Eugen Drewermann, prominentes Mitglied der Friedensbewegung, hält die Gedenkrede
„Die falsche Lehre aus Stukenbrock“

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Man kann Frieden nur haben, wenn man abrüstet. So kommen wir aus dem Teufelskreis heraus oder wir ziehen ewig die falsche Lehre aus Stukenbrock.“ Das sagt Eugen Drewermann beim Antikriegstag des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock am Samstag auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof. Der 80-jährige ehemalige katholische Priester und Kirchenkritiker, er trat vor 15 Jahren aus der Kirche aus, ist prominentes Mitglied der Friedensbewegung und zum zweiten Mal Gastredner des Antikriegstages.

Sonntag, 06.09.2020, 16:17 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 16:21 Uhr
Eugen Drewermann, Theologe, Psychoanalytiker, Schriftsteller und ehemaliger römisch-katholischer Priester, hat am Samstag die Mahn- und Gedenkrede auf Einladung des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock zum Antikriegstag gehalten.  Foto: Monika Schönfeld
Eugen Drewermann, Theologe, Psychoanalytiker, Schriftsteller und ehemaliger römisch-katholischer Priester, hat am Samstag die Mahn- und Gedenkrede auf Einladung des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock zum Antikriegstag gehalten.  Foto: Monika Schönfeld

Blumen für Stukenbrock begeht Antikriegstag

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In den Vorjahren hatten Mitglieder des Antifa-Workshops die Rote Fahne auf das orthodoxe Kreuz an der Spitze des Obelisken gesetzt. Dieses Jahr nicht. Die Roten Fahnen setzten Farbtupfer zwischen die mindestens 300 Besucher, die zur Mahn- und Gedenkveranstaltung gekommen waren. Die Rote Fahne ist nicht nur die Flagge der ehemaligen Sowjetunion, sondern auch das politische Identifikationsemblem sozialdemokratischer, sozialistischer und kommunistischer Bewegungen und Organisationen – im Besonderen der Linken – und Traditionselement der internationalen Sozialdemokratie sowie der Arbeiterbewegung. Die Besucher stammen überwiegend aus diesen Lagern.

Die Fahne der Roten Armee bedroht uns nicht, wenn wir sie interpretieren.

Eugen Drewermann

Drewermann mahnte noch einmal an, die Rote Fahne als Glasplastik auf die Spitze des Obelisken zu setzen. „Die Fahne der Roten Armee bedroht uns nicht, wenn wir sie interpretieren.“ Aber es gab vor Jahren den Kompromiss, den damaligen Zustand des Obelisken auf Infotafeln darzustellen. 2015 enthüllte Bundespräsident Joachim Gauck die gewaltigen Stelen, die die identifizierten Toten beim Namen nennen. Das war den Angehörigen und den Organisationen der Nachfolgestaaten der Sowjetunion wichtiger als die Rote Fahne als umstrittenes Symbol.

„Es kann nur Frieden geben im Einklang mit Russland“, lässt es Drewermann unberührt, dass Russland die Krim besetzt oder politische Gegner vergiftet. „Kulturell sind wir eine Einheit“, sagt er und preist mit brechender Stimme und feuchten Augen: „Der Russe ist ein Mensch, der alles versteht.“ 1989, als Michail Gorbatschow Deutschland und seine Frau Raissa den Ehrenfriedhof in Stukenbrock besucht haben, „hätten wir nur zugreifen müssen, um den Albtraum umzukehren und Frieden durch Abrüstung zu schaffen.“

Arbeitskreis-Vorsitzender Hubert Kniesburges mahnte zur Gegenwehr gegen den Anstieg nationalistischer, rechter und neofaschistischer Kräfte in den europäischen Ländern. Der 8. Mai, Tag des Kriegsendes 1945 , sollte als Tag der Befreiung bundesweiter Feiertag werden.

Kuper und Erichlandwehr dabei

Seit einigen Jahren setzen Bürgerliche – oder im linken Jargon die „Bourgeoisie“ – durch ihre Teilnahme das Zeichen , die Friedensarbeit nicht allein den Linken zu überlassen. Unter den Besuchern waren NRW-Landtagspräsident André Kuper (CDU), der dem Lenkungskreis vorsitzt, der die Gedenkstätte Stalag 326 zur internationalen Bedeutung entwickeln will, Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (CDU) und FDP-Bürgermeisterkandidat Thorsten Baumgart. André Kuper hörte sich die ideologisch gefärbte Sicht der Welt bis zum Schluss an. Er wurde dafür mit der Aussage des Ehrenvorsitzenden des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock, Werner Höner, belohnt. „Inzwischen gibt es die Dokumentationsstätte, die großes Ansehen erlangt hat. Und inzwischen gibt es das Bemühen, hier in Stukenbrock eine Gedenkstätte von internationaler Bedeutung zu schaffen. Wir unterstützen dieses Anliegen natürlich aus vollem Herzen und haben dazu konkrete Vorstellungen erarbeitet und veröffentlicht. An ihrer Realisierung wollen wir mitarbeiten.“

Bürgermeister Hubert Erichlandwehrs Zündschnur war kürzer. Als eine Vertreterin des Antifa-Workcamps pauschal der Polizei vorgeworfen hat, die Rechten und Neofaschisten zu lieben und dass das rechte Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei und der Staat nach rechts kippe, war seine Geduld am Ende. Er verließ die Veranstaltung vorzeitig. Bemerkenswert aber: Die Polizei wurde gerade noch pauschal diffamiert, am Ende kamen aber einige Besucher zu den Bezirkspolizisten Claus Mikus und Michael Schulmann und bedankten sich, dass sie die Veranstaltung geschützt haben.

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