Di., 19.11.2019

Kompromissvorschlag für Neubauten an der Finkenstraße in Steinhagen-Amshausen KWG plant sechs Wohnungen weniger

Die aus den 1950er und 60er Jahren stammenden Mehrfamilienhäuser an der Finkenstraße sind stark sanierungsbedürftig. Die KWG plant, die Häuser in den kommenden Jahren nach und nach abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen.

Die aus den 1950er und 60er Jahren stammenden Mehrfamilienhäuser an der Finkenstraße sind stark sanierungsbedürftig. Die KWG plant, die Häuser in den kommenden Jahren nach und nach abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen. Foto: Volker Hagemann

Von Volker Hagemann

Steinhagen-Amshausen (WB). Die Diskussion um die geplanten KWG-Neubauten an der Finkenstraße dürfte einmal mehr spannend werden. Im Bauausschuss werden am Donnerstag, 21. November, geänderte Planungen öffentlich vorgestellt. Und die beinhalten auch ein Entgegenkommen der KWG.

Immer wieder hatte es Kritik von Bürgern und aus Teilen der Politik gegeben: Viele empfinden die geplanten Neubauten an der Finkenstraße als zu wuchtig, zu nah an der Nachbarbebauung. Wie berichtet, will die Kreis-Wohnstätten-Genossenschaft (KWG) die stark sanierungsbedürftigen Altbauten aus den 1950er und 60er Jahren nach und nach abreißen und im Zuge einer Neubebauung die Zahl der jetzt 40 Wohnungen deutlich erhöhen. Abriss und Neubau sollen sich über Jahre erstrecken. Bisher war von 60 neuen Wohnungen die Rede. Bis Juli lief die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung.

Zur künftigen Wohnungsanzahl gibt es jetzt ein Entgegenkommen der KWG: Zwar sollen die zehn je zweieinhalbgeschossigen Mehrfamilienhäuser nach wie vor durch Neubauten mit je zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss ersetzt werden. Doch die KWG hat die Vorentwurfspläne überarbeiten lassen: So könnte bei den beiden Bauten, die zur Amshausener Straße hin entstehen sollen, die Zahl der Wohnungen um drei auf maximal neun reduziert werden. Damit sind nur noch 54 Wohneinheiten geplant und dementsprechend als oberes Maß im Bebauungsplan festgesetzt.

Die vorgeschriebenen Grenzabstände der neuen Mehrfamilienhäuser zur Amshausener Straße und zur Amselstraße sollen teils unterschritten werden; sie vergrößern sich demnach in diesen Bereichen um bis zu fünf Meter im Vergleich zu den bestehenden Bauten. In ihrer aktuellen Stellungnahme weist die Gemeindeverwaltung zudem darauf hin, dass zusätzlich die obere Geschossebene jeweils entlang ihrer Längsseite zurückgesetzt wird – eben entsprechend eines Staffelgeschosses. Im Vergleich zum bisherigen Vorentwurf werde dieser Rücksprung nun im Bebauungsplanentwurf pro Baufeld auf beiden Seiten festgesetzt.

Insgesamt sei, so die Verwaltung, »die nachbarschaftliche Verträglichkeit gewährleistet und nochmals verbessert« worden. Darüber hinaus sei eine zwingende Heckenanpflanzung Richtung Amshausener und Amselstraße im Entwurf neu festgesetzt.

Heftig diskutiert wird auch die Parkplatzsituation. Nach aktuellem Planungsstand sollen außer der neu zu gestaltenden Stellplatzanlage zusätzliche Parkmöglichkeiten im vorderen Bereich der Grundstücke entstehen. Sind im bisherigen Bestand noch 40 Stellplätze ausgewiesen, also einer pro Wohnung, sollten es nach erster Planung 60 Plätze für 60 Wohnungen sein. Im neuen Entwurf mit 54 Wohnungen sind nun 70 Parkplätze vorgesehen.

KWG-Vorstand Sven Eisele berichtet auf WB-Anfrage, man habe bei der KWG lange überlegt, in welchen Punkten man der Kritik an der bisherigen Planung entgegenkommen könne. »Mit nur 54 Wohneinheiten können wir leben«, sagt er. »Im Zuge der geplanten Barrierefreiheit muss man aber auch Dinge wie die Aufzüge berücksichtigen; Bau und Unterhalt rechnen sich am ehesten mit einer größtmöglichen Wohnungszahl, schließlich müssen wir Kosten auf die Mieter umlegen. Natürlich kann man es nie allen Beteiligten zu 100 Prozent recht machen, aber wir wollen mit den neuen Vorschlägen zumindest ein positives Zeichen setzen.«

Das Aktionsbündnis Amshausen bleibt weiter skeptisch, wie Birgit Lutzer sagt: »Wir freuen uns auf jeden Fall, dass die KWG die Zahl der Wohneinheiten reduzieren könnte. Aber das geht uns noch nicht weit genug. Wir warten jetzt erst einmal den Ausgang der Sitzung am Donnerstag ab«, so Lutzer. Die öffentliche Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 21. November, beginnt um 17.45 Uhr im Ratssaal.

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