Sa., 08.12.2018

Gemeinde investiert 2019 hunderttausende Euro in Glasfaser, WLAN und iPads Wie die Digitalisierung Schule macht

Buddeln für die bessere Anbindung: 400 Meter fehlen in Steinhagen noch, dann wäre die Glasfaserleitung zwischen Rathaus und Schulzentrum komplett.

Buddeln für die bessere Anbindung: 400 Meter fehlen in Steinhagen noch, dann wäre die Glasfaserleitung zwischen Rathaus und Schulzentrum komplett. Foto: dpa

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Beamer, iPad-Klassen, Chrombooks, Computerräume: Die Steinhagener Schulen sind natürlich längst auf dem Weg ins digitale Zeitalter. Doch nun bekommt der Prozess neue Struktur, Reichweite und Leistung.

Und das muss er auch, denn das Land kündigt für 2019/2020 einen verbindlichen Medienkompetenzrahmen an. Steinhagens Schulamtsleiterin Gabi Schneegaß spricht von »Wettbewerbsfähigkeit«, sie weiß aber auch: »Steinhagen ist schon weit.«

2019 fördert die Gemeinde die Digitalisierung ihrer Schulen mit hohen Investitionen und erfasst dabei auch die Grundschulen. Dort ist Aufbauarbeit zu leisten. Nicht, dass es dort bislang gar keine Computer gegeben hätte. Aber nun verlassen sie die Computerräume, iPads sollen Einzug in die dritten und vierten Klassen halten. Erst einmal gibt es dafür zwei iPad-Koffer, die von Klasse zu Klasse wandern, sowie die Ausstattung von zwei Räumen mit Beamern und Whiteboards. Endziel aber ist, dass jeder Dritt- und Viertklässler ein (Leih-)Gerät bekommt – und so formuliert es die Gemeinde auch im Medienentwicklungsplan).

Infrastruktur an den Grundschulen schaffen

Doch zuvor muss die Infrastruktur auch an den Grundschule geschaffen werden. Das heißt: WLAN für jeden Klassenraum – Verkabelung legen, Accesspoints, also der Einstiegspunkte für das WLAN, setzen, die Hardeware- und Präsentationstechnik anschaffen. 60.000 Euro und mehr stehen pro Grundschule für 2019 im Haushaltsplan.

Neue Stelle und Medienentwicklungsplan

Das Land unterstützt den digitalen Ausbau der Schulen. So werden Medienkoordinatoren in Aussicht gestellt, die es aber noch nicht gibt. Die Überlastung der Schulen bei den Support-Aufgaben ist indes schon jetzt deutlich, wie Gabi Schneegaß weiß. Und der Bedarf an technischer Betreuung wird weiter steigen. Deshalb will die Gemeinde eine zusätzliche Stelle in der IT-Administration schaffen.

Der Medienentwicklungsplan soll im ersten Halbjahr 2019 fertig sein. Ein Fachbüro, Schulamtsleiterin Gabi Schneegaß, Rathaus-EDV-Experte Dirk Gaßdorf und Vertreter der Schulen stellen ihn auf. Der Ist-Zustand wird ebenso erfasst wie das Ziel und sehr detailliert der Weg dorthin. Dieser umfasst nicht nur die Technik, sondern auch pädagogische Konzepte und ganz praktische Fragen.

Und was machen die Grundschulen mit der Technik? Auch die Unterrichtskonzepte der Grundschule sind Teil des Medienentwicklungsplanes. Die Lehrerinnen absolvieren Fortbildungen wie die neuen Medien im Unterricht zielgerichtet und vor allem mit Mehrwert eingesetzt werden können. Lernapps und Unterrichtsprogramme gibt es laut Gabi Schneegaß in Vielzahl.

Die weiterführenden Schulen sind einen Schritt weiter. Sie haben sich längst mit eigenen Konzepten auf den Weg gemacht. Dass diese irgendwann vereinheitlicht werden, auch das ist Ziel des Medienentwicklungsplans. WLAN haben sie, doch da ist immer wieder nachzubessern, weitere Accesspoints werden benötigt, und die Schulen brauchen vom allem mehr Leistung. »Für uns war die Frage, welche Technologien man haben muss, um zukunftsfähig zu sein«, sagt Dirk Gaßdorf, EDV-Experte im Rathaus, und verweist auf Förderrichtlinien, die von 30 Mbits pro Klasse ausgehen. »Da braucht man richtige Datenmengen.« Die kann nur das Glasfasernetz liefern. Das Steinhagener Rathaus ist am weltweiten Glasfasernetz angeschlossen, nun sollen die Schulen am Laukshof davon profitieren. 400 Meter fehlen dazu noch – die Strecke zwischen dem Heizwerk an der Mozartstraße und dem Rathaus. Diese Lücke soll 2019 geschlossen werden. 80.000 Euro sieht der Haushaltsplan dafür vor.

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