Sa., 14.09.2019

Baugebiete in Brockhagen und an der Swinemünder Straße sollen in die Planoffenlegung gehen Klares Bekenntnis zu Mietwohnungsbau

Der Knotenpunkt Kölkebecker/Sandforther Straße – wie hier die Anbindung des Baugebiets erfolgt, ist noch Diskussionspunkt.

Der Knotenpunkt Kölkebecker/Sandforther Straße – wie hier die Anbindung des Baugebiets erfolgt, ist noch Diskussionspunkt. Foto: Bluhm-Weinhold

Steinhagen  (WB/anb). Wieviel Mietwohnungsbau braucht die Gemeinde? Und wie fügen sich Mehrfamilienhäuser in die vorhandene Bebauung ein? Zwei Fragen, die nicht nur für die Baupläne in Amshausen Diskussionspunkte sind. Sie beschäftigten die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstag auch bei zwei weiteren Bebauungsplanverfahren.

Mit einer Gegenstimme von Gerhard Goldbecker (CDU) wurde nach der Erörterung der Einwendungen im frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligungsverfahren das zukünftige Baugebiet an der Riegestraße in Brockhagen für den nächsten Verfahrensschritt (Offenlage der Pläne) empfohlen. Einstimmig war das Votum für die Erweiterung an der Swinemünder Straße.

Alle Fraktionen wollen mehr Mietwohnungsbau

Für Brockhagen empfahl die Gemeindeverwaltung diejenige Planvariante, die lediglich ein Mehrfamilienhaus vorsieht. Begründung: In Brockhagen bestehe anders als in Steinhagen und Amshausen kaum Bedarf für sozialen Wohnungsbau, was nicht zuletzt mit der Verkehrsanbindung zu tun habe.

Das sehen alle Fraktionen anders und sprechen sich für drei Mehrfamilienhäuser aus: »Es geht darum, platzsparend und preisgünstig zu bauen«, so Hartmut Düfelsiek (Grüne). »Wir können nicht sagen: Die Anbindung ist schlecht, der Standort für Mietwohnungsbau ungeeignet. Können wir die Mehrfamilienhausfrage nicht offen lassen und erst in der weiteren Planung je nach Investoren entscheiden?«, sagte Dr. Mechthild Frentrup (CDU). »Die Wohnungsnot ist groß, hier haben wir die Chance, bezahlbaren Wohnraum auch für Familien zu schaffen«, sagte Hildegard Fuest (SPD). Es gehe auch um die Stärkung des Ortsteils Brockhagen.

Bauhöhenreduzierung an der Swinemünder Straße

Auch an der Swinemünder Straße sollen auf einer Fläche im Anschluss an die bestehende Bebauung Mehrfamilienhäuser entstehen. Der bisherige Bebauungsplan erlaubt das bereits. Doch dagegen erhob sich in der Nachbarschaft Widerspruch – vor allem wegen der Gebäudehöhen, die im Altplan nicht geregelt waren, aber bis zur Dreigeschossigkeit hätten gehen können. Nun wurde ein Kompromiss gefunden. Im »Sinne der gegenseitigen Rücksichtnahme«, so die Verwaltung, sollen die maximale Trauf- und Firsthöhe auf 7,50 bzw. elf Meter abgesenkt werden. Zwei volle Geschosse und ein zurückgesetztes Staffelgeschoss werden erlaubt sein. Stadtplaner Roger Loh wies auch darauf hin, dass rechtlich kein Anspruch auf Beibehaltung einer unverbauten Aussicht in die freie Landschaft bestehe. Auch das war ein Kritikpunkt von Anliegern.

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