Mit Speiskelle und Mörtel zum Erfolg: Mareen Wördemann aus Schloß Holte-Stukenbrock ist Maurer-Gesellin
Frauenpower im Handwerk

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Freude steht ihr ins Gesicht geschrieben. Nach dreijähriger Ausbildungszeit darf Mareen Wördemann sich nun Gesellin im Maurerhandwerk nennen. Ein Ziel, das die junge Frau trotz eines hervorragenden Abiturdurchschnittes ganz bewusst ausgewählt hat. Beton haftet an ihren Arbeitsschuhen und egal ob Sonne, Wind oder Regen – ihr Arbeitsplatz ist immer unter freiem Himmel. „Den ganzen Tag an der frischen Luft arbeiten, und am Ende des Arbeitstages kann man sehen, was man geleistet hat“, sagt Mareen Wördemann.

Montag, 17.08.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 17.08.2020, 10:14 Uhr
Als ausgebildete Maurer-Gesellin weiß Mareen Wördemann mit einem Lasergerät auf dem Bau bestens umzugehen. In Minden hat sie Bauingenieurwesen studiert. Foto: Manuela Fortmeier
Als ausgebildete Maurer-Gesellin weiß Mareen Wördemann mit einem Lasergerät auf dem Bau bestens umzugehen. In Minden hat sie Bauingenieurwesen studiert. Foto: Manuela Fortmeier

Aktuell hat die junge Frau besonders viel Anlass zur Freude. Erst vor ein paar Tagen durfte sie den Brief aus den Händen von Maurermeister Michael Hauphoff entgegennehmen. Stolz sind darauf auch ihre Eltern. Schließlich wurde Mareen Wördemann in eine Maurerfamilie hineingeboren. Ihr Vater Markus ist Maurer- und Betonbaumeister, schon Großvater Friedrich war als selbstständiger Maurermeister tätig, „Mein Wunsch, beruflich diese Richtung einzuschlagen, stand schon lange fest und ist sicherlich durch das elterliche Unternehmen und den Kontakt zum Handwerk früh geprägt worden“, sagt Mareen Wördemann.

Frauen in Handwerksberufen immer noch Ausnahme

Ihr Lächeln ist sympathisch, ihre langen blonden Haare hat die zierliche junge Frau zu einem Zopf zusammengebunden. Jedoch gelten auch für sie und ihre anderen weiblichen Kollegen Vorschriften wie das Tragen von Sicherheitsschuhen und einem Arbeitsschutzhelm. Auch wenn der Anblick von Frauen in Handwerksberufen nicht mehr befremdlich wirkt, bilden Frauen in Handwerksberufen auch im Zeitalter der Emanzipation, beruflich noch immer eine Ausnahme.

Abitur am Gymnasium in Schloß Holte

Im August vor drei Jahren hat Mareen Wördemann nach ihrem Abitur am Gymnasium in Schloß Holte ihre Ausbildung im elterlichen Betrieb Wördemann Bau in Liemke begonnen. Ihr Berufsziel ist es, Bauingenieurin zu werden. Deshalb hat die jetzige Gesellin ihren beruflichen Werdegang bereits von Beginn an dual eingeschlagen. „Genau genommen ist es ein kooperatives, duales Studium für Bauingenieurwesen“, klärt die junge Frau auf. So leistete sie im ersten Ausbildungsjahr ganz normal alle auf der Baustelle anfallenden Arbeiten, die auch ihre männlichen Kollegen verrichten. „Eigentlich gibt es im Alltag bei den Aufgaben keine Ausnahmen. Nur manchmal, wenn es wirklich sehr schwere Lasten zu schleppen gibt, komme dennoch der ‚Frauenbonus‘ zum Tragen und die Kollegen packen mit an“, weiß die junge Frau aus Erfahrung. „Männer sind tolle Arbeitskollegen“, lobt sie.

Vollzeitstudium in Minden

Im zweiten Ausbildungsjahr begann dann parallel zur Ausbildung das duale Studium. Ein Vollzeitstudium an der Fachhochschule für Bauingenieurwesen in Minden. „Von da an war ich nur in den Semesterferien im Betrieb, oder im Wechsel im Handwerksbildungs-Zentrum“, erklärt Wördemann. Musste sie sich anfangs an die körperlich schwere Arbeit gewöhnen, bleibe ihr inzwischen auch nach ihrer Arbeit noch ausreichend Energie für ihre Hobbys, dem Reiten und Schwimmen.

Der Kampf um wirklich gute Auszubildende und motivierte Fachkräfte ist voll im Gange.

Markus Ortmann

Ganz begeistert von den handwerklichen Leistungen und „sehr zufrieden“ ist nicht nur ihr Chef und Vater, Markus Wördemann, sondern auch Markus Ortmann vom Handwerksbildungszentrum (HBZ). „Die Not auf dem Arbeitsmarkt ist groß, der Kampf um wirklich gute Auszubildende und motivierte Fachkräfte ist voll im Gange“, sagt Ortmann, Projektleiter des Handwerkerbildungszentrums Brackwede. Es sei erstaunlich und erfreulich, wie gut sich Mareen Wördemann, aber auch die anderen Frauen zwischen all den Männern behaupten würden. „In manchen Bereichen schöpfen sie den Männern sogar eindeutig den Rahm ab“, lobt er die Leistungen der Powerfrauen.

„Wir gratulieren Mareen Wördemann und allen anderen Gesellen zu ihren guten Abschlüssen. Schließlich erwerben die jungen Menschen innerhalb der Ausbildung viel fundiertes Wissen, mit dem sie später am Bau in der Praxis punkten können“, sagt Susan Klaus, Bereichsleitung der Projekte im HBZ.

Richtige Entscheidung

Auch nach drei Jahren ist Mareen Wördemann noch immer sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und stößt mit der Familie auf ihre bestandene Prüfung an. „Auch mit einem Abitur in der Tasche lohnt es sich, eine Ausbildung im Handwerk zu machen. Es ist abwechslungsreich und es macht richtig Spaß“, meint die junge Handwerkerin.

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