Biostation kümmert sich um seltene Pferderasse: Wildfang sanft umquartiert
Senner erobern die Winterweide

Schloß Holte-Stukenbrock -

Mit wehenden Mähnen und donnernden Hufen galoppieren die Senner Pferde beim Abtrieb auf die Transporter zu. Augenscheinlich warten die edlen Tiere der selten gewordenen Rasse schon auf die Ankunft ihrer Artgenossen. Es geht ins Winterquartier.

Sonntag, 15.11.2020, 15:40 Uhr
Begrüßung im neuen Winterquartier am Güsenhofsee in Paderborn: Nadine Malve verwöhnt die Senner Pferde mit Futtermöhren.
Begrüßung im neuen Winterquartier am Güsenhofsee in Paderborn: Nadine Malve verwöhnt die Senner Pferde mit Futtermöhren. Foto: Uschi Mickley

 

Die halbwilden Pferde sind am Samstag nacheinander von der Sommerweide ins Winterquartier gebracht worden. Kaum hat Helferin Nadine Malves die Rampe des Anhängers heruntergelassen, steuert eine hellgraue Stute auf die anderen Vierbeinern zu, die sie schnaubend begrüßen.

„Es ist eine schöne Herde mit einer guten Sozialstruktur“, bestätigt Frank Ahnfeldt von der Biologischen Station Senne-Paderborner Land, der das Projekt „Senner Pferde“ betreut. Der feuchte Boden spritzt unter den Hufen, als die temperamentvollen Tiere mit lautem Wiehern einige Bahnen über die Weide ziehen.

Abtrieb der Senner Pferde

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  • Abtrieb Senner Pferde

    Foto: Uschi Mickley
  • Abtrieb Senner Pferde Teamarbeit für die halbwilden Senner Pferde: Frank Ahnfeldt, Nadine Malves und Rebecca Esser rollen einen Heuballen zur Futterkrippe.

    Foto: Uschi Mickley
  • Abtrieb Senner Pferde Frank Ahnfeldt, Caroline Schäfer, Rebecca Esser und Nadine Malves haben den Unterstand für die Senner Pferde mit frischem Stroh ausgelegt.

    Foto: Uschi Mickley
  • Abtrieb Senner Pferde Aloys Sielhorst, Leiter der der Arbeitsgruppe Senner Pferde, füttert die Tiere mit Möhren. Der 70-jährige freut sich, dass sich die Tiere der ältesten Pferderasse Deutschlands in ihrem Winterquartier auf Anhieb wohl fühlen.

    Foto: Uschi Mickley
  • Abtrieb Senner Pferde Aloys Sielhorst, Leiter der der Arbeitsgruppe Senner Pferde, füttert die Tiere mit Möhren. Der 70-jährige freut sich, dass sich die Tiere der ältesten Pferderasse Deutschlands in ihrem Winterquartier auf Anhieb wohl fühlen.

    Foto: Uschi Mickley
  • Abtrieb Senner Pferde Begrüßung im neuen Winterquartier am Güsenhofsee in Paderborn: Nadine Malves, ehrenamtliche Mitarbeiterin verwöhnt die Senner Pferde mit Futtermöhren.

    Foto: Uschi Mickley
  • Abtrieb Senner Pferde

    Foto: Uschi Mickley
  • Abtrieb Senner Pferde Teamarbeit für die halbwilden Senner Pferde: Frank Ahnfeldt, Nadine Malves und Rebecca Esser rollen einen Heuballen zur Futterkrippe.

    Foto: Uschi Mickley
  • Abtrieb Senner Pferde Aloys Sielhorst, Leiter der der Arbeitsgruppe Senner Pferde, füttert die Tiere mit Möhren. Der 70-jährige freut sich, dass sich die Tiere der ältesten Pferderasse Deutschlands in ihrem Winterquartier auf Anhieb wohl fühlen.

    Foto: Uschi Mickley

Das Winter-Domizil liegt am Güsenhofsee in Paderborn, wenige Kilometer von der Sommerweide entfernt. Auf einer eingezäunten, acht Hektar großen Koppel wird die Herde die kommenden Monate weiter in freier Natur verbringen.

Emsig, aber nicht hastig werden noch einige Handgriffe erledigt. Biologe Frank Ahnfeldt überprüft die Tränke im offenen Unterstand, wo die Pferde bei schlechtem Wetter Schutz finden. Dann rollt das Team der ehrenamtlichen Mitarbeiter einen großen Heuballen zur Futterraufe.

Aloys Sielhorst, ehrenamtlicher Leiter der Arbeitsgruppe Senner Pferde, betont: „Wichtig ist, dass die Tiere gesund bleiben.“ Regelmäßig kümmert sich deshalb der Schloß Holte-Stukenbrocker Tierarzt Dr. Heiner Vorbohle ehrenamtlich um die Gesundheit der Tiere. Plötzlich wird Aloys Sielhorst wieder von den tarpanblütigen Pferden umringt, die ihm neugierig ihre Köpfe entgegen strecken und ihm Möhren aus der Hand fressen.

Bevor sich das Team von den Senner Pferden verabschiedet, werden noch ein paar Möhren auf die Wiese geworfen. Allein gelassen wird die Herde während der kalten Jahreszeit jedoch keinesfalls. „Fast täglich kommt jemand vorbei, um nach den Tieren zu sehen“, versichert Frank Ahnfeldt. Heu wird zugefüttert, hauptsächlich ernähren sich die Pferde aber von Gräsern. „Der Umzug ins Winterquartier ist in diesem Jahr aufgrund der milden Temperaturen erst spät erfolgt“, erklärt der Experte. Das Verladen sei zügig verlaufen. Die Vierbeiner, denen ein elefantenartiges Gedächtnis nachgesagt wird, seien bereits mit dem Ritual vertraut und fast von allein auf die Transporter gekommen.

Im Sommer werden die drei Stuten und vier Wallache im Naturschutzgebiet Moosheide als Landschaftspfleger auf vier Beinen eingesetzt. Dort ist die Nahrung mittlerweile knapp geworden. Hauptgrund für die Umquartierung sei jedoch, dass in Paderborn eine frostfreie Tränke zur Verfügung stehe.

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