Do., 15.08.2019

Matthias-Claudius-Haus wird bis 2023 saniert – Schaffung weiterer Pflegeangebote Großbaustelle Altenheim

Der Bagger hat schon am ehemaligen Therapiebad gekratzt. In den kommenden Wochen wird der Gebäudeteil, der noch direkt an den Treffpunkt angeschlossen ist, vollständig entfernt. Eine Streuobstwiese soll dort angelegt werden.

Der Bagger hat schon am ehemaligen Therapiebad gekratzt. In den kommenden Wochen wird der Gebäudeteil, der noch direkt an den Treffpunkt angeschlossen ist, vollständig entfernt. Eine Streuobstwiese soll dort angelegt werden. Foto: Bluhm-Weinhold

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Das Steinhagener Matthias-Claudius-haus ist in die Jahre gekommen. Bis 2023 wird das 41 Jahre alte Gebäude aufwändig saniert. Und dabei zeigt sich: Es ist doch erstaunlich modern. Denn seine Konzeption lässt die Entwicklung weiterer Pflegebereiche und eine noch stärkere Verankerung im Quartier zu. Da können neuere Einrichtungen nicht mithalten.

Doch vor dem Bau steht erst einmal ein (Teil-)Abriss. Der ehemalige Bäderbereich wird weichen. Eine Streuobstwiese soll dort angelegt werden. Seit Anfang dieser Woche steht der Bagger vor der Tür. Stück für Stück wird der Gebäudeteil auseinandergenommen. Der benachbarte Treffpunkt hat darunter schon etwas gelitten: Durch die Trennung der beiden Gebäudeteile ist über das Flachdach Regen eingedrungen.

Aber auch das Treffpunkt-Dach wird neu gemacht. Insgesamt umfasst das mehr als fünf Millionen Euro teure Sanierungsvorhaben drei Bauabschnitte. Der erste ist der Abriss. Im zweiten zieht die Verwaltung ans nordwestliche Ende des Hauptgebäudes, um direkt am Haupteingang Platz zu machen für eine Tagespflege. Die Zimmer, die sich darüber befinden, werden renoviert. Im dritten Bauabschnitt werden die weiteren Zimmer modernisiert, angefangen am Gebäudeteil, das dem Waldbad am nächsten ist.

Bewohner müssen zusammenrücken

Altenheimleiterin Sabine Weitzel kündigt an, dass gleichzeitig immer mindestens neun Zimmer von Bauarbeiten betroffen sein werden – sprich: Neun Bewohner werden vorübergehend umquartiert werden müssen. Das Matthias-Claudius-Haus erfüllt aktuell bereits die vorgeschriebene Einzelzimmerquote. »Wir haben von 115 auf 100 Betten reduziert. Während der Bauarbeiten dürfen wir die Einzelzimmerquote auch unterschreiten«, sagt sie.

Zudem wird das Matthias-Claudius-Haus »zeitgemäß gestaltet und weiterentwickelt in Richtung Quartierskonzept«, wie Sabine Weitzel sagt. In Zukunft wird das MCH mit einem Komplettprogramm für die Gemeinde präsent sein: Vollzeitpflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege, ambulanter Dienst und Tagepflege. Und im Treffpunkt begegnen sich ohnehin schon Bewohner des Altenheims und Bürger aus der Gemeinde. Mit dem auf weitere niedrigschwellige Betreuungsangebote ausgerichteten Konzept intensiviert das Haus seinen Ursprungsgedanken: In die Gemeinde eingebettete Altenarbeit hatten sich die Gründerväter 1978 gewünscht.

Selbsthilfe im Quartier

»Eigentlich wäre es günstiger gewesen, das Haus abzureißen und neu zu bauen. Aber dann hätten wir das Quartierskonzept nicht umsetzen können«, so Sabine Weitzel. Denn die heutigen Einrichtungen sind räumlich knapper bemessen und baulich anders strukturiert. Das Claudius-Haus bietet zudem auch weiterhin großzügige Zimmer von bis zu 30 Quadratmetern Fläche. »Unser Augenmerk wird auf der Selbsthilfe im Quartier liegen. Die Menschen sollen so lange wie möglich zu Hause bleiben«, so Weitzel.

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