Komplette Umstellung des Unterrichts wird noch Jahre dauern
Digital, aber zum Anfassen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Zeiten, als quietschende Kreide auf einer grünen Tafel für unliebsame Geräusche sorgte, gehören in einigen Klassenzimmern der Pollhansschule bereits der Vergangenheit an. Insgesamt vier digitale Smartboards stehen der Grundschule schon zur Verfügung, zwölf sollen es werden. Und das wird erst der Anfang sein. „Ziel ist, dass der Unterricht in ganz Schloß Holte-Stukenbrock digital wird“, sagt Taner Halici, der die Stadtverwaltung seit dem 1. Juli bei der technischen Umsetzung des Digitalpakts unterstützt.

Mittwoch, 23.09.2020, 05:30 Uhr
Die Pollhansschule verfügt derzeit über vier digitale Smartboards. Taner Halici (links), der die Stadtverwaltung seit dem 1. Juli bei der technischen Umsetzung des Digitalpakts unterstützt, und Lehrer David Clausen sind von der Technik begeistert. Foto: Dirk Heidemann
Die Pollhansschule verfügt derzeit über vier digitale Smartboards. Taner Halici (links), der die Stadtverwaltung seit dem 1. Juli bei der technischen Umsetzung des Digitalpakts unterstützt, und Lehrer David Clausen sind von der Technik begeistert. Foto: Dirk Heidemann

Ein Träumer ist der 46-Jährige, der zuvor zehn Jahre für die Mühlenkreiskliniken als Administrator im Systemmanagement tätig war, allerdings nicht. Allein die 2800 Schüler in SHS mit iPads auszustatten, kostet 1,8 Millionen Euro („ohne Software“). Bis in der Stadt in jedem Klassenzimmer ein Smartboard (5000 Euro pro Stück) hängt und alle Schüler mit digitalen Endgeräten ausgestattet sind, wird einige Zeit ins Land gehen. „Drei, fünf, acht Jahre – ich weiß es nicht“, sagt Taner Halici. Der Bielefelder hat die vor zwei Jahren von den Schulen erstellten Medienkonzepte weiterentwickelt, aktualisiert und angepasst, anschließend ein TPEK (technisch-pädagogisches Einsatzkonzept) erstellt und Fördermittel bei der Bezirksregierung in Detmold beantragt. „Die sind am Montag bewilligt worden“, sagt Taner Halici.

Fördermittel für ipads bewilligt

400 iPads für Schüler und 220 iPads für Lehrer können dadurch zu großen Teilen aus dem Sofortausstattungsprogramm des Landes NRW finanziert werden. „Damit sind wir hier in Schloß Holte-Stukenbrock deutlich weiter als andere“, sagt Taner Halici, der in der Stadtverwaltung ab dem 1. Oktober zusätzlich von Katharina Gerkens bei der Antragstellung unterstützt wird.

Arbeitsgruppe seit anderthalb Jahren tätig

Die Pollhansschule profitiert davon, dass im Zuge des Neubaus auch die entsprechende Netzwerktechnik Einzug gehalten hat. Lahmes Internet ist hier ein Fremdwort. „Ich wehre mich allerdings gegen den Begriff ‚Vorzeigeschule‘. Mit den Medienbeauftragten der anderen Schulen in Schloß Holte-Stukenbrock waren wir anderthalb Jahre lang in Arbeitsgruppen tätig, haben uns Smartboards an Schulen in Verl sowie Harsewinkel angeschaut und uns dann gemeinschaftlich auf das System der Firma Prowise geeinigt“, sagt Lehrer David Clausen.

Die Kinder leben in einer digitalen Welt. Dafür müssen sie fit sein und wir sorgen für einen vernünftigen Umgang.

David Clausen

Der 37-Jährige ist wie seine Schüler begeistert von den Smartboards, die über ein Touchscreen-Display verfügen und spielerisches Lernen ermöglichen. „Es ist zwar digital, aber man kann es anfassen und sofort sehen, was man macht. Außerdem haben mich die vorinstallierten Apps sehr überzeugt“, sagt der Lehrer einer ersten Klasse, der bislang keinerlei Vorbehalte seitens der Eltern spürt und daher auch keine allzu große Überzeugungsarbeit leisten muss. „Die Kinder leben in einer digitalen Welt. Dafür müssen sie fit sein und wir sorgen für einen vernünftigen Umgang. Das ist genau so wichtig wie Schreiben oder Lesen lernen“, findet David Clausen, den nach eigenen Angaben mit dem Bielefelder Bürgermeistekandidaten Pit Clausen nur der gemeinsame Nachname verbindet: „Verwandt sind wir nicht.“

Inhalte auf der Schul-Cloud speichern

Ein weiterer Vorteil für David Clausen und seine Lehrerkollegen: Sie können von zu Hause aus arbeiten, den vorbereiteten Unterricht auf der Schul-Cloud speichern und dann direkt auf das Smartboard hochladen. Auch Unterrichtswiederholungen sind einfacher durchzuführen als bei einer abgewischten Tafel. „Die Unterrichtsinhalte oder festgelegte Klassenregeln sind abgespeichert und können jederzeit wieder aufgerufen werden“, so David Clausen.

Der 37-Jährige hat sich die Bedienung der am 13. Mai installierten Smartboards selbst angeeignet, zum Ende des vergangenen Schuljahres schon ein bisschen herumexperimentiert und kurz vor den Ferien seine Kollegen angeleitet. Die Stadt hat allerdings bereits signalisiert, dass Schulungen für Medienbeauftragte – falls gewünscht – bezahlt werden.

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