Celina Eschen geht als Au Pair für ein Jahr in die USA, darf aber nicht direkt einreisen
Über Istanbul nach Livingston

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Nach dem Abitur einfach mal der gewohnten Umgebung den Rücken kehren und eine Auszeit nehmen. Davon träumen viele Schülerinnen und Schüler, in diesem Sommer wird er aufgrund der Corona-Pandemie für die meisten jedoch platzen. Nicht so bei Celina Eschen. Die 19-Jährige wird für ein Jahr als Au Pair in die USA gehen. Doch zuvor muss sie noch einen Umweg nehmen. Am morgigen Samstag geht es mit dem Flugzeug von Frankfurt in die Türkei. In Istanbul wird sie zwei Wochen in Quarantäne verbringen, bevor es am 16. August endlich über den Atlantik in Richtung Bundesstaat New Jersey geht.

Freitag, 31.07.2020, 06:00 Uhr
Celina Eschen sitzt schon auf gepackten Koffern. Am Samstag geht es für die 19-Jährige in die Türkei. Nach zwei Wochen Quarantäne in Istanbul fliegt sie weiter in die USA. Foto: Dirk Heidemann
Celina Eschen sitzt schon auf gepackten Koffern. Am Samstag geht es für die 19-Jährige in die Türkei. Nach zwei Wochen Quarantäne in Istanbul fliegt sie weiter in die USA. Foto: Dirk Heidemann

„Ich darf aufgrund der Corona-Krise aus Deutschland nicht direkt in die USA einreisen“, erklärt Celina Eschen, die im Ortsteil Liemke bei ihren Eltern wohnt. Es könnten zwar Sondergenehmigungen bei der Botschaft beantragt werden, diese würden allerdings nur in extremen Ausnahmefällen genehmigt. Den Wunsch, als Au Pair in den Vereinigten Staaten von Amerika zu leben, hat Celina Eschen bereits seit der achten Klasse. „Seitdem ich in der Oberstufe war, habe ich mich dann konkret informiert und auch entsprechende Messen besucht“, sagt das Mitglied des Städtischen Blasorchesters Schloß Holte-Stukenbrock, in dem Celina seit der fünften Klasse Trompete spielt. Die letzte gemeinsame Probe am vergangenen Montag fiel aufgrund des schlechten Wetters aus, dafür wurde sie von ihren Chor-Kollegen mit einem Besuch überrascht. Celina revanchierte sich und gab für jeden ein Eis aus.

Erst Absage, dann 25 Anfragen

Vor einem Jahr wurden ihre Planungen für den USA-Aufenthalt dann konkret. Als Partner wählte Celina die Organisation AIFS, die als seriöse Schüleraustausch-Agentur gilt. Es folgte eine Kurz-Beschreibung. „Ich musste ein Profil ähnlich wie bei Facebook erstellen und ein Video über mich drehen. Dann gab es noch ein Interview und anschließend wurde alles auf eine Plattform im Internet gestellt“, berichtet die ehemalige Schülerin der Gesamtschule Rosenhöhe in Bielefeld. Innerhalb der „Matching-Phase“ gab es dann innerhalb von drei Wochen zehn Anfragen, der Kontakt zu den Familien in den USA erfolgte via Skype. „Anfangs des Jahres hatte ich dann mein Visum und es sollte nach Connecticut gehen“, so Celina Eschen. Doch dann kam das Coronavirus.

Es folgten die Absage aus den USA und die Suche nach einer neuen Familie. Das aber ging erstaunlich schnell. „Die Amerikaner planen eher kurzfristig. Binnen vier Tagen hatte ich 25 Anfragen. Mein Vorteil war, dass ich bereits ein Visum hatte“, sagt die 19-Jährige. Mitten in der Klausurphase fiel die Entscheidung. Familie Freedman lebt in Livingston und hat zwei Kinder, die Tochter ist drei und der Sohn fünf Jahre alt.

Agentur zahlt Hotel-Kosten

Doch zunächst geht es für 14 Tage in die wuselige Metropole Istanbul, davor hat Celina durchaus Respekt. Immerhin trägt das AIFS die Kosten für das Hotel, in dem sie auch ein Au-Pair-Mädchen aus Polen treffen wird, mit dem Celina dann gemeinsam in die USA weiterfliegen wird. Auch dort werden sich ihre Wege öfters kreuzen, denn die Gastfamilie der Polin ist mit den Freedmans befreundet.

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