Sa., 13.10.2018

Erste Entwürfe für Neugestaltung der Straße Am Pulverbach und Mobilstation vorgestellt Stadtplanung erreicht auch den ZOB

Nicht ungefährlich: Vor dem Rathaus werden Radfahrer auf dem Gehweg geführt. Sie könnten laut Experten aber sicher auf der Straße fahren.

Nicht ungefährlich: Vor dem Rathaus werden Radfahrer auf dem Gehweg geführt. Sie könnten laut Experten aber sicher auf der Straße fahren. Foto: Bluhm-Weinhold

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen  (WB). Diese 400 Meter Straße sind ein »sehr interessanter Teil des Steinhagener Straßennetzes«: Das findet jedenfalls Ralf Düspohl vom Büro Röver, der seine Ideen für die Umgestaltung der Straße Am Pulverbach und des ZOB am Donnerstagabend im Bauausschuss vorstellte.

Denn: »Alles, was man sich an Verkehr vorstellen kann, trifft hier zusammen«, so Düspohl. Das sind zum einen 4000 Fahrzeuge täglich (450 pro Stunde). Dazu kommen etwa zehn Busse pro Stunde, die aus unterschiedlichen Richtungen den ZOB ansteuern. Zum anderen ist die Feuerwehr Anlieger. Zum dritten gibt es viel Verkehr von Anwohnern und Kunden, dazu viele Radfahrer, vor allem Schüler.

Zwei Querungshilfen angedacht

Die Straße hat verschieden breite Abschnitte, was für Radfahrer zu unterschiedlichen Regelungen führt. Eine Harmonisierung ist also erstrebenswert – ebenso wie eine Aufwertung im Sinne der Stadtentwicklung, die bislang vor der Straße halt gemacht hat. Doch soll auch das Rathaus näher an den Marktplatz angebunden werden. Eine Querungshilfe auf dieser Höhe ist daher fast schon beschlossen – ebenso eine zweite, lange gewünscht auch vom Seniorenbeirat, auf Höhe der Stichstraße zur Praxis Ahlemeyer und dem Betreuten Wohnen.

Für Ralf Düspohl stellt sich in erster Linie die Frage nach den Fahrradfahrern. Im ersten Teil der Straße zwischen Bahnhofstraße und Parkdeck sind sie bisher auf einem Schutzstreifen unterwegs – und könnten das nach Ansicht des Planers auch bleiben. Denn dieser ist sehr funktional, und angesichts der seitlichen Begrenzungen der Straße zur Bebauung ist etwas Anderes auch kaum möglich. Das System ist laut Düspohl gut.

Mit oder ohne Schutzstreifen? Oder auf dem Gehweg?

Im Weiteren wird es allerdings für Radfahrer unübersichtlich, denn der Radweg führt über den Gehweg, was insbesondere am Rathaus und Rathausparkplatz sowie kurz vor der Ampel an der Woerdener Straße Kollisionsgefahren mit Autos oder Fußgängern birgt. Sollten die Radfahrer also auf der Straße geführt werden? Mit oder ohne Schutzstreifen? Laut Düspohl ist das auf dem nicht übermäßig und mit Tempo 30 befahrenen Pulverbach gefahrlos möglich. Ein Knoten, der noch zu lösen ist, ist der Übergang zu den Radwegen an der Mozartstraße.

Die Pläne wurden erstmals vorgestellt und werden nun zunächst in den Fraktionen beraten, die sie insgesamt positiv aufgenommen haben. Auch will sich die Verwaltung um Städtebau- oder Straßenbaufördermittel bewerben.

Doch ein wichtiger Aspekt kommt noch, denn auch der ZOB spielt in die Planung hinein. Sein Umbau zur Mobilstation ist klar – nicht aber, wie das geschehen soll. Ralf Düspohl präsentierte Varianten mit barrierefreien Bussteigen, mit größeren überdachten Warte­bereichen, Ladestationen für ­E-Autos und E-Bikes, Park&Ride-Plätzen sowie mit Halteplätzen für Elterntaxis der benachbarten Grundschule. Aufgewertet werden sollen die Fahrradständer etwa durch abschließbare Boxen für hochwertige Räder und Ausstattung der Radler.

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