Sa., 15.09.2018

Abrissarbeiten in großem Stil – Anlieger klagen über Staub und Lärm Florex-Brache wird belebt

Im hinteren Teil des Grundstücks ist, wie Karl-Heinz Esdar zeigt, viel Hallenflächen abgerissen worden. Der Schutt wird auf dem Gelände recycelt, doch dabei, wie der Investor beteuert, mit Wasser feucht gehalten, so dass es nicht so staubt.

Im hinteren Teil des Grundstücks ist, wie Karl-Heinz Esdar zeigt, viel Hallenflächen abgerissen worden. Der Schutt wird auf dem Gelände recycelt, doch dabei, wie der Investor beteuert, mit Wasser feucht gehalten, so dass es nicht so staubt. Foto: Bluhm-Weinhold

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Investor Karl-Heinz Esdar will aus der Industriebrache Florex ein neues Zentrum für Einzelhandel, Kleingewerbe, Büros und Künstler machen. Und dafür reißt er derzeit und in den kommenden Wochen große Teile der alten Hallen ab – sehr zum Leidwesen der Nachbarn.

Mehrere Anwohner der Bergstraße haben sich beim WESTFALEN-BLATT gemeldet und über Staub und Lärm geklagt, der von der Baustelle an der Waldbadstraße aus auf ihre Grundstücke dringt. Zudem seien Erschütterungen durch den Betonbrecher zu spüren, sagte ein Nachbar.

Abriss hat ein Volumen von 30.000 Kubikmetern

Indes hieß es von der zuständigen Bauordnungsbehörde des Kreises, dass alle Genehmigungen für das Vorhaben erteilt seien. Es sei zudem ein Fachunternehmen beauftragt, worauf der Kreis bei Abbrucharbeiten achte. Aber: »Der Abriss umfasst Hallen von bis zu 7,90 Metern Höhe und ein Volumen von 30.000 Kubikmetern. Das geht nicht ohne Staub und Lärm«, sagte Pressesprecher Jan Focken: »Ein laufender Abbruch ist immer eine Belästigung.«

Einige Wochen wird er noch dauern. Bis Ende dieses Jahres hofft Karl-Heinz Esdar, mit dem Abriss fertig zu sein. Die Florex-Immobilie ist eine riesiges verzweigtes Gebäudesystem mit zum Teil innenliegenden Hallen. »Das ist brandschutztechnisch gar nicht zu handeln«, sagt der Bielefelder Unternehmer, der den alten Industriekomplex im vergangenen Herbst erworben hatte. Nun werden Hallen freigelegt, Durchlässe zwischen den Gebäudeteilen geschaffen, eine Tiefgarage gebaut und die Räume bedarfsgerecht umgebaut.

Ende 2019 soll alles fertig sein

Neben den vorhandenen Mietern hat Esdar einige neue. Eine Produktionsfirma beispielsweise zieht mit Aufnahmestudios, Büros und Lagerflächen ein. Aber auch für Altmieter wie den »Eiskönig« schafft er gerade Erweiterungsmöglichkeiten. Und die Musiker, die dort proben, sollen schallgeschützte oder von der Siedlung abgewandte Räume bekommen. Ziel: Ende 2019 soll weitgehend alles fertig sein. »Aus dem ganzen Komplex sollen dann verschiedene, nicht zu kleine Einheiten entstanden sein«, so Esdar. Noch gibt es viele Leerstände, aber auch zahlreiche Interessenten. »Preiswerte, durchaus größere Flächen sind gefragt«, weiß Esdar.

Bleiben wird der Feiersaal, der seit vielen Jahren wegen seiner Geräuschkulisse den Nachbarn ein Dorn im Auge ist. Esdar hat nun ein türkisches Betreiberehepaar, das den Saal etwa zweimal pro Woche vermietet. Laut Esdar sind die Veranstaltungen aus polizeilicher Sicht unauffällig und vom Lärmpegel im Rahmen: »Betroffen macht mich, wenn Nachbarn das Ordnungsamt und die Polizei rufen, türkische Musik aber nicht aus dem Feiersaal, sondern aus Räumen an der Bergstraße zu hören ist.«

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