Sa., 13.07.2019

Flüchtlingsberater Wolfgang Langner erweitert sein Angebot in Steinhagen Kampf gegen die Schulden

Karin Kleinert, Wolfgang Langner und Andrea Nawrocki (v.li.) beraten im Familienzentrum. Rechts die Mitarbeiter Elisabeth Zsiska und Rainer Hartwig-Clasmeier.

Karin Kleinert, Wolfgang Langner und Andrea Nawrocki (v.li.) beraten im Familienzentrum. Rechts die Mitarbeiter Elisabeth Zsiska und Rainer Hartwig-Clasmeier. Foto: Volker Hagemann

Von Volker Hagemann

Steinhagen (WB). Menschen in Notlagen zu unterstützen, das gehört ohnehin zu Wolfgang Langners Aufgaben: In Diensten der Diakonie betreut der Flüchtlingsberater in Steinhagen zahlreiche geflüchtete Menschen, unterstützt sie bei Behördengängen, bei der Arbeitssuche, oder um Sprachbarrieren zu überwinden. Jetzt übernimmt Langner ein weiteres Aufgabenfeld: Mit neun Stunden pro Woche arbeitet er zusätzlich als Schuldnerberater in Steinhagen.

Er übernimmt damit zum Teil die Nachfolge von Artur Gerber, der in den Ruhestand gegangen ist. Ebenfalls in der Schuldnerberatung sind seine Kolleginnen Karin Kleinert und Susanne Buchner aktiv.

Montags Sprechstunden in Steinhagen

Montags von 14 bis 16 Uhr bietet Wolfgang Langner Sprechstunden der Schuldnerberatung im Steinhagener Familienzentrum an; dafür ist eine telefonische Anmeldung erforderlich: dienstags zwischen 9 und 10.30 Uhr unter 0 52 01/1 84 88.

Der Bedarf für die Beratungen ist nach wie vor groß: »Etwa 300 Neufälle an Überschuldung gibt es allein im Altkreis Halle jedes Jahr«, berichtet Karin Kleinert. »Diese Zahl steigt zwar derzeit nicht, aber die Fälle werden umfassender, dauern länger.« Und das seien keinesfalls immer Menschen, die sich durch Handy- oder Internetkäufe in die Miesen stürzten, betont Wolfgang Langner. »Hauptursachen sind vielmehr plötzliche Arbeitslosigkeit, Trennung oder Scheidung, eine gescheiterte Selbstständigkeit oder längere Krankheit. Und oft kommen mehrere Ursachen zusammen«, so Langner. »Das Problem betrifft alle Gesellschaftsschichten.«

Nur zehn Prozent der von Überschuldung Betroffenen kommen in die Beratung

Indes: Nur zehn Prozent der von Überschuldung Betroffenen kommen überhaupt in die Beratung. »Denn die Hemmschwelle ist hoch – leider. Dabei könnten wir oft helfen«, macht der Schuldnerberater klar. Ganz wichtig: »Es muss der eigene Wille da sein, um Dinge zu ändern, um aus der Schuldenfalle heraus zu kommen. Das ist ein Prozess, der meist Jahre dauert. Wir prüfen dann mit dem Betroffenen unter anderem, was an Einkommen und Verbindlichkeiten da ist, verhandeln mit Banken und anderen Gläubigern«, erklärt Wolfgang Langner. Die Steinhagener Betroffenen, die die Schuldnerberatung nutzen, sind durchschnittlich 45 Jahre alt, 53 Prozent davon sind Männer. Die Beratung erfolgt kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht.

In der Flüchtlingsberatung wird Wolfgang Langner nun von Andrea Nawrocki und weiterhin von Katharina Hermjohannes unterstützt.

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