Jugendparlament hat einen Kommunalwahl-O-Mat entwickelt – ab sofort im Netz
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Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Anhand von 31 Thesen können Jugendliche, aber auch Erwachsene im Internet über einen Kommunalwahl-O-Mat sich über die Positionen der Parteien und Wählergemeinschaft informieren und selbst den Test machen, mit welchen Positionen sie übereinstimmen oder eben nicht. Den Kommunalwahl-O-Mat hat das Jugendparlament erstellt.

Freitag, 21.08.2020, 19:04 Uhr aktualisiert: 21.08.2020, 19:08 Uhr
Das Jugendparlament präsentiert den selbst entwickelten Kommunalwahl-O-Mat: (von links) Vorsitzende Jennifer Kleinemas, Franka Fockel und Frederick Engelns-Runte. Die Parteien haben ihre Position zu Thesen zur Verfügung gestellt. Foto: Monika Schönfeld
Das Jugendparlament präsentiert den selbst entwickelten Kommunalwahl-O-Mat: (von links) Vorsitzende Jennifer Kleinemas, Franka Fockel und Frederick Engelns-Runte. Die Parteien haben ihre Position zu Thesen zur Verfügung gestellt. Foto: Monika Schönfeld

Ab sofort steht der Kommunalwahl-O-Mat online unter https://wahlen.jupa-shs.de/ zur Nutzung zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigen die prozentual errechnete Übereinstimmung mit den Parteien. „Es ist keine Wahlempfehlung, sondern reine Information. Der Wähler entscheidet immer selbst. Und oft sind Wahlentscheidungen ja stark von den Menschen abhängig, die sie vor Ort vertreten“, sagen die Vorsitzende des Jugendparlament, Jennifer Kleinemas, und ihre Mitstreiter Franka Fockel und Frederick Engelns-Runte (alle 17 Jahre alt).

Die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie an der Volkshochschule hat den gesamten Prozess der Entwicklung des Kommunalwahl-O-Mat begleitet und dokumentiert. Bis Ende des Jahres wird daraus eine Projekt-Handreichung entstehen. Dahinter steht die Hoffnung, dass noch viele Jugendparlamente die gleiche Initiative zeigen werden und auch bei zukünftigen Kommunalwahlen eine Online-Wahlhilfe auf den Weg bringen.

Es dauert etwa zehn Minuten, den 31 Thesen zuzustimmen, sie abzulehnen oder das Kästchen neutral anzuklicken.

Jennifer Kleinemas

„Es dauert etwa zehn Minuten, den 31 Thesen zuzustimmen, sie abzulehnen oder das Kästchen neutral anzuklicken“, sagen die drei Jugendparlamentarier. Wer will, lässt zu, dass Alter und Geschlecht für eine Auswertung erfasst werden. Um die Thesen zu formulieren, haben sich die jungen Leute an den Parteiprogrammen orientiert und in der Tageszeitung die heißen Themen verfolgt. So wird zum Beispiel gefragt, ob die Stadt ein Corona-Hilfspaket auflegen, ob Schüler einen Laptop von der Stadt kostenlos erhalten oder ob bei Neubauten Steingärten verboten werden sollen. Von 52 Thesen sind 31 übrig gebleiben. Gestrichen wurden Themen, bei denen keine Unterschiede in den Positionen feststellbar waren.

„Wir wenden uns nicht nur an Jugendliche, alle können mitmachen“, so die drei Macher, die in zwei Workshops mit zehn Jugendlichen die Thesen ausgearbeitet haben. „Uns war aber wichtig, denen, die mit 16 Jahren das erste Mal wählen dürfen, einige Informationen an die Hand zu geben. Deshalb haben wir eine Förderung dieses Projekts bei der Partnerschaft für Demokratie beantragt. Wenn einen eine Partei besonders interessiert, kann man sich ja über die Homepages der Parteien weiter informieren.“

Kommunalwahl am 13. September

Am 13. September finden die Kommunalwahlen statt, die über die Zusammensetzung des Stadtrates und den Bürgermeister entscheiden. Bei der Kommunalwahl im Jahr 2014 lag Schloß Holte-Stukenbrock mit einer Wahlbeteiligung von 50,89 Prozent mit einem Prozentpunkt über dem Durchschnitt. Das Kommunalwahl-O-Mat-Projekt wurde in drei Phasen durchgeführt. Eine fachliche Begleitung der Entwicklung eines Kompasses wurde durch Politikwissenschaftler Philipp Thomeczek von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster an zwei Tagen gewährleistet, die Jelena Jaissle, Koordinatorin des Projekts „Demokratie leben“ begleitet hat.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Das macht Spaß, mal zu gucken, zu wieviel Prozent man mit welcher Partei übereinstimmt. Probieren Sie es ruhig mal aus! Hier wird niemand indoktriniert oder zu irgendetwas gedrängt.

Gut, dass die Parteien mitgemacht und ihre Position dargelegt haben. Sonst hätte das Projekt nicht funktionieren können. Den jugendlichen Schwung und die Neugier wie auch den Willen, die Stadt gestalten zu wollen, sollte jeder unbedingt fördern. Hervorragend, dass das Jugendparlament so viel Unterstützung vom Projekt „Demokratie leben“ erhält. Denn auf diese Generation kommt es an.

 

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