Do., 13.06.2019

Planung am Steinhagener Kirchplatz beginnt mit öffentlichem Ideen-Workshop Schlichte-Höfe und mehr

Das Areal mit den Häusern Vogt und Brinkmann sowie der Bebauung dahinter – bis zum Bereich des Schlichte-Carrees (rote Dächer) – soll in den kommenden Jahren überplant werden. Vorher, 2020, wird schon der Kirchplatz saniert.

Das Areal mit den Häusern Vogt und Brinkmann sowie der Bebauung dahinter – bis zum Bereich des Schlichte-Carrees (rote Dächer) – soll in den kommenden Jahren überplant werden. Vorher, 2020, wird schon der Kirchplatz saniert. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Die Schlichte-Höfe – eine viel gelobte Idee, vor Jahren im Zuge der Ortskernneugestaltung grob umrissen. Sie könnten Wirklichkeit werden, denn noch in diesem Jahr soll der Prozess der Stadtentwicklung am Fivizzano- und Kirchplatz beginnen.

Wie könnte es dort einst aussehen, wo heute noch die Häuser Brinkmann (sprich: M&M-Kaufhaus) und Vogt (Spielothek) stehen sowie im weiteren Bereich bis zur Woerdener Straße und bis zu den Gebäuden des Schlichte-Carrees? Die Gemeinde und die Firma Perus als Grund- und Immobilieneigentümer wollen Fachbüros mit der Planung beauftragen – aber nicht, ohne auch die Politik, interessierte Bürger und Anlieger zu Wort kommen zu lassen. Sie sollen bei einem Offenen Ideen-Workshop den Planern Grundlagen und Vorstellungen an die Hand geben. Dieser Workshop wird nach Auskunft von Bürgermeister Klaus Besser in der zweiten Jahreshälfte 2019 sein.

Idee des Kulturraums Kirchplatz

Aus städtebaulicher Sicht versuche er, den Ortskern neu zu denken, sagt Perus-Geschäftsführer Horst Neugebauer. Ideen und Vorstellungen, was werden könnte, hat er bereits einige. Und die Schlichte-Höfe sind nur ein Teil davon. »Frage ist doch immer, was Steinhagen braucht.« Und da zeichnet sich etwa ein kultureller Aspekt ab mit der VHS, die ohnehin schon am Kirchplatz beheimatet ist, mit der Kirchengemeinde, die einen Raum in Kirchnähe braucht, und mit der Musikschule, die, wie jüngst im Schulausschuss von Leiterin Miriam Köpke vorgetragen (WB vom 4. Juni), gerne eigene Unterrichtsräume hätte. Die Bemühungen der Gemeinde um öffentliche Fördergelder für den so genannten Dritten Ort sind zunächst ins Leere gelaufen. Doch die Idee des Kulturraums Kirchplatz bleibt.

Horst Neugebauer schwebt ein »Boardinghouse« vor

Darüber hinaus schwebt Horst Neugebauer ein »Boardinghouse« vor – Wohnen auf Zeit, aber nicht im Hotel, sondern in einer voll ausgestatteten Wohnung. Er weiß, dass der Bedarf an derartigen Unterbringungsformen nicht nur bei Geschäftsreisenden, sondern etwa auch für private Wochen­end-Besuche etwa zu Familienfeiern steigt. Vielfalt ist für Horst Neugebauer der Schlüssel zu einem belebten Ortskern: »Nur Wohnraum wie in Trabantenstädten funktioniert genauso wenig wie ausschließlich Büroraum.«

Und dabei spielen die Schlichte-Höfe eine Rolle. Denn das Areal zwischen Kirchplatz und den Gebäuden an der Woerdener Straße kann nicht mit einem einzigen großen Gebäudekomplex aufgefüllt werden. So denkt er an Bebauung rund um einen Begegnungsraum, einen Park möglicherweise, hinter dem dem Kirchplatz zugewandten »Boardinghouse«. Dort wäre Raum für Musikschule und Co., aber auch für Angebote für ältere Menschen, um Miteinander zu schaffen, Einsamkeit aufzulösen. »Wir planen für die nächsten 100 Jahre«, so Neugebauer. Dementsprechend langfristig ist die städtebauliche Entwicklung angelegt: fünf bis sechs Jahre bis zum Bebauungsplan und der Baugenehmigung.

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