Praxis Dr. Elwitz: Andrea Beinker erweitert Patientenversorgung – mit Video
EVA macht auch Hausbesuche

Steinhagen-Amshausen (WB). EVA nimmt Blut ab, kümmert sich um Wundversorgung und Krebsvorsorge. EVA heißt eigentlich Andrea Beinker. Ihrem Chef, Allgemeinarzt Dr. Johannes Elwitz, darf sie künftig eine Vielzahl medizinischer Behandlungen abnehmen. Ein wichtiger Schritt für die Versorgung von Patienten auch oberhalb der Bahn.

Mittwoch, 12.12.2018, 03:00 Uhr
Ausbildung mit Zertifikat der Ärztekammer: Die Medizinische Fachangestellte Andrea Beinker darf nun zahlreiche medizinische Behandlungen selbst übernehmen. Damit entlastet sie ihren Chef, Dr. Johannes Elwitz, auch bei den Patienten zu Hause. Foto: Volker Hagemann
Ausbildung mit Zertifikat der Ärztekammer: Die Medizinische Fachangestellte Andrea Beinker darf nun zahlreiche medizinische Behandlungen selbst übernehmen. Damit entlastet sie ihren Chef, Dr. Johannes Elwitz, auch bei den Patienten zu Hause. Foto: Volker Hagemann

Dort, aber auch im restlichen Steinhagen, wird Andrea Beinker nun als Entlastende Versorgungs-Assistentin (EVA) Patienten behandeln – in der Amshausener Praxis ihres Chefs sowie bei Hausbesuchen. Am Samstag hat sie dafür bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe die Prüfung abgelegt.

Oberhalb der Bahnlinie die einzige verbliebene Hausarztpraxis

Zwar sieht die hausärztliche Versorgung in Steinhagen mit zwölf Medizinern auf den ersten Blick gut aus. Aber: Oberhalb der Bahnlinie ist Dr. Johannes Elwitz der einzige verbliebene Hausarzt. Er übernahm 1985 Praxis und Patientenstamm von Dr. Walter Mohaupt und bezog 1986 die heutigen Räume am Upheider Weg 117.

Die Patientenzahl nimmt zu, die Lebenserwartung steigt. Da ist es vorteilhaft, einige Behandlungen delegieren zu können.

Dr. med. Johannes Elwitz

»Doch die Patientenzahl nimmt zu, die Lebenserwartung steigt. Da ist es vorteilhaft, einige Behandlungen delegieren zu können«, sagt Elwitz. Das gelte vor allem für Hausbesuche, die dazu beitragen, den Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in ihren vier Wänden zu ermöglichen. »Impfen, Blut abnehmen, Laborwerte bestimmen, Anlegen von Verbänden oder Langzeit-Blutdruck-Messgeräten, die Überwachung der Medikamenteneinnahme, Wundversorgung sowie Unterstützung bei Vorsorge und Früherkennung – zu all dem ist Andrea Beinker berechtigt, in der Praxis und bei den Menschen zu Hause«, zählt ihr Chef auf.

EVA als passende Antwort auf »gewissen Versorgungsmangel«

Hausbesuche hat die Medizinische Fachangestellte zwar auch davor schon gemacht; doch mit der Zusatzausbildung sei sie noch umfangreicher dafür geschult: »Inhalte waren 20 Fachgebiete, darunter häufige Krankheitsbilder in der hausärztlichen Praxis, Grundlagen der Vorsorge, Gesprächsführung, auch die Versorgung Krebskranker und die Palliativmedizin«, berichtet Beinker, die die Initiative zu dieser Fortbildung ergriff – und damit bei ihrem Chef offene Türen einrannte. Ins Leben gerufen wurde die EVA-Fortbildung 2015 von der Kassenärztlichen Vereinigung, um vor allem den ländlichen Raum zu stärken. Und so sieht auch Dr. Elwitz darin die passende Antwort auf einen »gewissen Versorgungsmangel oberhalb der Bahn«.

Telemedizin kann zukünftig hilfreiche Dienste leisten

Dass der Hausarzt auch zu den Patienten nach Hause kommt, das habe es vor Jahrzehnten noch viel häufiger gegeben, so Elwitz. Bei seinen damaligen Kollegen ebenso wie bei ihm selbst: »Steinhagen als eher ländliche Gemeinde hat da eine wahre Tradition«, sagt er. »Aus Zeitgründen hat das in den vergangenen Jahren nachgelassen. Heute kehrt sich der Trend wieder um, etwa wegen der alternden Gesellschaft, zudem betreuen wir viele Patienten in Pflegeheimen.«

Noch eine Entwicklung beobachtet Andrea Beinker daher: »Die Telemedizin dürfte eines Tages viel mehr dazu gehören. So kann die EVA von der Patientenwohnung aus via Laptop-Bildschirm mit dem Arzt zügig Entscheidungen absprechen.«

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