In Corona-Zeiten erfolgt das Mitspracherecht über das Internet
Meinung der Bürger gefragt

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Dass sich Bürger an der Weiterentwicklung ihrer Ortsteile beteiligen und sich in wirtschaftliche Entscheidungen und Planungsprozesse mit einbringen können, ist nichts Neues. Während der Corona-Krise, in der das persönliche Gespräch oder der Austausch in der Gruppe oftmals nicht möglich ist, stehen die Städte diesbezüglich jedoch vor einer besonderen Herausforderung. In Schloß Holte-Stukenbrock wird versucht, dieses Problem seit August über das Bürgerbeteiligungsportal auf der Internet-Homepage www.stadtentwicklung-shs.de zu lösen. Und das bereits mit Erfolg

Freitag, 23.10.2020, 05:00 Uhr
Das jüngste „Baby“ der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock ist das Grünkonzept Mitte. Die Bürger haben die Möglichkeit, sich an der Planung zu beteiligen. Als Ansprechpartnerin dient Silke Sykora aus dem Fachbereich Wirtschaft und Stadtentwicklung. Foto: Dirk Heidemann
Das jüngste „Baby“ der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock ist das Grünkonzept Mitte. Die Bürger haben die Möglichkeit, sich an der Planung zu beteiligen. Als Ansprechpartnerin dient Silke Sykora aus dem Fachbereich Wirtschaft und Stadtentwicklung. Foto: Dirk Heidemann

So wurde die Bereichsplanung Jägergrund in Stukenbrock-Senne seit der Veröffentlichung mehr als 300 Mal aufgerufen. Über die Auswahlmöglichkeit „Dorferneuerung in den Ortsteilen“ gelangt man zu diesem Bereich und wird anschließend zu einem virtuellen Rundgang über zehn Stationen eingeladen. Kurze Videos geben einen visuellen Ein- und Überblick über die einzelnen Themengebiete.

Sorge um erhöhtes Verkehrsaufkommen

„Es gab sechs oder sieben Einwände seitens der Bürger, wobei es wenige Diskussionen um den Plan als solches gab. Viel mehr ging es um die Sorge um ein erhöhtes Verkehrsaufkommen am Lippstädter Weg. Ob das nur gefühlt so ist oder lösbar, wird sich zeigen“, sagt Silke Sykora aus dem Fachbereich Wirtschaft und Stadtentwicklung, die als Ansprechpartner​in dient.

Skizzen und Beispielfotos

Ihr jüngstes „Baby“ ist das Grünkonzept Mitte , auf der Internet-Homepage erreichbar über die Auswahlmöglichkeit „Stadterneuerung in den Zentren“. Analog zum Jägergrund gibt es auch hier einen virtuellen Rundgang, garniert mit verschiedenen Skizzen und Beispielfotos. Am Ende gibt es die Möglichkeit, sich an der Planung für die Grüne Mitte zu beteiligen. Sämtliche Maßnahmen können kommentiert und diskutiert werden. Dazu muss auf einer Karte an der entsprechenden Stelle geklickt werden, anschließend heißt es „Vorschlag hinzufügen”. Dann öffnet sich ein Formularfeld, das es auszufüllen gilt. Die Kontaktdaten werden nicht veröffentlicht, sondern dienen lediglich für mögliche Rückfragen seitens der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und der zuständigen Planungsbüros.

Bislang 24 Vorschläge

Derzeit sind auf der Karte 24 Vorschläge zu sehen, am aktivsten sind die Veranstalter des Holter Meetings mit gleich neun Einträgen. „Wir sammeln alles und geben es dann weiter, damit Lösungsvorschläge erarbeitet werden können“, sagt Silke Sykora, die das Coronavirus im Hinblick auf den nun digital stattfindenden Austausch als „Beschleuniger“ bezeichnet: „Lange Zeit wurde nur davon geredet. Jetzt ist alles so schnell gegangen, dass auch wir nach dem englischen Motto ‚lerning by doing‘ verfahren.“ Bedeutet frei übersetzt: Alles muss sich erst noch einspielen.

So fehlt beispielsweise noch die Verknüpfung der Seite www.stadtentwicklung-shs.de mit der Homepage der Stadt. Wer also über www.schlossholtestukenbrock.de sein Glück finden will, findet keinen Hinweis auf das Erreichen des Bürgerbeteiligungsportals. Doch das soll sich bald ändern. Damit sich die Bewohner der Stadt noch mehr an der Weiterentwicklung ihrer Ortsteile beteiligen und sich in wirtschaftliche Entscheidungen und Planungsprozesse einbringen können.

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