Delegation aus dem Landtag NRW spricht sich pro Gedenkstätte aus
Drei Befürworter mehr

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Chancen auf eine neue Gedenkstätte Stalag 326 Stukenbrock-Senne sind so groß wie nie. Seit Donnerstag hat das 60 Millionen Euro teure Projekt (wir berichteten am 29. Juni) drei Befürworter aus dem Hauptausschuss im Landtag NRW mehr. Elisabeth Müller-Witt (Sprecherin der SPD-Fraktion im Hauptausschuss), Carina Gödecke (Vizepräsidentin des Landtags NRW) und Prof. Rainer Bovermann (Politikwissenschaftler und Abgeordneter für die SPD) ließen sich von Oliver Nickel (Geschäftsführer Stalag 326) bei ihrem dreistündigen Aufenthalt durch die Gedenkstätte führen und besuchten anschließend den Sowjetischen Ehrenfriedhof.

Donnerstag, 13.08.2020, 06:05 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 06:30 Uhr
Stop vor dem Obelisken auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof in Stukenbrock-Senne: Carina Gödecke, Stalag-Geschäftsführer Oliver Nickel, LWL-Direktor Matthias Löb, Elisabeth Müller-Witt und Prof. Rainer Bovermann sind drei Stunden unterwegs. Foto: Dirk Heidemann
Stop vor dem Obelisken auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof in Stukenbrock-Senne: Carina Gödecke, Stalag-Geschäftsführer Oliver Nickel, LWL-Direktor Matthias Löb, Elisabeth Müller-Witt und Prof. Rainer Bovermann sind drei Stunden unterwegs. Foto: Dirk Heidemann

„Dieses Thema eignet sich nicht für politisches Armdrücken. Wir werden im Hauptausschuss gemeinschaftlich eine Unterstützung beschließen und uns auch mit den anderen demokratischen Parteien abstimmen“, sagte Elisabeth Müller-Witt, die sich beeindruckt zeigte: „So einen Ort zu haben, ist einmalig. Es ist die Mühe wert, mit den anderen demokratischen Parteien dafür zu sein, dass sich hier ein national bedeutender Gedenkort entwickelt.“ Mit Landtagspräsident André Kuper (CDU) gebe es einen prominenten Fürsprecher, der „nachweislich nicht unserer Partei angehört“. Auch er sei von einem Gedenkort angetan und davon überzeugt, dass man „etwas tun muss“.

Gaucks Rede war die Initialzündung.

Günter Garbrecht

Das Stammlager war während des Zweiten Weltkrieges mit mehr als 300.000 durchgeschleusten sowjetischen Kriegsgefangenen das größte Lager dieser Art („Russenlager”) im Deutschen Reich. dem Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegsopfer sind nachweislich 16.000 Tote begraben. Ins Bewusstsein der Deutschen rückte das Stalag 326 allerdings erst durch den Besuch des damaligen Bundespräsident Joachim Gauck im Mai 2015. „Gaucks Rede war die Initialzündung. Mittlerweile sind die politischen Spannungen egalisiert, wir ziehen alle an einem Strang. Das ist ein wichtiges Signal in Richtung Berlin“, sagte Günter Garbrecht, Mitglied des Lenkungskreises. Nun müsse man durch ein Konzept überzeugen, um ein national bedeutender Erinnerungsort zu werden.

Diesbezüglich sieht man sich beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe gut unterwegs. „Wir befinden uns im Antragsverfahren. Ich denke, dass wir die Machbarkeitsstudie und den Förderantrag beim Bund Ende August/Anfang September auf den Weg bringen können“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb.

Förderverein wird weiter wichtige Rolle spielen

Der Förderverein Dokumentationsstätte Stalag 326 soll auch künftig eine wichtige Rolle spielen, vor allem in der Angehörigenarbeit und bei der Vernetzung in der Region. „Sie sind die Seelen der 29 anerkannten Gedenkorte in NRW und leisten ungeheuer wichtige Arbeit“, sagte Elisabeth Müller-Witt. Worte, die Oliver Nickel wohlwollend zur Kenntnis nahm. „Anfang der 2000er Jahre hatte es schon einmal erste Schritte in Richtung einer nationalen Gedenkstätte gegeben, die nun bei zu erwartenden 200.000 Besuchern pro Jahr auch internationale Anerkennung erfahren dürfte. Damals ist das aus politischen Gründen schief gegangen. Diesmal habe ich große Hoffnung, denn die Stärke ist, dass alle diese Gedenkstätte befürworten“, sagte der Stalag-Geschäftsführer.

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