L758n von Augustdorf über die Stapelager Senne, Dünenfeld und Bokelfenn weiter im Regionalplan verzeichnet
Bürger rücken dem Gespenst zu Leibe

Schloß Holte-Stukenbrock WB -

Der Entwurf des Regionalplans hat ein altes Gespenst wieder erscheinen lassen.

Dienstag, 23.02.2021, 17:20 Uhr
Im Jahr 2006 wurde das Thema Nordumgehung drei Monate lang heiß diskutiert. Dann wurde die Trasse aber herabgestuft und hat bis heute einen Dornröschenschlaf gehalten. Im Entwurf für den Regionalplan 2023 taucht die Trasse jetzt auf.
Im Jahr 2006 wurde das Thema Nordumgehung drei Monate lang heiß diskutiert. Dann wurde die Trasse aber herabgestuft und hat bis heute einen Dornröschenschlaf gehalten. Im Entwurf für den Regionalplan 2023 taucht die Trasse jetzt auf. Foto: Monika Schönfeld

Die Nordumgehung L758n ist von der Bezirksregierung vom Integrierten Gesamtverkehrsplan in den Entwurf des Regionalplans übernommen worden.

Die Bürgerinitiative, die sich vor 15 Jahren formiert hatte, hat ihre Arbeit seit Freitag wieder aufgenommen und die Internetseite unter dem Namen „Nordumgehung-Stukenbrock-Bitte-nicht“ wieder aufleben lassen. Es sind mit Georg Keller, Karsten Angerstein, Holger Stritzke und für die Interessengemeinschaft Bokelfenn Ute Walther die Akteure von damals.

„Mit dem, was wir finden konnten, haben wir die Internetseite bestückt“, berichtet Georg Keller. „Unser Ziel ist es, die Nordumgehung langfristig aus dem Regionalplan herauszubekommen. Diese Straße braucht kein Mensch. Wir werden Einspruch bei der Bezirksregierung einlegen und die Sitzungen im März in Schloß Holte-Stukenbrock besuchen“, sagt er. Am 9. März tagt der Stadtentwicklungsausschuss, am 15. März der Umweltausschuss, am 23. März der Haupt- und Finanzausschuss, der eine Stellungnahme zum Regionalplan abgeben wird. In den Sitzungen wird der Planer Dirk Tischmann die Einzelheiten erläutern.

Bei der Nordumgehung handelt es sich um eine Trasse, die sogar 2006 schon für Überraschung gesorgt hat, als sie damals in den Integrierten Gesamtverkehrsplan des Landes aufgenommen worden war. Denn sie wurde im Jahr 2003 vom Ingenieurbüro IVV Aachen als effektiveste Entlastung, aber als nicht realisierbar zur Seite gelegt.

2006 wollte die CDU aber die „kostenlose“ Möglichkeit der Verkehrsentlastung beim Schopfe packen und bekam Unterstützung von CSB-FWG und FDP, während SPD und Grüne sie kategorisch abgelehnten. Damals hat die CDU auch die dritte Autobahnauffahrt am Rathaus vorangetrieben, die nach der Kommunalwahl 2009 fallengelassen wurde.

Die Nordumgehung L758n führt von Augustdorf kommend in Höhe der Panzerringstraße durch die Stape­lager Senne, durchs Augustdorfer Dünenfeld und durchs Bokelfenn, kreuzt die Flugplatzstraße und führt hinter der Pflegewohngemeinschaft Schlieffenhof auf die Kreuzkrug-Kreuzung. Damals wie heute handelt es sich um viel Naturschutzgebiet, das geschädigt würde. Das war damals allen klar, die Umgehung wurde in der Priorisierung herabgestuft.

Auf der Prioritätsstufe 2 blieb die Nordumgehung im Gesamtverkehrsplan und war in der Zwischenzeit fast vergessen. „Wir denken, dass es heute nicht möglich wäre, solch eine Straße durchzusetzen. Deshalb gehört sie gestrichen. Wir werden keine Baumhäuser bauen, aber sorgsam betrachten, wie die Politik weiter mit dieser Planung umgeht. Ein gewisses Risiko bleibt, dass die Trasse wieder hervorgeholt wird.“

Georg Keller hat ein Video gedreht. Er hat die Strecke der Trasse in etwa abgefahren, um zu zeigen, wo sie herführt. „Wir haben in einer Telefonkonferenz am Montagabend die Aufgaben verteilt und hoffen, dass sich viele Menschen informieren. Sie können über die Internetseite am nächsten Meeting am Donnerstag ab 20 Uhr teilnehmen.“ Wie man sich einwählt, erfährt man auf der Internetseite.

https://nordumgehung-stukenbrock-bitte-nicht.de

 

Kommentar

Schon im Jahr 2006 tauchte das Thema wie aus dem Nichts auf, sorgte für Verwirrung und die Gründung der Bürgerinitiative, und verschwand so schnell wie es gekommen war. Allerdings zeigt die Geschichte, dass nichts so beständig ist wie alte Pläne. Die Nordumgehung rückte über den Gesamtverkehrsplan in den Regionalplan.

Wirklich vom Tisch ist bisher nur eine dritte Autobahnauffahrt, gegen die sich 2009 enormer Widerstand erhob, so dass die CDU am Tag der Kommunalwahl den Plan zurückgenommen hat.

Wie die Nordumgehung ist auch der Verschwenk der Holter Straße durchs Ölbachtal nach wie vor in Lauerstellung. Es gilt, wachsam zu bleiben. Die Bürgerinitiative „Nordumgehung-Stukenbrock-Bitte-nicht“ zeigt, dass Bürger sich nicht überfahren lassen dürfen.

Monika Schönfeld

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