Do., 21.03.2019

Gemeinde Steinhagen kann unverhofft zwei Hektar Fläche bald nutzen Einstieg ins Gewerbegebiet Detert

Auf der Fläche zwischen der Hofstelle Detert (rechts) und der Bahnhofstraße/Liebigstraße (links) bis etwa zur Baumreihe liegen die zwei verfügbaren Hektar.

Auf der Fläche zwischen der Hofstelle Detert (rechts) und der Bahnhofstraße/Liebigstraße (links) bis etwa zur Baumreihe liegen die zwei verfügbaren Hektar. Foto: Ulrich Fälker

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Das Areal, auf dem einmal das etwa 24 Hektar große Gewerbegebiet Detert entstehen soll, ist bisher landwirtschaftliche Fläche. So hieß es immer – doch das ist falsch: Ein zwei Hektar großer Zipfel des Gebiets ist im Regionalplan der Bezirksregierung bereits als Gewerbegebiet ausgewiesen. Und der soll nun schnellstmöglich für eine Rettungswache sowie für Gewerbe nutzbar gemacht werden.

Am Donnerstag, 21. März, berät der Bauausschuss (Beginn 17.30 Uhr im Rathaus) über die Fläche, für die im Parallelverfahren nun Flächennutzungsplan und Bebauungsplan überarbeitet werden sollen, wenn denn am 27. März auch der Rat Ja sagt. »Etwa anderthalb Jahre wird es aber dauern«, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Godejohann jetzt bei einem Ortstermin für ihre Fraktion. Doch das ist immer noch schneller als der neue Regionalplan, an dem die Umwandlung des Rests der landwirtschaftlichen Detert-Flächen in ein Gewerbegebiet hängt.

Hier könnte auch die neue Rettungswache entstehen

Auf der Suche nach einem Standort für die zukünftige Rettungswache in Steinhagen war die Verwaltung unverhofft auf den Widerspruch zwischen den eigenen Akten und denen der Bezirksregierung gestoßen, der aus einer alten Diskussion um den Straßenverlauf der Liebigstraße herrührt. Seit 2016 gehört das Land, wo sich die Spedition Wahl & Co. ansiedeln wollte, der Gemeinde. Eine Machbarkeitsstudie des Büros Zero Emission sowie die Planungswerkstatt mit Politikern und einigen Bürgern hat es bereits gegeben : »Wir haben schon gut vorgearbeitet«, sagte Sabine Godejohann.

Auf dem Eckgrundstück Bahnhofstraße/Liebigstraße kann sich die SPD gut die Rettungswache vorstellen: »Von dort aus ist man schnell im Ort, aber auch in anderen Wohngebieten Steinhagens und schnell auf der Autobahn«, sagt Hildegard Fuest, Sprecherin der SPD im Bauausschuss. Doch nur etwa zehn Prozent der Fläche, so Ratsmitglied Roland Albersmann, werden für die Rettungswache benötigt. Auf dem Rest könnten schon Firmen angesiedelt werden. »Das ist unser Einstieg ins Gewerbegebiet Detert«, sagte Sabine Godejohann.

Rot-Grün will Klima-Kriterien für das Gebiet schon jetzt festlegen

Die Aufstellung des neuen Regionalplans dauert noch bis mindestens 2021. Und auch erst dann ist klar, ob Detert nicht auch interkommunales Gewerbegebiet werden muss. Nach Meinung der SPD soll aber schon auf den ersten zwei Hektar das umgesetzt werden, was Rot-Grün für das gesamte Gebiet vorschwebt: Nachhaltigkeit. Und bereits jetzt sollen entsprechende Klima-Kriterien für das Gebiet festgelegt werden.

Die Grünen werden dazu im Bauausschuss einen Antrag stellen, dass die Aufstellung des Bebauungsplans nach den Vorgaben der Machbarkeitsstudie erfolgt und das Büro Zero Emission zwingend einzubeziehen ist.

CDU will abwarten, ob Rest nicht interkommunal entwickelt werden müsse

Bauausschussvorsitzender Herbert Mikoteit (CDU) hält das für »übertrieben und überreguliert«, denn die Machbarkeitsstudie liege schließlich für die weitere Planung im Rathaus vor. Es sei zudem verfrüht, jetzt schon Kriterien festzulegen, wenn man noch nicht einmal wisse, ob der Rest nicht interkommunal entwickelt werden müsse. Die Ökologie sei das eine, aber man müsse auch an das Ökonomische denken. Firmen müssten sich Bauen in dem Gebiet auch leisten können, so Mikoteit.

Kommentar von Annemarie Bluhm-Weinhold

Gewissermaßen durch die Hintertür, durch eine nicht vollzogene Änderung in den Akten, bekommt Steinhagen nun doch eher Zugriff auf Gewerbeflächen im Gebiet Detert. Dieser Zufallsfund bietet der Gemeinde eine große Chance, die sie ergreifen will und sollte. Zwei Hektar, minus des Grundstücks für die Rettungswache, sind besser als die null Quadratmeter, die die Gemeinde derzeit an Gewerbeflächen hat. Also schnell planen und umsetzen – wer weiß schon, ob der Rest nicht interkommunal wird – und dabei nicht über zu hoch gehängte Klimaziele oder zu hohe Ansprüche an die Planung stolpern. Das wäre kontraproduktiv.

So wichtig Vorgaben an klimafreundliches Bauen gerade im Gewerbebereich sind, so gilt es auch, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen.

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