Manager bleiben bei Auskünfte schuldig – Steinhagener Betriebsrat schaltet Wirtschaftsprüfer ein
Schaeffler-Mitarbeiter wollen Antworten

Steinhagen (WB). Um den Wegfall von 200 Arbeitsplätzen – von insgesamt 420 – geht es, wie berichtet (WB vom 22. März), im Steinhagener Schaeffler-Werk. Entsprechend gedrückt war die Stimmung bei der jüngsten Betriebsversammlung am vergangenen Montag, wie Betriebsratsvorsitzender Jörg Schütze auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES sagte.

Freitag, 10.05.2019, 07:30 Uhr
Die Automotive-Sparte steht im Steinhagener Schaeffler-Werk auf der Kippe. Bei der Betriebsversammlung wurde die Forderung nach deren Erhalt bekräftigt. Foto: Volker Hagemann
Die Automotive-Sparte steht im Steinhagener Schaeffler-Werk auf der Kippe. Bei der Betriebsversammlung wurde die Forderung nach deren Erhalt bekräftigt. Foto: Volker Hagemann

Etwa 300 Mitarbeiter haben an der Versammlung teilgenommen. 200 von ihnen hatte die Gewerkschaft, wie Ute Herkströter, Geschäftsführerin der IG Metall Bielefeld, dem WB sagte, mit roten Westen ausgestattet: »Wir wollten damit deutlich machen, wie viele Menschen das sind, die ihre Arbeitsplätze verlieren könnten«, sagte sie.

Manager reisen aus Herzogenaurach an

Im Vorfeld der Betriebsversammlung war über den Betriebsrat ein Fragenkatalog erarbeitet worden, der von den vom Stammsitz in Herzogenaurach angereisten Managern beantwortet werden sollte. Indes: »Unsere Fragen sind leider nicht beantwortet worden«, sagte Jörg Schütze. Deshalb hat der Betriebsrat einen Wirtschaftsprüfer eingeschaltet.

»Und die Kollegen sind aus der Versammlung mit dem Wissen gegangen, dass sie soweit informiert sind, wie es der Betriebsrat auch ist«, so Schütze. Die Forderungen sind klar. Die Schiebemuffen sollen auch weiterhin in Steinhagen hergestellt werden. Dieses Fahrzeugteil wird zwar weiter gebraucht, soll, weil man wohl nicht mehr die Kapazitäten braucht, aber aus wirtschaftlichen Gründen an einem anderen Schaeffler-Standort gefertigt werden. »Wir wollen die Schiebemuffen behalten. Dass wir sie bauen können, haben wir über Jahre bewiesen«, so Schütze. Falls das nicht möglich ist, so fordert der Betriebsrat, ein anderes Produkt an den Standort Steinhagen zu holen, um in der bisherigen Größe weitermachen zu können, wie Schütze sagte.

Betriebsversammlung ist am Montag nur unterbrochen worden

Die Betriebsversammlung ist am Montag nur unterbrochen worden. Denn so kann sie jederzeit weitergeführt werden.

Neben der Unterstützung durch die IG Metall erfahren die Schaeffler-Mitarbeiter auch Zuspruch und Hilfe von Bürgermeister Klaus Besser. Im Vorfeld der Betriebsversammlung hat er mit Betriebsrats- und Gewerkschaftsvertretern gesprochen und im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Unterstützung zugesagt. »Ziel ist, mal ein Vorstandsmitglied nach Steinhagen zu holen. Dafür will ich mich mit einsetzen«, sagte er.

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