Sa., 12.01.2019

Leonard Lansink steht in Steinhagen auf der Bühne – aber nicht als kauziger Detektiv »Ich bin mit Wilsberg ganz glücklich«

Er hat den Durchblick: Im Stück »Kunst« nimmt Leonard Lansink als Marc die Freundschaft zu Yvan (Heinrich Schafmeister) und Serge (Luc Feit) ins Visier, denn ausgerechnet über ein Bild zerstreiten sich die Drei.

Er hat den Durchblick: Im Stück »Kunst« nimmt Leonard Lansink als Marc die Freundschaft zu Yvan (Heinrich Schafmeister) und Serge (Luc Feit) ins Visier, denn ausgerechnet über ein Bild zerstreiten sich die Drei. Foto: Jürgen Frahm

Steinhagen (WB). Als brummeligen Privatdetektiv Wilsberg in Münster kennen ihn die meisten. Doch am kommenden Dienstag, 15. Januar, heißt Leonard Lansink nicht Georg Wilsberg, sondern Marc. Denn er spielt an der Seite von Heinrich Schafmeister und Luc Feit im Stück »Kunst« im Steinhagener Kulturwerk. Was ihn an dieser Rolle begeistert, was er aber auch an Wilsberg mag, das hat Leonard Lansink im Interview mit Redakteurin Annemarie Bluhm-Weinhold verraten.

Werden Sie häufig als Herr Wilsberg angesprochen?

Leonard Lansink: Oft, ich finde das aber nicht schlimm. Es bestätigt mir ja, dass ich irgendwas richtig mache in dieser Rolle. 

 

Sind Sie Wilsberg oder nervt es, immer als der eigenwillige, etwas brummelige Privatdetektiv gesehen zu werden?  

Lansink: Nee, ich bin eher noch schweigsamer als der. Aber mich nervt das nicht. Ich bin mit Wilsberg ganz glücklich und er mit mir auch, wahrscheinlich. 

 

Wenn man Ihre Vita betrachtet, ist da ja auch viel, viel mehr. Welche war Ihnen die liebste Rolle – außer natürlich Wilsberg? 

Lansink: Die liebste Rolle war meine erste: Klaus-Uwe Matthies, in »King Kongs Faust«, ein erfolgloser Journalist auf der Suche nach jemandem, den es nicht gibt, in Berlin, Los Angeles und Mexiko. 

 

Ist es abwegig, nach der Hollywood-Karriere zu fragen? Einmal waren Sie ja schon dort und haben 1987 mit Roland Emmerich den Spaß-Science-Fiction-Film »Hollywood Monster« gedreht. Im gleichen Jahr auch die israelische Teenie-Komödie »Eis am Stiel«. Was hat Sie von diesem angeblichen Nabel der Filmwelt weggebracht?

Lansink:  Ich habe im Hotel das amerikanische Fernsehprogramm eingehend gesehen und mir gesagt: bevor ich hier die schlechten Filme spiele, spiele ich lieber zu Hause die Guten. 

 

Leonard Lansink spielt neben den Film- und Fernsehrollen auch viel Theater, klar, so erleben wir Sie ja in Steinhagen. Was bedeuten die Bretter, die die Welt bedeuten, für Sie? 

Lansink: Theater ist der eigentliche Grund gewesen, diesen Beruf zu erlernen. Es ist ein bisschen Heimat für mich. 

 

In Steinhagen sind Sie mit dem Stück »Kunst« der Autorin Yasmina Reza zu sehen. Worin besteht für Sie der Reiz dieser Komödie? 

Lansink: Es geht um ein weißes Bild, das für viel Geld den Besitzer gewechselt hat, aber es ist im Grunde eine Komödie über Freundschaft. Mit Abgründen und Witz.

 

Sind Sie ebenso wie Marc, Yvan und Serge im Stück dicke Freunde mit Heinrich Schafmeister und Luc Feit? Und wenn ja, was zeichnet diese Männerfreundschaft aus? Und was kann Sie als Trio, das zusammen durch die Lande reist, auch an eine Grenze bringen? 

Lansink: Männerfreundschaften zeichnen sich dadurch aus, das sie ohne viel Zutun bestehen bleiben. Und an Grenzen hat uns noch nichts gebracht, außer der Bus, mit dem wir reisen. 

 

Kennen Sie Steinhagen? Und wie sieht Ihr Tag am Dienstag in Steinhagen aus?  

Lansink: Ich kenne Steinhäger. Ich hoffe, der kommt aus Steinhagen. Bin jedenfalls sehr gespannt. 

 

Sie leben heute in Berlin, sind aber in Westfalen geboren und aufgewachsen, bei den Großeltern in Gelsenkirchen, haben in Bochum Theater gespielt. Sie kommen immer wieder zurück nach Münster. Wie hat Westfalen Sie geprägt? Ist Westfalen Ihre Heimat?  

Lansink: Klar bin ich Westfale, man wird das ja nicht los durch einen Ortswechsel. Man kriegt zwar ‘nen Kerl aus Westfalen raus, aber nie Westfalen aus ‘nem Kerl. 

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