Ute Schniedermann und Elke Deppe erinnern dieses Jahr digital an die Höhepunkte in Stukenbrock-Senne
Auf Liese und Lotte ist Verlass

Schloß Holte-Stukenbrock (WB) -

Wer kennt sie nicht: Liese und Lotte, das stets über das Dorfleben bestens informierte, humorvolle Stukenbrock-Senner Duo der katholischen Frauengemeinschaft! Jedes Jahr brillieren sie beim Frauenkarneval in der Senne als geliebtes und spannend erwartetes Highlight des Abends. Mit gesammelten Anekdoten des ganzen Jahres bringen sie das närrische Völkchen im Saal schnell stimmungsmäßig zum Beben.

Montag, 15.02.2021, 03:49 Uhr
Liese und Lotte sammeln das ganze Jahr, was in Stukenbrock-Senne passiert. Ute Schniedermann (links) und Elke Deppe
Liese und Lotte sammeln das ganze Jahr, was in Stukenbrock-Senne passiert. Ute Schniedermann (links) und Elke Deppe Foto: Manuela Fortmeier

 

Auch im außergewöhnlichen Coronajahr 2020 haben sie ihre Aufgabe „sehr ernst genommen“. Jeden Tag haben die das quirlige Dorfleben der Senner mit wachem Blick und gespitzten Ohren verfolgt und allerlei Humoriges zusammengetragen. „Es ist ja zum Glück nicht alles gelockt und gedownt“, hat Ute Schniedermann auch nach vielen Monaten der feierlichen Enthaltsamkeit nicht ihren Humor verloren. Allerdings müssen Liese und Lotte darauf verzichten, dass das Publikum mit einstimmt: „War das nicht schön?!“

Trotz der Corona-Beschränkungen müssen die Senner nicht ganz auf den Karneval verzichten. Liese und Lotte, Frieda und Anneliese (Stefanie Manara und Katja Gees) und Sketche aus den Vorjahren haben die Senner Frauen digital auf der Internetseite der Schützenbruderschaft St. Achatius Stukenbrock-Senne zusammengestellt. Wer das Programm sehen möchte, braucht ein Passwort, das er bei den Mitgliedern der katholischen Frauengemeinschaft bekommen kann.

Dieses Jahr erinnern sich Liese und Lotte beispielsweise „noch ganz genau“ an die vier Sterne in Stukenbrock-Senne, die die Stadt in der Advents- und Weihnachtszeit zur Dekoration aufgehängt hat. „Doch viel zu wenig“ waren die Senner der Meinung. Schnell hat Joki Neuwöhner Hand angelegt und viele weitere in seiner Werkstatt entstehen lassen, die er unter den Nachbarn verteilt hat. „War das nicht schön“, erinnern sich die Nachbaren noch heute.

Und dann waren da noch die vielen runden Geburtstage, die nicht gefeiert werden durften. Deshalb wurde dem Kapellmeister der karnevalistischen Frauen, Klaus Schniedermann, coronakonform von der Karnevalstruppe mit einem Autokorso gebührend gratuliert. Petra Müller erfreute die Karnevalstruppe zum 60. Wiegenfeste mit einer Videobotschaft, die aus zahlreichen WhatsApp-Nachrichten zusammengefügt war.

Nicht nur der „weltberühmte Kfd-Chor“ hatte in der kurzen Lockdown-Pause auf der Hochzeit von Lena und Alexander Jürgens einen Liveauftritt, sondern auch die Karnevalskostüme hatten Ausgang. „Zum Glück, sonst hätten die bis heute längst dicke Schichten Moos angesetzt, das geht ja gar nicht“, sagt Ute Schniedermann. „Unsere Kostüme brauchen einfach regelmäßig die gute frische Senneluft, genauso wie wir“.

Dass sogar die kleinen Senner Erdenbürger schon fest im Gemeindeleben verwurzelt und echte Dorfkinder sind, zeigte sich im ersten Lockdown. Da hatten sich die Nachbarn am Lippstädter Weg jeden Abend um 20 Uhr getroffen, um jeder für sich in den Hofeinfahrten das Sennelied „Stukenbrock-Senne, mein Glück“ zu singen. Und weil es der Nachwuchs schnell mitsingen konnte, bestanden sie prompt darauf, vorher auf keinen Fall ins Bett zu gehen, sondern erst nach dem allabendlichen Zeremoniell. So hieß es in der Senne dann abends: Das Landständchen erklingt – statt das Sandmännchen kommt.

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