Stalag 326: Studenten lassen sich vom Geist des Ortes einfangen
Spuren der Unmenschlichkeit

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Es ist eine besondere Aufgabe für die neun Studenten der Innenarchitektur von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Sie sollen den Geist des Ortes einfangen und sich von der Geschichte einfangen lassen. Diesen Geist, den Extrakt sozusagen, haben die Studenten malerisch umgesetzt und auf Glas gebannt.

Freitag, 16.10.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 18:04 Uhr
Kunst: Oliver Nickel, Timo Heijnk, Dilara Kertmen, Sevil Gündüz, Annika Schütze, Leander Quint, Kiara Schomberg, Lena Schröder, Paulina Heim, Burcu Razman und Philipp Hiller. Foto:
Kunst: Oliver Nickel, Timo Heijnk, Dilara Kertmen, Sevil Gündüz, Annika Schütze, Leander Quint, Kiara Schomberg, Lena Schröder, Paulina Heim, Burcu Razman und Philipp Hiller.

Emotionale Arbeit

Semesterarbeit der Studenten im Wahlpflicht-Modul Glasmalerei begleitet hat. „Der Leiter der Gedenkstätte, Oliver Nickel, hat sich intensiv mit den Studenten beschäftigt und ihnen mit ergreifenden Zeitzeugen-Berichten vermittelt, was hier geschehen ist. Allen ist das sehr nahe gegangen“, sagt Hiller. Er habe den Studenten dann freigestellt, ob sie sich malerisch mit diesem Thema auseinander setzen wollen oder ob sie ein anderes wählen. „Alle haben sich dafür entschieden, diesen Ort zu bespielen.“

Studenten gestalten Glaskunst in der Gedenkstätte Stalag 326

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  • Foto: Monika Schönfeld
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Die Studenten haben ihre Arbeiten dort vorgestellt, wo sie jetzt noch stehen – im Entlausungshaus auf dem Gelände der Polizeischule. Die ist zurzeit nur eingeschränkt zugänglich. Wer einen Blick darauf werfen möchte, muss sich für Dienstag oder Donnerstag zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte telefonisch anmelden unter 05207/3033 oder über das Internet www.stalag326.de . Führungen werden unter der E-Mail-Adresse buchung@stalag326.de angemeldet.

Laschet zu Gast

Einer hat die Glasstelen allerdings schon gesehen. Es ist Ministerpräsident Armin Laschet, den Oliver Nickel nach der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Stammlagers vor einer Woche auch noch durch die beiden denkmalgeschützten Originalgebäude (Entlausung und Arrestgebäude) führen konnte.

Angetan ist Oliver Nickel von den unterschiedlichen Ausdrucksformen. Kiara Schomberg hat beispielsweise umfangreiche Studien anhand der Fotos aus dem Lagerleben angefertigt. Dilara Kertmen hat ihre Installation in die Landschaft montiert. Spuren der Unmenschlichkeit hat Timo Heijnk eingefangen. Lena Schröder zitiert einen Unbekannten mit „Das Licht, das wir für andere erleuchten, beleuchtet auch unseren eigenen Weg“. Sie will ein Andenken schaffen für die Opfer und gleichzeitig die Geschichte der Angehörigen erzählen, die bis heute leiden. Ihnen will sie Hoffnung und Kraft geben, wenn sie die eise auf sich nehmen, um Abschied zu nehmen. „Ankommen und Verabschieden“ ist auch das Motiv von Paulina Heim.

Ich würde die Arbeiten am liebsten sichern, um sie im Gelände aufzustellen, wenn wir das große Besucherzentrum der Gedenkstätte von internationalem Rang haben.

Oliver Nickel

Philipp Hiller berichtet, dass er für das Projekt die Glasmalerei Peters in Neuenbeken gewonnen hat. Dort haben die Studenten Musterscheiben bemalt und über Nacht gebrannt. „Sie erhielten dort den Sinn fürs Material und haben in den Berufs des Glasveredlers hineingeschnuppert.“

„Ich würde die Arbeiten am liebsten sichern, um sie im Gelände aufzustellen, wenn wir das große Besucherzentrum der Gedenkstätte von internationalem Rang haben“, schwärmt Oliver Nickel von den Arbeiten.

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