So., 13.01.2019

Umweltpreis geht in die erste Runde Eigenes Verhalten hinterfragen

Auch André und Christina Niemeyer überprüfen mit ihren Söhnen Henrik und Jonas ihren ökologischen Fußabdruck.

Auch André und Christina Niemeyer überprüfen mit ihren Söhnen Henrik und Jonas ihren ökologischen Fußabdruck. Foto: Bluhm-Weinhold

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Die erste Runde beim Umweltpreis der Gemeinde Steinhagen ist geschafft. Und sie war unangenehm genug. Denn sie hat die Teilnehmer dazu gezwungen, sich mit den eigenen Gewohnheiten auseinander zu setzen.

26 Gruppen – Familien und Wohngemeinschaften etwa – mit 94 Personen haben sich angemeldet zu der etwas anderen Art von Umweltpreis: kein Wettbewerb diesmal, sondern eine Mitmachaktion, angelehnt an das Buch »Vier fürs Klima«, in dem es um den Selbstversuch einer Familie geht, CO 2 -neutral zu leben.

»Mit dieser Aktion sind wir einzigartig im Kreis Gütersloh«, verkündete Bürgermeister Klaus Besser jetzt bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus. Die Resonanz finden die Umweltmanagerinnen erstaunlich: »Wir hatten nur mit fünf bis zehn Familien gerechnet«, sagt Gabriele Siepen.

Umweltpreis-Aktion findet großes Interesse

Doch die Umweltpreis-Aktion, die unter dem Motto »Nachhaltig leben« läuft, trifft offenbar den Nerv vieler Bürger. Familie Niemeyer etwa »hat sich angesprochen« gefühlt, wie Christina Niemeyer schildert. Die Familie lebt schon umweltbewusst: »Aber wir fragen uns, ob man noch mehr machen kann und ob das alles so richtig ist, was man macht.«

Und Anja und Emanuel Spatharis haben sich vorgenommen, »einen ökologischen Fingerabdruck in positiver Weise zu hinterlassen«, wie der Vater von drei Kindern sagt: »Ich will meinen Kindern eine saubere Erde hinterlassen.« Die Spatharis sind bereits gut im Thema mit Photovoltaik auf dem Dach, Elektroauto vor der Tür und einem BHKW im Keller. »Aber wenn ich den Fragebogen sehe, dann sieht das doch anders aus.«

Nach einem halben Jahr wird Bilanz gezogen

Wie alle Umweltpreis-Teilnehmer stellen sich auch Emanuel und Anja Spatharis der Erhebung des ökologischen Fußabdrucks. Da geht es um das Hinterfragen des eigenen Verhaltens. »Ich schalte nicht benötigtes Licht aus«, heißt eine der Aussagen, die mit »immer, meistens, selten, nie« – ehrlich – zu beantworten sind. Das ist nicht einfach: Die Niemeyers kommen ins Grübeln. Und bei einer anderen Aussage zieht Emanuel Spatharis seine persönliche Grenze. »Ich kaufe Obst und Gemüse dann, wenn es bei uns wächst!« Da steigt der Amshausener aus: »Ich möchte nicht nur die Äpfel aus dem Garten, sondern auch Bananen aus Brasilien essen.«

Jeder Teilnehmer hatte seine Punkte in eine Tabelle einzutragen, und wenn die Aktion am 9. Juli endet, wird der Fragebogen erneut ausgefüllt und Bilanz gezogen: »Dann erkennen wir, ob und wie sich das Verhalten verändert hat«, sagt Gabriele Siepen. Drei Preisträger werden ausgelost.

Bis dahin finden die Teilnehmer bei einer Reihe von Veranstaltungen, Exkursionen und Beratungsangeboten Informationen und Impulse. Einer, der am Auftakt-Abend schon viel gefragt war, war Energieberater Matthias Starke. Teresa und Torben Knoke beispielsweise, sind dabei, ein fast 100 Jahre altes Haus zu renovieren und energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. »Das hat mit Sicherheit noch Potenzial«, so Starke, der Beratungen immer direkt vor Ort macht, um individuell beraten zu können.

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