Sa., 14.09.2019

Bebauung Finkenstraße: Einwendungsfrist läuft – Auswertung am 21. November Abspecken oder neu ausrichten?

Der durch die Kamera etwas begradigte Blick auf sechs der zehn Vier-Familienhäuser der KWG an der Finkenstraße. Sie weichen größeren Häusern.

Der durch die Kamera etwas begradigte Blick auf sechs der zehn Vier-Familienhäuser der KWG an der Finkenstraße. Sie weichen größeren Häusern. Foto: Bluhm-Weinhold

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen  (WB). Die Baupläne der KWG für die Finkenstraße in Amshausen – sie sind das Diskussionsthema derzeit. Das Verfahren läuft, jeder kann Bedenken und Anregungen äußern. Nichts ist entschieden, aber die Kritik nach wie vor massiv wie zuletzt beim Aktionsbündnis Amshausen.

Deshalb hat das WESTFALEN-BLATT im Bauamt und bei den Fraktionen nachgefragt: Wie geht es in Amshausen weiter und wie kann ein Ausgleich erreicht werden? Die Ergebnisse der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung werden erst am 21. November im Bauausschuss erörtert.

Grundsätzlich heißt es von Bauamtsleiter Stephan Walter: »Die Politik hat sich klar geäußert, den Bau bezahlbaren Wohnraums fördern zu wollen.« Und er betont, dass sozialer Wohnungsbau durch die Erhöhung der Mietstufe in Steinhagen und die Förderung durch die Gemeinde für Investoren jetzt interessanter sei. Beispiel: im Baugebiet Amshausen-Süd durch Twelmeier. »Wir haben als Verwaltung den Atem, Investoren zu finden«, sagt er auch mit Blick auf Amshausen-Nord, die Flächen in Brockhagen und die Swinemünder Straße.

Doch zurück zur Finkenstraße. Zwei häufig geäußerte Kritikpunkt benennt der Amtsleiter: die massive Bauweise mit 60 Wohneinheiten und die Zahl der Stellplätze. »Die KWG prüft, inwieweit man da entgegenkommen kann.«

CDU schlägt neue Ausrichtung der Häuser vor

Beide Punkte spricht auch die CDU in ihrer Einwendung an. Mit dem Vorschlag eines Flächentauschs, der vom Aktionsbündnis Amshausen zwar begrüßt worden war, scheiterte die CDU im Rat: »Nur so hätte es einen vollen Ausgleich aller Interessen geben können. Jetzt setzen wir auf die Einwendungen«, sagte Bauausschuss-Sprecherin Dr. Mechthild Frentrup. Sie schlägt vor, die Gebäude giebelständig Richtung Amshausener Straße zu drehen und anderthalb Parkplätze pro Wohnung auf den Grundstücken, nicht auf öffentlichen Flächen zu schaffen.

Sabine Godejohann, Fraktionschefin der SPD, will den weiteren Verlauf des Planungsprozesses erst abwarten. »Das Verfahren ist transparent, alle können sich einbringen.« So fordert die SPD mehr Parkplätze im öffentlichen Raum. Sie betont: »Man ist bemüht aufeinander zuzugehen.«

Die Grünen wollen auch Reduzierung der Bauhöhen prüfen

Die Grünen fänden die vorgeschlagene Bebauung im Grunde in Ordnung, sagt Sprecher Detlef Gohr. Mit Blick auf das Abspecken der Bauhöhen an der Swinemünder Straße regt er an: »Kann das auch ein Modell für die Finkenstraße sein?« Das sei zu prüfen. Bei den Parkplätzen wollen die Grünen nicht über gesetzliche Standards gehen, erst recht keine öffentlichen Flächen beanspruchen. »Die Aufgabe ist doch, diese Verkehre überflüssig zu machen.«

Silke Wehmeier (FDP) betont, dass man alle Interessen berücksichtigen müsse, nicht nur die der Anwohner im Umfeld. Mehr noch: »Wir müssen das Wohl der gesamten Gemeinde betrachten«, sagt sie. »Wir fordern sozialen Wohnungsbau, aber keiner will ihn vor der Tür haben. Das kann auch nicht sein.« Den Flächentausch abgelehnt habe die FDP, weil damit auf Bauplätze für Mehrfamilienhäuser an der Finkenstraße verzichtet worden wäre.

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