Bürgerinitiative Anliegerstraße Lippstädter Weg überreicht Unterschriftenliste
Mehr als 100 gute Gründe geliefert

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Lippstädter Weg ist zwischen der Einmündung zum Emsweg und der Senner Straße bereits als Tempo-30-Zone ausgewiesen. Doch das geht den Anwohnern noch nicht weit genug. Sie fordern eine Anliegerstraße. Eine vor vier Wochen durch Wolf Marbach, Fabian Flaschel und Erwin Hunke gegründete Bürgerinitiative hat Hubert Erichlandwehr nun im Rathaus eine Liste mit mehr als 100 Unterschriften überreicht. Und der Bürgermeister hat sich bereits auf die Seite der Anlieger geschlagen. „Ich hätte nicht wahnsinnig etwas dagegen, wenn es dazu kommen sollte“, sagte er.

Donnerstag, 29.10.2020, 04:30 Uhr
Wolf Marbach (Mitte) und Erwin Hunke (rechts) überreichen am Mittwoch im Rathaus eine Liste mit mehr 100 Unterschriften an Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. Foto: Dirk Heidemann
Wolf Marbach (Mitte) und Erwin Hunke (rechts) überreichen am Mittwoch im Rathaus eine Liste mit mehr 100 Unterschriften an Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. Foto: Dirk Heidemann

Thematik soll im Rat besprochen werden

Doch da der Bürgermeister nicht das alleinige Sagen hat, soll die Thematik auf die Tagesordnung im Rat gesetzt und dann gegebenenfalls an den zuständigen Fachbereich weitergeleitet werden. Wolf Marbach und Erwin Hunke zeigten sich am gestrigen Mittwoch zunächst einmal damit zufrieden, dass sich das Stadtoberhaupt für sie Zeit genommen hatte. „Tempo 30 hat nicht dazu geführt, dass der gewünschte Effekt eingetreten ist“, wusste Wolf Marbach beispielsweise von in der Nacht durch die Straße rasenden LKW zu berichten.

Hohe Belastung im Berufsverkehr

Zudem sei die Belastung im Berufsverkehr zwischen 5.30 und 7 Uhr sowie 15 und 18 Uhr besonders hoch. „Da braucht man kann Fenster aufzumachen“, so Erwin Hunke. Die Hauptschuldigen scheinen auch bereits ausgemacht: Berufspendler aus Augustdorf oder Detmold, die über die Panzerringstraße kommend den Lippstädter Weg als Abkürzung zur Autobahn nutzen, sowie Angehörige der Bundeswehr und zu einem allerdings deutlich kleineren Teil Personen, die die Polizeischule ansteuern.

Ich habe kein Interesse daran, dass Lipper oder Leute von der Bundeswehr über den Lippstädter Weg fahren.

Hubert Erichlandwehr

„Ich habe kein Interesse daran, dass Lipper oder Leute von der Bundeswehr über den Lippstädter Weg fahren“, macht auch Hubert Erichlandwehr deutlich, der nun prüfen lassen will, was straßenverkehrstechnisch möglich und zudem für den Ortsteil Stukenbrock-Senne wichtig ist. „Tempo 30 sollte eigentlich abschreckend wirken. Aber damit ist es offensichtlich nicht getan.“ Pascal Lideck (Fachbereich Bürgerservice und Ordnung) ist bereits mit einer offiziellen Zählung der Fahrzeuge (inklusive Geschwindigkeitsmessung) im besiedelten Bereich des Lippstädter Wegs beauftragt, ein Ergebnis liegt allerdings noch nicht vor. „Das ist Grundlage für alles weitere“, so Erichlandwehr.

Es wird nicht einfacher

„Erst haben die Leute gesagt: Gegen die da oben kommen wir eh nicht an. Jetzt heißt es: Gott sei dank passiert mal was“, berichtet Erwin Hunke von den Reaktionen der Anlieger – darunter viele junge Familien mit kleinen Kindern, die unter dem hohen Verkehrsaufkommen, Verstößen gegen die Geschwindigkeitsbeschränkung und einer daraus resultierenden Lärmbelästigung leiden. Dass in Stukenbrock-Senne derzeit ein interkommunales Industriegebiet entwickelt wird und das ehemalige Stalag-Gelände zu einer Gedenkstätte von internationaler Bedeutung mit 200.000 Besuchern pro Jahr werden soll, dürfte es für die Anlieger am Lippstädter Weg nicht einfacher machen.

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