Nach Hitze und Trockenheit können die Steinhagener Imker erst jetzt ernten – mit Video
Gespannt auf den ersten Honig

Steinhagen (WB). Lange Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit – das bekommen auch die Imker zu spüren. Erst jetzt können Volker Schräder, Benjamin Andrzejewski und ihre Mitstreiter vom Imkerverein Steinhagen den ersten Honig des Jahres ernten. Eher ungewöhnlich, sagt Schräder.

Mittwoch, 24.07.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 24.07.2019, 10:52 Uhr
Die Steinhagener Hobbyimker Volker Schräder (links) und Benjamin Andrzejewski kümmern sich um ihre derzeit 24 Bienenvölker. Foto: Volker Hagemann
Die Steinhagener Hobbyimker Volker Schräder (links) und Benjamin Andrzejewski kümmern sich um ihre derzeit 24 Bienenvölker. Foto: Volker Hagemann

Für die Honigbienen selbst sei die Hitze gar nicht mal das Problem: »Sie passen sich an fast alle Temperaturen an. Momentan fliegen sie vermehrt Wasser in den Bienenstock und sorgen durch Fächeln mit den Flügeln für die richtige Temperatur«, weiß Volker Schräder.

Raps war dieses Jahr früh schon wieder verblüht

»Aber das Wetter wirkt sich dieses Jahr deutlich auf die Nektar spendenden Blühpflanzen – die so genannte Tracht – aus. Es war sehr früh schon mild, viele Pflanzen blühten im zeitigen Frühjahr fast gleichzeitig. Und weil die Bienen früh zu brüten begannen, die Völker schnell wuchsen, verbrauchten sie den Großteil an Nektar selbst«, berichtet Schräder, der derzeit acht Bienenvölker besitzt. »Dann folgte auch schon die erste Trockenperiode, und die Blüten gaben kaum noch Nektar. Der Raps beispielsweise war früh schon wieder verblüht.«

So konnten Schräder und Andrzejewski mangels Blütennektar nicht wie sonst Frühjahrshonig ernten. »Als wir zwischendurch dachten, es sei so weit, trugen die Bienen schon neuen Nektar der dann blühenden Linden ein, so dass der Honig auf einmal zu feucht zum Ernten war«, erklärt Benjamin Andrzejewski, der 16 Völker versorgt, die Widrigkeiten.

Diese Woche also endlich das erste Schleudern der Saison. Volker Schräder ist optimistisch, dass es nun klappt: »Wenn der von den Bienen eingelagerte Honig reif ist, versiegeln sie ihn mit Wachsdeckelchen in den Zellen, um ihn haltbar zu machen. Für uns das Zeichen, dass wir ernten und die Waben schleudern können«, erklärt er.

Den Bienen genug Honig übrig lassen

Als Hobbyimker achte er aber nicht in erster Linie auf den Ertrag: »Klar freuen wir uns über eigenen Honig aus den Blüten der Umgebung, sind gespannt, wie er schmeckt. Aber wir lassen den Bienen viel übrig, damit sie über Winter nicht ausschließlich von unserem Zuckerwasser als Futter leben müssen.« Die beiden Hobbyimker schätzen, dass sie pro Volk 15 Kilogramm Honig ernten werden, 30 Gläser à 500 Gramm. Ein regionales Naturprodukt, das keinerlei Zusätze enthalten darf, wenn Honig auf dem Etikett steht.

Die Hobbyimkerei erfreut sich wachsender Beliebtheit: Der Imkerverein Steinhagen wuchs allein in der ersten Hälfte dieses Jahres um sieben auf 29 Mitglieder. Wer sich ebenfalls für die Bienenhaltung interessiert: Im Frühjahr 2020 beginnt ein neuer Kursus, den Volker Schräder für die VHS Ravensberg leiten wird. Weitere Informationen und Anmeldung: www.vhs-ravensberg.de.

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