Barbara und Axel Gutmann wollen wissen: Wer legt Köder aus?
Katzen mehrfach vergiftet

Steinhagen (WB). Barbara und Axel Gutmann sind in höchster Sorge: Mehrfach sind ihre beiden jungen Katzen von Ausflügen durch die Siedlung rund um die Marienburger Straße mit akuten Vergiftungserscheinungen zurückgekehrt. Die Gutmanns haben Anzeige bei der Polizei erstattet.

Donnerstag, 21.11.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 21.11.2019, 08:46 Uhr
Barbara und Axel Gutmann sind um ihre Katzen Lizzy und Smokey besorgt. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold
Barbara und Axel Gutmann sind um ihre Katzen Lizzy und Smokey besorgt. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Ihre Vermutung: Irgendwo in der Nachbarschaft wird nicht sachgerecht mit Mäuse- und Rattengift umgegangen. Die beiden Katzenkinder Lizzy und Smokey sind ein halbes Jahr alt. Gutmanns haben sie im August aus dem Tierheim geholt. Am 9. Oktober haben die Katzen erstmals Giftbeutel zu Hause angeschleppt. Einen hatten sie schon angefressen. Das Ehepaar war höchst alarmiert und ließ die beiden Katzen sofort in der Tierklinik behandeln. Dort wurde die Vergiftung nachgewiesen, und dort bekamen die Kätzchen Vitamin K: »Das hilft, damit sie bei Verletzungen nicht verbluten.« Denn Rattengift wirkt erst nach ein einiger Zeit.

Besonders tückisch sei, dass Rodentizid mit seinen blauen Körnchen aussehe wie Brausepulver: »Was, wenn Kinder das essen?«, fragt sich Axel Gutmann.

Denn er weiß – und so steht es auch auf dem Beutelchen – dass die Köder nur in speziellen Köderstationen ausgebracht werden dürfen. Dort wäre es aber für Katzen ebenso wie für Kinder unerreichbar.

Ordnungsamt schickt Infoschreiben

»Am Wochenende sind wir dann in der erweiterten Nachbarschaft herumgegangen und haben die Nachbarn gewarnt. Hier leben etliche Familien mit kleinen Kindern. Ein Großteil war sehr erschrocken, was unseren Katzen widerfahren ist. Einige haben es aber auch gleichgültig aufgenommen«, sagt Axel Gutmann.

Das Ehepaar hat zudem das Ordnungsamt der Gemeinde informiert. Von dort hat dann die ganze Siedlung einen Infobrief bekommen, in dem zu lesen war, wie man mit Rattengift umzugehen hat. Bei unsachgemäßem Gebrauch kann das mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden. »Wer nach unserer Warnung und dem Schreiben noch Giftköder herumliegen lässt, handelt unverantwortlich«, sagt Axel Gutmann empört.

Ärzte in der Tierklinik kämpften um Smokeys Leben

Zwei Wochen blieben die Katzen im Haus, bevor die Tierärztin Entwarnung gab und Smokey und Lizzy erneut ins Freie gelassen wurden. Und erneut schleppte Lizzy einen Giftköder an – und kurze Zeit später noch einen: diesmal das Mäusegift Cumarax. Das wirkt ganz anders als Rattengift, das innere Blutungen herbeiführt. Mäusegift führt zu Krampf- und Komaerscheinungen. »Unser Smokey torkelte schon und wollte nicht angefast werden. Wir sind sofort zur Tierklinik gefahren«, schildert Barbara Gutmann. Dort mussten die Ärzte um Smokeys Leben kämpfen: »Es stand auf der Kippe.«

Smokey hat sich erholt, doch nun herrscht auf unbestimmte Zeit Stubenarrest für die Stubentiger. Das ist nicht nur unbefriedigend und gegen die Natur der Katzen. Denn auch die ungewisse Frage bleibt: Wer legt in der Nachbarschaft Köder aus?

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