Erinnerungskultur würdigen: SPD-Fraktion startet Gedenkstätten-Tour
Abschluss-Besuch im Stalag

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die SPD-Mitglieder des Hauptausschusses im Landtag NRW starten am kommenden Montag, 27. Juli, zu einer Gedenkstätten-Tour durch Nordrhein-Westfalen. Damit wollen sie die Bedeutung der Erinnerungskultur in unserem Land würdigen und das Bewusstsein für Aufklärung, Dokumentation und Forschung zur NS-Zeit stärken.

Samstag, 25.07.2020, 06:00 Uhr
Im Rahmen des Besuchs des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock dürfte die SPD-Delegation des Landtags NRW am Mittwoch, 12. August, auch einen Abstecher zum Sowjetischen Ehrenfriedhof machen. Foto: Monika Schönfeld
Im Rahmen des Besuchs des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock dürfte die SPD-Delegation des Landtags NRW am Mittwoch, 12. August, auch einen Abstecher zum Sowjetischen Ehrenfriedhof machen. Foto: Monika Schönfeld

„Die NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in Nordrhein-Westfalen sind herausragende Einrichtungen der historisch-politischen Bildungsarbeit“, sagt Elisabeth Müller-Witt, die als Sprecherin der SPD-Fraktion im Hauptausschuss auch an der Gedenkstätten-Tour teilnimmt. Neben ihr sind Carina Gödecke (Vizepräsidentin des Landtags NRW), Sven Wolf (stellvertretender Fraktionsvorsitzender), Prof. Rainer Bovermann und Karl Schultheis dabei.

„Sie sind zentrale Orte der Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des Nazi-Regimes und vor allem für die Generation der Nachzeitzeugen von immenser Bedeutung“, so Elisabeth Müller-Witt.

Auftakt in Köln

Den Auftakt der Tour macht am Montag ein Besuch des Lern- und Gedenkorts JAWNE in Köln. Heute erinnert ein Förderverein an das ehemals dort befindliche jüdische Reform-Realgymnasium Jawne. Ebenfalls dort befindet sich heute auch die Kindergedenkstätte Löwenbrunnen, die an die Deportation von über 1100 jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Köln während des Nationalsozialismus erinnert. Zuletzt sorgte hier die Aktion einer Tierschutzbewegung für Schlagzeilen, da die Aktivisten aus vorgeblicher Unwissenheit das Wasser des Löwenbrunnens rot einfärbten.

Die SPD-Abgeordneten wollen sich hier nicht nur über die ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder von JAWNE informieren, sondern sich auch darüber austauschen, wie das Wissen um die Bedeutung historischer Orte wieder verbreitert werden kann, damit sich solche Aktionen wie die der Tierschutz-Aktivisten zukünftig nicht wiederholen.

Am 29. Juli im Kreismuseum Wewelsburg

Die zweite Station der Besuchstour führt die Abgeordneten am Montag zur Gedenkstätte Vogelsang IP bei Schleiden-Gemünd. Im Mittelpunkt stehen hier der Austausch über die Jugend- und Schüler-Arbeit sowie die Zukunftspläne der Einrichtung. Am Dienstag (28. Juli) und Mittwoch (29. Juli) folgen Besuche in der Gedenkhalle Oberhausen, im Haus der Jüdischen Kultur in der Alten Synagoge Essen sowie im Kreismuseum Wewelsburg in Büren. Zum Abschluss der Tour steht am Vormittag des Mittwoch, 12. August, das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock auf dem Programm.

Aktuell sind 29 Gedenkstätten im Arbeitskreis NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW e.V. organisiert. Müller-Witt: „Die SPD-Fraktion macht sich stark dafür, die Qualität der ehrenamtlichen Arbeit durch Unterstützung des Landes zu sichern und weiterzuentwickeln und neue Projekte mit aufzubauen. Der Ausbau von Maßnahmen zur Demokratieförderung und politischen Bildung ist auch Bestandteil des Masterplans gegen Rechtsextremismus, den wir zu Beginn des Jahres in den Landtag eingebracht haben.“ Darin fordert die SPD-Fraktion zudem, endlich den Weg für ein Demokratiefördergesetz auf Bundesebene freizumachen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7507557?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Reisewarnung: Tui sagt Pauschalreisen ab
Die Reiseziele Ibiza und Mallorca stehen auf dem Display am Flughafen Hannover. Wegen steigender Corona-Zahlen in Spanien hat die Bundesregierung fast das ganze Land zum Risikogebiet erklärt.
Nachrichten-Ticker