NRW-Landtag beschließt Investitionsförderung für Stalag 326-Gedenkstätte in Höhe von 25 Millionen Euro
Die letzte Hürde ist genommen

Schloß Holte-Stukenbrock/Düsseldorf WB -

Die letzte Hürde für die Baufinanzierung der Stalag 326-Gedenk- und Dokumentationsstätte in Schloß Holte-Stukenbrock ist genommen.

Mittwoch, 16.12.2020, 17:50 Uhr
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (Mitte) bei seinem Besuch anlässlich der Befreiung des Stammlagers 326 vor 75 Jahren im Oktober. Links Landtagspräsident André Kuper, rechts Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte Stalag.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (Mitte) bei seinem Besuch anlässlich der Befreiung des Stammlagers 326 vor 75 Jahren im Oktober. Links Landtagspräsident André Kuper, rechts Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte Stalag. Foto: Monika Schönfeld

Drei Wochen nach der Zusage des Deutschen Bundestags für eine Bundesförderung haben am Mittwoch auch die Abgeordneten des Landtags von Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Haushaltsverabschiedung die Kofinanzierung des Landes beschlossen. In einem von allen Fraktionen im Landtag einstimmig beschlossen Änderungsantrag von CDU und SPD zum Haushaltsentwurf 2020 werden bis 2025 knapp 25 Millionen Euro aus Düsseldorf in das Projekt des ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenenlagers fließen.

Der Ausbau soll als Projekt der von André Kuper strategisch geleiteten Lenkungs- und Steuerungsgruppe unter Federführung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe gemeinsam mit dem Förderverein, der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock, des Kreises Gütersloh, eventuell weiterer Kommunen der Region OWL und des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden.

„In den vergangenen Jahren sind partei- und ebenenübergreifend viele Impulse zu einer Weiterentwicklung der Gedenkstätte gegeben worden. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir nach jahrelanger Arbeit und Konzeptionierung jetzt die endgültige Zusage von Land und Bund bekommen haben. Dadurch können wir konkret in die Konkretisierung unserer Planungen und bauliche Umsetzung einsteigen“, sagt André Kuper. Er war der Initiator eines ebenen- und parteiübergreifenden Lenkungskreises, der es sich in den vergangenen drei Jahren zur Aufgabe gemacht hatte, auf dem Gelände des ehemaligen Lagers für sowjetische Kriegsgefangene und späteren Sozialwerks Stukenbrock eine Gedenk- und Dokumentationsstätte zu errichten, der dieses Thema mit gesamtstaatlichem Anspruch abbildet. In mehr als zehn Sitzungen und Workshops erarbeiteten die Mitglieder des Lenkungskreises, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter unter anderen von Land, Bund, Europa, Stadt, Landkreis, Regierungspräsidium, Polizei, Bundeswehr, Volksbund, Bielefelder Initiative und Förderverein engagierten, eine 300-seitige Machbarkeitsstudie. Diese fand sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene versehen mit der wissenschaftlichen Expertise der Gedenkstättenkommission der Bundeskulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters großen Zuspruch.

„Ich danke LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger und den Handelnden des Fördervereins stellvertretend für alle Beteiligten für ihre Arbeit, die sie in dieses Projekt bislang gesteckt haben. Mit diesem Ort ist ein klarer Auftrag an uns alle verbunden. Der Auftrag lautet, die Erinnerung an die Folgen und Opfer von Diktatur, Krieg und Terror und das damit für die Menschen verbundene Leid für die Zukunft zu bewahren. Damit ist verbunden, die Verbrechen der Nationalsozialisten weiter aufzuarbeiten, klar zu benennen und damit nicht zuletzt an die heutigen und an die nach uns folgenden Generationen einen unüberhörbaren Appell der Menschlichkeit und für die Demokratie als beste Staatsform zu richten“, sagt André Kuper. „Wir brauchen ein starkes digitales Konzept, damit Familien Interesse an einem Besuch haben. In der Schule kann zum Beispiel mit Hilfe von digitaler Technik der Besuch vor- und nachbereitet werden.“

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