Mi., 04.09.2019

100 Interessierte verfolgen in Steinhagen den Vortrag von Dipl.-Ing. Jörn Gutbier 5 G: Experte warnt vor Folgen

Auf Einladung von Annette Lechthoff (Verein zur Förderung der Lebensqualität) informiert Diplom-Ingenieur Jörn Gutbier (hier mit einem Messgerät) im Steinhagener Rathaus über die Gefahren von Mobilfunkstrahlung.

Auf Einladung von Annette Lechthoff (Verein zur Förderung der Lebensqualität) informiert Diplom-Ingenieur Jörn Gutbier (hier mit einem Messgerät) im Steinhagener Rathaus über die Gefahren von Mobilfunkstrahlung. Foto: Malte Krammenschneider

Von Malte Krammenschneider

Steinhagen (WB). Es sind teils völlig neue, besorgniserregende Informationen, die Jörn Gutbier jetzt zum Thema Mobilfunk-Ausbau mitbrachte. Etwa 100 Besucher lauschten dem Vortrag des Diplom-Ingenieurs unter dem Titel »5G und seine Auswirkungen – Verantwortlicher Umgang mit Mobilfunk«.

Der Vorsitzende der Verbraucherschutz-Organisation »diagnose:funk« dürfte damit so manchen Zuhörer zum Nachdenken gebracht haben.

Wichtig ist, die Technik vor allem sinnvoll zu nutzen

»Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass es sich um eine kontroverse Debatte zu einem komplexen Thema handelt. Es wird oft gesagt, der Ausbau der Mobilfunktechnik sei unproblematisch. Ich möchte ihnen heute mal die kritische Seite zeigen – ohne zu sagen »Schmeißen Sie Ihr Handy weg«, sagte Jörn Gutbier, laut dem es vielmehr darauf ankommt, die Technik richtig und sinnvoll zu nutzen.

Wie der Fachmann erläuterte, würden inzwischen 50 Prozent der Internetnutzer mit ihrem Smartphone surfen, was es für die Industrie so attraktiv mache, den Ausbau eines immer leistungsfähigeren Netzes voranzutreiben. Zudem fungiere die Wirtschaft als treibender Faktor im Hintergrund, denn Entwicklungen wie das Autonome Fahren benötigen das leistungsstarke 5G-Netz. Ein Netz, das kürzlich für 6,5 Milliarden Euro vom Bund versteigert wurde und einen massiven Ausbau benötigt.

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Für flächendeckendes 5 G müsste es zehnmal so viele Sendemasten geben.

Dipl.-Ing. Jörn Gutbier

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»Für flächendeckendes 5 G müsste es zehnmal so viele Sendemasten geben«, erklärte Gutbier, der darauf hinwies, dass jeder Bau einer Sendeanlage allerdings der Zustimmung der jeweiligen Gemeinde bedarf. »Hier werden inzwischen aber auch schon kreative Wege gefunden, um das ›Problem‹ aus der Welt zu schaffen«, erklärte Gutbier.

Mit anschaulichen Zitaten und Grafiken verdeutlichte der Referent im Anschluss die Gefahren von elektromagnetischer Strahlung. »Auch wenn Mobilfunkstrahlung nicht-ionisierend ist, also nicht die Energie transportiert, die direkt etwas kaputt macht, kommt es zu einer indirekten Schädigung durch die Störung von Zellprozessen. Es geht um potentielle Krebserregung und die Schädigung von Erbgut«, sagte Gutbier, der beispielsweise empfiehlt, Smartphones nicht in der Hosentasche zu tragen (um die Bestrahlung von Hoden und Eierstöcken geringer zu halten) und sie beim Telefonieren möglichst nicht an den Kopf zu halten. Ein strahlungsarmes Headset sei eine Alternative, man sollte den Datennetzmodus öfter deaktivieren und das Handy nachts immer ausschalten.

Langzeitwirkungen sind nicht erforscht

Gebiete mit schlechtem oder gar keinem Empfang, die immer seltener werden, können somit nun mit ganz anderen Augen betrachtet werden. Sie sind, wenn es nach Jörn Gutbier geht, echte Oasen und Ruhezonen, die eine Erholung vom Elektrosmog ermöglichen. Einer scheinbar unbekannten Gefahr, deren Langzeitwirkungen noch nicht final erforscht sind und zukünftig bestimmt noch heiß diskutiert werden. Nach diesem Vortrag umso mehr.

Kommentare

Interessenkonflikt Baubiologe Jörn Gutbier

Völlig außer acht gelassen wird hier der Interessenkonflikt, der bei Herrn Gutbier vorliegt. Er ist Baubiologe und diese profitieren von der Angst vor Funkwellen. Schon diffuse Ängste vor Funkwellen können Menschen in eine ausweglose Notlage führen aus der sie alleine nur sehr schwer wieder heraus kommen. Die Bezeichnung Baubiologe ist kein geschützter Titel. Dieser ist käuflich zu erwerben, vorausgesetzt man ist Volljährig und hat mindestens einen Hauptschulabschluss.

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