Do., 14.02.2019

Bürgerkomitee hat die geförderten Hilfsmaßnahmen in Benin besucht Fortschritte bei den Projekten

Foto: Heike Kunter

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Für Heike Kunter, Vorsitzende des Gemeinde-Bürgerkomitees, ist die Reise nach Westafrika wie nach Hause kommen: Gerade war sie, begleitet von Ehemann Harald und neun weiteren Ehrenamtlichen, wieder in Benin unterwegs. Dort unterstützt das Bürgerkomitee eine ganze Reihe von Projekten.

»Wir haben viele Fortschritte gesehen«, zieht Heike Kunter eine positive Bilanz. Exemplarisch seien folgende genannt.

Lese-Lernclub

Erfreulich fällt beispielsweise die Bilanz der Projekte im Norden des Landes, in der Region Boukombé, aus. Jean Touota, ein diplomierter Agrar-Ingenieur, initiiert und betreut dort mit seiner Organisation CERD nachhaltige Maßnahmen. Dabei geht es nicht nur um Schulbildung, sondern auch um eine Vernetzung von Wissen mittels der »Erzähl- und Leseclubs«. Diese entstehen mehr und mehr an den Schulen der Region. Sie vermitteln über Märchen Traditionen und Werte. Sie schaffen über die an die Schulen angegliederten »Jardins sacrés«, die heiligen Gärten, Umweltbewusstsein: Die Gärten sind Renaturierungsprojekte, durch die auf abgeflämmten Flächen wieder Leben entsteht. »Die Kinder lernen, wie sich die Natur zum Positiven entwickelt. Das geben sie an die Eltern weiter, so dass sich Gespräche entwickeln, neue Fragen auftauchen, die bei Infoabenden weitergeführt werden«, sagt das zuständige Bürgerkomitee-Mitglied Angela Heck.

Auch heikle Themen sprachen die Besucher an: Im rückständigen Norden sind Beschneidung und Zwangsehe noch allzu verbreitet. Angela Heck: »Wir sind vom Projektleiter ausdrücklich aufgefordert worden, das anzusprechen.«

Schulbauten

In der zweiten Reisewoche bekam die zunächst sechsköpfige Gruppe durch André Quakernack und seinen Freundeskreis Verstärkung. Der Haller Unternehmer hat mit Mitstreitern über das Bürgerkomitee und den Germanistikprofessor Mensah Tokponto als Koordinator vor Ort bereits die zweite Schule in Benin gebaut: Nun eröffnete er das neue Gebäude in Dovota. Derweil hat das Bürgerkomitee einen weiteren Schulbau im kleinen Dorf Dekanme angekündigt. »Bildung, Bildung, Bildung: Unser Weg ist der richtige zu einer nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung in Afrika«, sagt Harald Kunter, jüngst bestätigt durch einen Bericht im »Spiegel«.

Krankenhaus und Bienenzucht

Doch Ernährung, Aufklärung und Gesundheit spielen im Förderprogramm des Bürgerkomitees eine große Rolle, und so könnte auch ein von zwei Franziskanerinnen, der Deutschen Andrea Höltervennhoff und der Ärztin Dr. Solange Houinato, wieder aufgebautes Krankenhaus in der Lagunenstadt im Nokoué-See, einer unterentwickelten Region nahe der Hauptstadt Cotonou, in Zukunft Förderung erfahren.

Gleiches gilt für die Bienenzucht – Entwicklungshilfe für Bauern im Norden. Sie hat Tradition in dem Land, das viel mit Honig süßt. Angedacht sind Pilotprojekte in sieben Bezirken.

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