukenbrocker Bürgermeister von 1803 bis 1852 ihre liebe Not, dieses Amt loszuwerden. Das hat Ortsheimatpfleger Günter Potthoff herausgefunden.

Montag, 20.07.2020, 10:26 Uhr aktualisiert: 20.07.2020, 10:30 Uhr
Ortsheimatpfleger Günter Potthoff hat herausgefunden, dass Bürgermeister das Amt schnell loswerden wollten. Foto: Bernd Steinbacher
Ortsheimatpfleger Günter Potthoff hat herausgefunden, dass Bürgermeister das Amt schnell loswerden wollten. Foto: Bernd Steinbacher

Ferdinand Johann Heinrich Welschof hat es lange im Amt des Ortsbeamten (Bürgermeisters) ausgehalten. 1803 war er ernannt worden, im November 1832 bat er um seine Entlassung. Der Landrat von Paderborn schrieb ihm, was er alles beibringen müsse, wenn er das Amt aufgebe: die geordnete Registratur und Dienstpapiere, die Gesetzessammlung, Amtsblätter und auch die Westphälischen Gesetz-Bulletins, jahrgangsweise und nach Nummern geheftet, das Dienstsiegel, Trokar und Klistierspritze sowie alle sonstigen auf Kosten der Gemeinde angeschafften Sachen. Angesichts dieses Verzeichnisses ist anzunehmen, dass medizinische Geräte (Trokar und Klistierspritze) damals von der Gemeinde angeschafft wurden.

1833 wurde Joseph Kipshagen der Nachfolger, der aber bereits vor Ablauf eines Jahres um seine Entlassung bat. Sein Lohn für diese Arbeit werde durch die Reisekosten zum Canton (Amt) Delbrück aufgefressen. Seine eigenen ökonomischen Geschäfte leiden darunter. Außerdem beschwerte er sich darüber, dass er von seinem Vorgänger unvollständige Unterlagen erhalten habe, „ein paar Lappen“. Im Stadtarchiv Delbrück gibt es einen Schriftwechsel. Darin schreibt Kipshagen: „Was soll man nur denken, welche Gesinnungen tragen die vormaligen Vorsteher wohl im Herzen?“ Trotz seiner Beschwerden blieb Kipshagen im Amt und erhielt 50 Reichstaler. Im Oktober 1834 drängte er aber erneut darauf, weil er Waldflächen anlegen und Ackergeschäfte erledigen müsse. Er schlug den Gemeinderat Johann Heinrich Garnkäufer vor, der schuldenfrei sei. Der wurde im Dezember 1834 eingesetzt. Garnkäufer wollte aber bereits 1836 wieder das Amt aufgeben. Aus gesundheitlichen Gründen. Er ließ sind mit zehn Talern extra überreden, aber 21. Dezember 1846 war klar, dass er seine Gesundheit nicht vorgeschoben hatte. Er starb. Nachfolger wurde der Sohn des Lehrers Antpöhler auf der Senne, Heinrich Antpöhler. Er blieb Vorsteher bis 1852. 

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