Mi., 04.04.2018

Kommentar zur A33 Weiterdenken bis zum Lückenschluss

Das Teilstück der A33 von Bielefeld bis Steinhagen ist fertig.

Das Teilstück der A33 von Bielefeld bis Steinhagen ist fertig. Foto: Oliver Schwabe

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Es ist noch nicht der endgültige Lückenschluss der A33. Es ist am Mittwoch nur die Freigabe eines kurzen Abschnitts von 7,9 Kilometern für den Verkehr. Und doch ist das ein Riesenschritt – zumal zwei weitere Abschnitte Ende 2018 und Ende 2019 folgen. Somit wird in absehbarer Zeit endlich eine Verbindung fertiggestellt, die seit mehr als einem halben Jahrhundert eine wichtige Achse zwischen Osnabrück, Bielefeld und Paderborn sowie darüber hinaus bis zur überregionalen Tangente, der A44, bildet.

Dennoch war der politische Wille zum Weiterbau dieser Autobahn im Land nicht immer vorhanden, etwa weil man Gelder an anderer Stelle einsetzen wollte. Die Wirtschaft hingegen hat immer auf den Lückenschluss gedrängt, stets verwiesen auf die Schlüsselfunktion der Infrastruktur für die Logistik. Die schnelle Erreichbarkeit der Märkte und die Einbindung der heimischen Unternehmen in die größeren Strukturen der nationalen und internationalen Wirtschaft werden als unverzichtbare Standortfaktoren gesehen. Dafür ist eine gute Vernetzung mit dem Fernstraßennetz und den Seehäfen nötig.

Autorin Annemarie Bluhm-Weinhold

Erleichterung für Pendler

Tausende Pendler auf der überlasteten B68 sowie die Anwohner der Bundesstraße in Bielefeld-Quelle und Steinhagen können heute Nachmittag aufatmen. Andere bekommen nun dagegen Lärm und Feinstaub vor die Tür.

Denn der Abschnitt durch Steinhagen ist nicht zuletzt wegen der Linienführung mitten durch die Gemeinde stets umstritten gewesen. Die Trasse bringt alle Nachteile einer Autobahn direkt in den Ort, einschließlich des vermehrten Zubringerverkehrs.

Woanders werden heutzutage Ortsumgehungen gebaut. In Steinhagen haben die Planer gegen alle Widerstände aus der Bevölkerung immer wieder auf dieser Trasse beharrt, möglichst nah an der Bundesstraße, die sie entlasten sollte. Alle Versuche, eine Südtrasse ins Spiel zu bringen, scheiterten an den Übergabepunkten. Planerisch ist immer abschnittsweise, nie über die selbst gesetzten Grenzen hinaus gedacht worden. Die meisten Bürger sind indes bereit, eigene Nachteile hintanzustellen. Sie haben erkannt, dass die Autobahn gesamtgesellschaftlich gesehen von Nutzen ist.

Größere Dimensionen

Trotz der Eröffnung des Abschnitts Bielefeld-Steinhagen wird die A33 ihre volle Wirkung erst entfalten, wenn der Lückenschluss in Borgholzhausen geschafft ist. Und eigentlich muss man in noch größeren Dimensionen denken. Man muss auch das zweite Autobahn-Neubauprojekt der Region, die Nordumgehung der A30 in Bad Oeynhausen, einbeziehen, obwohl deren Freigabe noch immer nicht absehbar ist. Zudem sollte man über Osnabrück hinaus auf den Weiterbau der A33 bis zur A1 schauen. Beide zusammen wären ein wirklicher Sprung für die Mobilität der Menschen und der Wirtschaft in OWL.

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