Seit 25 Jahren kümmert sich „Die Werkstatt“ in Steinhagen – nicht nur – um Volvos
Alter Schwede, wie die Zeit vergeht

Steinhagen  (WB). Wenn ein Fahrzeug auch nach 20, 30 oder mehr Jahren wie selbstverständlich im Alltag unterwegs ist, dann trägt es oft einen Mercedesstern – oder ein Volvo-Emblem. Egal, ob neu, gebraucht oder gar historisch: Seit 25 Jahren kümmert sich „Die Werkstatt“ von Frank Ackermann darum, dass Fahrzeuge weitere Jahre fit bleiben.

Mittwoch, 12.02.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 05:04 Uhr
Ob junger SUV oder alte Limousine: Die Gesellen Kerem Altay und Alex Neumann, Meister Eugen Hecht, Mechatroniker-Azubi Marc Rauer und Meister Frank Ackermann (v.li.) kümmern sich an der Bielefelder Straße um Pkw aller Baujahre. Foto: Volker Hagemann
Ob junger SUV oder alte Limousine: Die Gesellen Kerem Altay und Alex Neumann, Meister Eugen Hecht, Mechatroniker-Azubi Marc Rauer und Meister Frank Ackermann (v.li.) kümmern sich an der Bielefelder Straße um Pkw aller Baujahre. Foto: Volker Hagemann

Willkommen ist hier, in dem unauffälligen Werkstattbau an der Bielefelder Straße, grundsätzlich jeder, der seinen Pkw warten oder reparieren lassen will. Gleichzeitig machen der 56-Jährige und sein Team in ihrem Schriftzug keinen Hehl daraus, woran sie am liebsten schrauben: „Die Werkstatt für Volvos und andere schöne Autos“ heißt es da herrlich diplomatisch...

Mit 14 in die Lehre

Warum ausgerechnet Volvo? Das liegt wohl an Ackermanns beruflichen Anfängen; 1978 begann er eine Ausbildung bei Volvo Markötter zum Kfz-Mechaniker – da war er gerade mal 14. Er blieb seinem Arbeitgeber weitere Jahre treu, wurde Meister und leitete sieben Jahre lang die Bielefelder Markötter-Werkstatt.

„Früher hieß es oft, als Volvofahrer hebe man sich vom Mainstream ab. Diese Autos zu fahren, galt ja mal als regelrecht schick. Sie waren früher schon robust und langlebig. Inzwischen ist die Marke längst verbreitet“, vergleicht er.

Viele der Fahrzeuge haben 20 Jahre und mehr auf den Buckel

„Schon damals hatten wir Kontakt zu Ralf Bruelheide, der in Steinhagen eine Autowerkstatt betrieb. Wenn bei uns die Werkstatt aus allen Nähten platzte, übernahm der vor allem an den älteren Volvos für uns diverse Arbeiten“, erinnert sich Frank Ackermann. Die Zusammenarbeit wurde intensiver, und Anfang 1995 schließlich übernahm der Volvo-Meister die Bruelheide’sche Werkstatt unterhalb der Bahnlinie und arbeitete mit ihm zwei Jahre zusammen.

Als Bruelheide sich dann an anderer Stelle auf EU-Neuwagen konzentrierte, baute sich Ackermann als Geschäftsführer an der Bielefelder Straße sein eigenes Team auf. Von Anfang an mit dabei ist Sigrid Reich, die sich um Organisation und Buchhaltung kümmert. Inzwischen umfasst „Die Werkstatt“ ein siebenköpfiges Team, zu dem ein weiterer Kfz-Meister, zwei Gesellen und zwei Auszubildende zählen.

Technische Entwicklung ist rasant

Ein Pfund, mit dem „Die Werkstatt“ nach wie vor wuchern kann: Neue und junge Fahrzeuge sind hier genauso gut aufgehoben wie ältere oder eben Old- und Youngtimer. Wobei Letztere oft unauffällig daher kommen: „Viele 850, S 70 oder 245 fahren ja nach wie vor im Alltag, obwohl sie längst die 20 Jahre überschritten haben und 300.000 oder deutlich mehr Kilometer auf der Uhr haben. Es muss ja nicht jeder das funktionale Design mögen, aber diese Autos strahlen Solidität aus. Ich arbeite jetzt über 40 Jahre an Volvo-Autos, man merkt schon, dass die Dinger ewig lange halten“, erklärt Frank Ackermann etwas salopp ein weiteres Stück seiner Faszination für die Marke.

Gleichwohl bleibt das Werkstatt-Team am Ball: „Die technische Entwicklung ist rasant. Das Berufsbild hat sich vom Mechaniker zum Mechatroniker gewandelt. Zu unseren Fortbildungen kommen längst Schulungen in Sachen E-Autos“, berichtet Frank Ackermann vom Spagat, Neu und Alt weiterhin gleichermaßen im Blick zu halten. Doch leider gebe es auch in seiner Branche extremen Fachkräftemangel.

Urlaub gerne in Schweden – mit dem Fahrrad

Seinen Mitarbeitern und den Kunden ist Frank Ackermann besonders dankbar. Und auch wenn der Chef im Sommer ab und an seinen Volvo 245 aus den 80ern bewegt – es muss sich nicht immer um Autos drehen, gesteht er: „In Schweden war ich mit meiner Frau mehrfach, habe dort auch alle möglichen Automuseen abgeklappert. Aber ich lasse das Auto in der Freizeit auch gern stehen und schwinge mich viel lieber aufs Fahrrad.“

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