Do., 16.01.2020

Beim Überholen genug Platz lassen: ADFC und Gemeinde Steinhagen mahnen mit großen Aufklebern Mit Abstand am sichersten

1,50 Meter Seitenabstand beim Überholen demonstriert Amtsleiter Jens Hahn mit ausgestreckten Armen. Hahn ist auch für die Dienstfahrzeuge der Gemeinde Steinhagen zuständig. Bürgermeister Klaus Besser, Anna Zühlke vom Klimaschutzmanagement der Gemeinde und ADFC-Mitglied Fritz Spratte (von links) zeigen die Aufkleber.

1,50 Meter Seitenabstand beim Überholen demonstriert Amtsleiter Jens Hahn mit ausgestreckten Armen. Hahn ist auch für die Dienstfahrzeuge der Gemeinde Steinhagen zuständig. Bürgermeister Klaus Besser, Anna Zühlke vom Klimaschutzmanagement der Gemeinde und ADFC-Mitglied Fritz Spratte (von links) zeigen die Aufkleber. Foto: Volker Hagemann

Von Volker Hagemann

Steinhagen (WB). 1,50 Meter seitlicher Abstand können schlimme Unfälle verhindern. Wenn Auto- und Lkw-Fahrer auf der Straße Fahrradfahrer überholen, wird ein Mindestabstand nicht nur empfohlen, er ist auch gesetzlich vorgeschrieben. Darauf macht jetzt auch die Steinhagener Gemeindeverwaltung aufmerksam: Acht ihrer Dienstfahrzeuge erhalten große Aufkleber, die andere Verkehrsteilnehmer an eben diese 1,50 Meter Mindestabstand erinnern sollen.

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Die durch das überholende Kraftfahrzeug entstehenden Veränderungen von Seitenwind und Luftdruck können zu Unfällen von Radfahrern führen.

Fritz Spratte, ADFC

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Hintergrund: „Ein zu enges Überholen gefährdet die Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer“, sagt Fritz Spratte vom Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Kreisverband Gütersloh. „Schon die durch das überholende Kraftfahrzeug entstehenden Veränderungen von Seitenwind und Luftdruck können zu Unfällen von Radfahrern führen.“ In der STVO ist von „ausreichendem Seitenabstand“ beim Überholen die Rede, die Rechtsprechung der vergangenen Jahre hat konkret immer wieder mindestens 1,50 Meter als sinnvoll herangezogen.

Daher haben der ADFC und die Gemeinde Steinhagen jetzt die Aktion „Gib mir 1,50 Meter“ ins Leben gerufen, um auf den Mindestabstand hinzuweisen, „rechtzeitig vor Beginn der allgemeinen Radfahrsaison im Frühjahr“, so Spratte. Die auffälligen Erinnerungs-Aufkleber zu dieser Informations-Kampagne folgen damit dem Vorbild der Polizei-Streifenwagen.

Oft öffnen Autofahrer ihre Tür, ohne den fließenden Verkehr beobachtet zu haben

Aggressive Autofahrer und rasende Radfahrer, die sich nicht an Regeln halten – dieses Klischee wollen Fritz Spratte und auch Bürgermeister Klaus Besser keinesfalls so stehen lassen. „Wir appellieren an gegenseitige Rücksichtnahme“, betont Klaus Besser. ADFC-Mann Spratte betont, auch Radler müssten 1,50 Meter Mindestabstand etwa zu parkenden Autos einhalten, deren Türen oft plötzlich in den Verkehrsraum hin­ein geöffnet würden.

Und – ganz wichtig: Ist eine Fahrbahn zu eng für diesen vorgeschriebenen seitlichen Mindestabstand, dann ist ein Überholen nicht zulässig. „Das wird auch von der Polizei beobachtet“, so Spratte.

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Helme und eingeschaltete Beleuchtung sind leider immer noch nicht bei jedem selbstverständlich.

Fritz Spratte, ADFC

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Leider hätten Unfälle mit Radfahrern deutschlandweit zugenommen. Fahrradfahren werde beliebter, weiß Spratte, doch der Bau und Ausbau von Radwegen hinke trotz Millioneninvestitionen hinterher. „Daher plädiert der ADFC auch für Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften.“ Fritz Spratte erinnert an die weitere Verantwortung der Radler: „Helme und eingeschaltete Beleuchtung sind leider immer noch nicht bei jedem selbstverständlich.“

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