Ewald Thies (NABU) findet Pflanzen an der Heideblümchenstraße – Stadt reagiert schnell
Ambrosia umgehend entfernt

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Da sage noch einer, die städtischen Mühlen würden langsam mahlen. Am Sonntagabend hatte Ewald Thies (NABU Leopoldshöhe) per E-Mail an die Stadt die Ansammlung einiger Ambrosia-Pflanzen auf einem Grünstreifen zwischen dem Rad-/Fußweg und der Heideblümchenstraße, direkt vor der dortigen Flüchtlingsunterkunft, gemeldet. Am Montagmorgen hatte sich die gerade erst aus dem Urlaub gekommene Stefanie Schäfer aus dem Fachbereich Tiefbau und Umwelt der Sache angenommen – und bereits am späten Montagnachmittag war die Ambrosia durch ein Gärtnerteam des Bauhofs entfernt worden.

Mittwoch, 16.09.2020, 05:30 Uhr
Auf dem Grünstreifen zwischen dem Rad-/Fußweg und der Heideblümchenstraße, direkt vor der dortigen Flüchtlingsunterkunft, hatte Ewald Thies (NABU Leopoldshöhe) die Ambrosia-Pflanzen gesichtet. Sie wurden am Montagnachmittag entfernt. Foto: Dirk Heidemann
Auf dem Grünstreifen zwischen dem Rad-/Fußweg und der Heideblümchenstraße, direkt vor der dortigen Flüchtlingsunterkunft, hatte Ewald Thies (NABU Leopoldshöhe) die Ambrosia-Pflanzen gesichtet. Sie wurden am Montagnachmittag entfernt. Foto: Dirk Heidemann

„Das ist eine gute Nachricht“, sagte Ewald Thies, als er am Dienstag durch das WESTFALEN-BLATT von der erfolgreichen Maßnahme informiert wurde. Thies hatte die Pflanzen bei einem Spaziergang entdeckt, als er seinen auf dem Sennestädter Bereich der Siedlung Heideblümchen wohnenden Sohn besuchte. „Ich gehe immer mit dem Blick nach unten, um Schmetterlinge, Käfer oder eben Pflanzen zu sehen“, schmunzelt das Mitglied der Leopoldshöher NABU-Gruppe. Da spielende Kinder mit den Pollen der erst jetzt blühenden Ambrosia in Berührung kommen könnten und vor allem Allergiker verstärkt betroffen wären, meldete Ewald Thies seinen Fund der Stadt.

Zwei Mann aus der Gärtnertruppe packen an

Stefanie Schäfer wurde umgehend tätig, beriet sich mit ihrem Kollegen Michael Ottenstroer und informierte dann den Bauhof. „Eigentlich hätte noch die Grundstücksfrage geklärt werden müssen, ob tatsächlich die Stadt zuständig ist und nicht vielleicht der Kreis Gütersloh. Aber wir sind dann schnell tätig geworden“, so Stefanie Schäfer. Berthold Dirkschnieder vom Bauhof setzte dann zwei Männer aus seiner Gärtnertruppe auf die Ambrosia an. „Die waren ohnehin in der Gegend und haben das kurz vor Feierabend noch erledigt“, so Dirkschnieder, der von drei bis vier Stauden sprach, „die in die graue Tonne und dann auf den Weg in Richtung Müllverbrennungsanlage kamen“. Es seien die ersten Ambrosia-Pflanzen in diesem Jahr gewesen, deren Blüten- und Pollenflugzeit erst jetzt beginnt. „Die kommen hier eigentlich sehr selten bis gar nicht vor“, sagt Stefanie Schäfer, die Gartenbesitzer dennoch darum bittet, ein wachsames Auge zu haben: „Private Haushalte stehen in der Eigenverantwortung und sind für die Entsorgung selbst zuständig.“

Verunreinigtes Vogelfutter vom Balkan

Größere Vorkommen habe es vor einigen Jahren mal auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes gegeben, berichtet Ewald Thies. Oftmals sei der Samen des „Beifußblättrigen Traubenkrautes“ in verunreinigtem Vogelfutter enthalten. „Das sollte zwar nicht sein, kommt aber immer mal wieder vor. Die Mischungen stammen meist aus Balkanstaaten wie Bulgarien oder Rumänien, wo Sonnenblumen angebaut werden“, klärt Ewald Thies auf. Er empfiehlt das Tragen von Handschuhen sowie Augen- und Atemschutz, wenn die Ambrosia auf privatem Grund wächst und vom Gartenbesitzer selbst entsorgt werden muss.

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