CDU will Spezialverkehr für Grundschüler und Lenkung der Ströme kritisch hinterfragen
Senner Schüler fahren nach Liemke

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Die CDU hat den Antrag gestellt, den Schülerspezialverkehr für Grundschüler und die Lenkung der Schülerströme kritisch zu hinterfragen. Hintergrund ist, dass acht Kinder aus Stukenbrock-Senne nicht an der „zuständigen“ Katholischen Grundschule Stukenbrock eingeschult worden sind, sondern an der Michaelschule in Liemke. Die meisten dieser Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Michaelschule. Die Michaelschule hat dieses Jahr drei Eingangsklassen aufgenommen, die Jahre zuvor aber nur zwei Klassen. Auf dem Papier ist sie zweieinhalbzügig, dürfte aber für drei Eingangsklassen alle zwei Jahre nicht über genügend Räume verfügen.

Mittwoch, 16.09.2020, 06:00 Uhr
Der Schulbus nach Liemke ist bereits so voll, dass er vergangenes Jahr seine Runde zwei Mal fahren musste, um jedes Grundschulkind mitnehmen zu können. Die engen Straßen in Liemke ermöglichen es nur, einen kleinen Bus einzusetzen. Foto: Monika Schönfeld
Der Schulbus nach Liemke ist bereits so voll, dass er vergangenes Jahr seine Runde zwei Mal fahren musste, um jedes Grundschulkind mitnehmen zu können. Die engen Straßen in Liemke ermöglichen es nur, einen kleinen Bus einzusetzen. Foto: Monika Schönfeld

Neben den acht neu in der Michaelschule eingeschulten Kindern und den zwei Kindern aus Stukenbrock-Senne, die jetzt schon diese Schule besuchen, werden wohl mindestens künftig auch die Geschwisterkinder in der Michaelschule eingeschult, meint die CDU. „Spätestens in drei Jahren werden wenigstens 17 Kinder aus Stukenbrock-Senne dort zur Schule gehen.“ Weil Stukenbrock-Senne keine eigene Grundschule hat, sind Senner Kinder Buskinder. Sie nutzen den Schülerspezialverkehr nach Stukenbrock oder nach Liemke, den beiden nächstgelegenen Grundschulen. Schüler weiterführender Schulen nutzen den Linienbus, für die Kleinen gibt es Schulbusse.

Kommentar

Schulbezirksgrenzen für Grundschulen haben einen Sinn. Sie sorgen dafür, dass die Schulen alle in etwa gleich ausgelastet sind. Wer innerhalb der geltenden Grenzen „freie“ Schulwahl zulassen will, steht schnell vor einem Problem: Manche Schulen platzen aus allen Nähten, andere haben Leerstände. Und man kann schlecht an eine Schule anbauen, während in der anderen Räume belegt werden könnten. Dem Steuerzahler ist das nicht zu vermitteln. Innerhalb dieser Schulbezirksgrenzen allerdings etwas zuzulassen, geht nur über ein schlagkräftiges Argument – und das der Bekenntnisschule, in die ich nicht jeden zwingen kann, ist so ein Argument. Vor Jahren gab es die Bestrebungen, die Katholische Grundschule Stukenbrock in eine Gemeinschaftsgrundschule zu wandeln. Das sorgte für einen Aufschrei. Wenn man bald 17 Kinder aus Stukenbrock-Senne nach Liemke gehen lässt, ist das schon fast eine Klasse. Wo sollen die unterrichtet werden? Im Lehrerzimmer? Oder bekommt die Schule einen Anbau?

Monika Schönfeld

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Schulbus muss zweimal fahren

Die CDU schreibt in ihrem Antrag, dass der Schulbus nach Liemke, in den die Kinder an der Alten Poststraße/Ecke Detmolder Straße zusteigen können, bereits sehr voll sei, so dass er vergangenes Jahr seine Runde schon zwei Mal fahren musste, um jedes Grundschulkind mitnehmen zu können. Die engen Straßen in Liemke ermöglichen es nur, einen kleinen Bus einzusetzen.

Verkehrschaos vor der Schule

Die Kinder einzeln mit dem Auto zu transportieren, würde die Situation zu Stoßzeiten vor der Michaelschule noch weiter verschärfen. Die Einbahnstraßensituation direkt vor der Schule und die wenigen Parkplätze auf dem Dorfplatz führen morgens und mittags in Liemke zu einem Verkehrschaos, argumentiert die CDU. Die Schulleitung habe bereits mehrfach darum gebeten, die Schüler nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen. „Klimatechnisch ist es sicherlich auch nicht im Interesse der Stadt, wenn zehn Autos und mehr zwei- oder dreimal am Tag von Stukenbrock-Senne nach Liemke fahren.

„Wir stellen diesen Antrag, weil wir denken, dass sich gerade in Stukenbrock-Senne etwas verändert hat. Durch die freie Schulwahl und die Tatsache, dass wir keine Grundschule in Stukenbrock-Senne haben, treffen die Eltern die Wahl der Grundschule bewusster als noch vor wenigen Jahren.“ Mehr als die Hälfte der Schulkinder aus Stukenbrock-Senne hätten sich nicht für die katholische Grundschule Stukenbrock entschieden, obwohl dorthin ein Bus eingesetzt wird. „Dies entspricht dem Trend der letzten Jahre. Der Anteil der Kinder aus Stukenbrock-Senne in einem Jahrgang, die zur Bekenntnisschule nach Stukenbrock gehen, ist rückläufig. Die Eltern suchen bewusst alternative Schulen.“

Vorhandene Kapazitäten der Schule erhöhen

Es bleibe allerdings dem Zufall überlassen, ob genug Plätze vorhanden sind, um alle Kinder an ihrer Wunschschule anzunehmen. „Lediglich die Katholische Grundschule Stukenbrock muss Plätze für Senner Kinder vorhalten. Das kann nicht länger eine sinnvolle Lenkung der Schülerströme sein. Durch die Errichtung neuer Wohngebiete in Stukenbrock-Senne wird sich diese Situation weiter verschärfen.“ Der CDU sei bewusst, dass ein zusätzlicher Bus auch zusätzliche Kosten verursache und die Attraktivität der Michaelschule noch steigere. Sie schlägt vor, die vorhandenen Kapazitäten der Schule zu erhöhen.

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