Raum-Konzepte werden nicht weiter verfolgt
Ausstellung der Holter Öfen digital

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wer sich Hoffnungen auf eine Ausstellungsfläche für die Präsentation der Holter Öfen im Zuge der geplanten Erweiterung des Rathauses gemacht hat, dem wurde am Montagabend während der Sitzung des Bildungs-, Sport- und Kulturausschusses ein Dämpfer verpasst. Denn einen zentralen Ort mit Museumscharakter, wie ihn die FDP-Fraktion in einem Antrag gefordert hatte, wird es zumindest vorläufig nicht geben.

Mittwoch, 02.09.2020, 05:00 Uhr
So sah eines der drei Konzepte für eine Ausstellung der Holter Öfen aus, die im Juli 2019 vorgestellt worden waren. Zunächst wird keines dieser Konzepte weiterverfolgt. Foto: Museumsreif
So sah eines der drei Konzepte für eine Ausstellung der Holter Öfen aus, die im Juli 2019 vorgestellt worden waren. Zunächst wird keines dieser Konzepte weiterverfolgt. Foto: Museumsreif

Stattdessen wurde bei einer Gegenstimme (FDP) sowie einer Enthaltung (SPD) beschlossen, dass ein Ofenmuseum digital inklusive Filmszenen eingerichtet wird. Dazu werden an ausgewählten „Schaufenster-Orten“ einzelne Öfen ausgestellt. Die Verwaltung schlägt dafür beispielsweise die Eingangshalle im Rathaus das Kundenzentrum der Stadtwerke, die Heimathäuser oder die VHS vor. So könne die Ofengeschichte im Stadtgebiet über Info-Tafeln und digitale Zugänge erlebbar werden.

Kein realer Ausstellungsraum

Der Beschluss ginge in eine völlig andere Richtung als der Antrag der FDP, kritisierte Ursula Lehmann, die sich einen realen Ausstellungsraum auf einer „Kulturfläche“ im Rathaus gewünscht hätte. Zu allem Überfluss musste Lehmann auch noch hinnehmen, dass der nun gefasste Beschluss den zusätzlichen Passus enthält, dass die drei im Juli 2019 vorgelegten Konzepte zur Präsentation der Öfen zunächst nicht weiterverfolgt werden. Das dürfte auch Günter Potthoff, der auf der Besuchertribüne Platz genommen hatte, wenig erfreut haben. Der Ortsheimatpfleger beschäftigt sich seit Jahren mit der Restaurierung und Geschichte der Öfen. Derzeit befinden sich 53 Holter Öfen sowie zahlreiche Gegenstände in der zweiten Etage des Rathauses.

Meist ist nur die Rede von Stalag oder Sozialwerk. Aber wir haben mehr Geschichte.

Britta Rusch

„Wir wollen die Öfen nicht abschaffen und werden nichts wegwerfen, verschenken oder verkaufen“, machte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr deutlich. In die nun geplante digitale Ofenausstellung sollen nach Vorstellung von Britta Rusch (CSB) und Philipp Ashton (Bündnis 90/Grüne) auch andere historische Meilensteine der Stadt integriert werden. „Meist ist nur die Rede von Stalag oder Sozialwerk. Aber wir haben mehr Geschichte“, sagte Britta Rusch. Die Kosten für die Umsetzung der digitalen Ausstellung inklusive filmischer Inszenierung mit Schauspielern sowie der szenischen Inszenierung der „Schaufenster“ belaufen sich auf etwa 43.000 Euro. Die Verwaltung plant, für die Gesamtumsetzung der audiovisuellen Stadtgeschichte Fördermittel aus dem NRW-Programm „Heimatförderung“ zu beantragen.

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