Di., 25.02.2020

Wie Spvg.-Mitglieder ihre Cronsbachhalle in Steinhagen selbst gebaut haben – Samstag Abrissparty „Wie ein Mann zur Schaufel gegriffen“

Ein Bild aus dem Archiv der Sportvereinigung, zur Verfügung gestellt von Hildegard Dreyer, zeigt den Arbeitseinsatz für die Cronsbachhalle: Ernst Grothof (vorne) und die anderen Mitglieder packen kräftig mit an, um weitere Kosten zu sparen.

Ein Bild aus dem Archiv der Sportvereinigung, zur Verfügung gestellt von Hildegard Dreyer, zeigt den Arbeitseinsatz für die Cronsbachhalle: Ernst Grothof (vorne) und die anderen Mitglieder packen kräftig mit an, um weitere Kosten zu sparen. Foto: WB-Archiv

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Sporthallenbau – das kann die Sportvereinigung (Spvg.) Steinhagen eigentlich. Und Millionen-Projekte wie jetzt beim Hörmann-Sportzentrum, das kann sie ebenfalls. Denn bereits die alte Cronsbachhalle war eines. Mit knapp 1,6 Millionen D-Mark war ihr Bau 1985 veranschlagt. Nun sind ihre Tage gezählt – am Samstag, 29. Februar, wird noch einmal gefeiert, bevor die Abrissbagger anrollen.

Viele Stunden Arbeit, viel Muskelkraft und Schweiß eingesetzt

Viele Stunden Arbeit, viel Muskelkraft und Schweiß haben die Spvg.-Mitglieder in den Bau der Halle investiert. Das Land NRW hat die Baukosten mit 788.000 Mark, also zu 50 Prozent, bezuschusst, die Gemeinde Steinhagen stellte 200.000 Mark bereit, 250.000 Mark trug die Spvg. selbst, die weitere 200.000 Mark in Eigenleistung zu erbringen suchte. „Wie ein Mann standen die Mitglieder auf, griffen zu Schaufel und Spaten, um das in Angriff genommene Projekt fortzuführen“, heißt es in der Chronik.

Warum aber war der Bau der Halle überhaupt nötig? Die Spvg. nutzte doch schon die Turnhalle in der Grundschule an der Pestalozzistraße und seit 1977 auch die damals neue Dreifachsporthalle des Schulzentrums samt Gymnastikraum. Und dennoch: Es fehlten dem immer größer werdenden Verein mit seinem ebenfalls wachsenden Angebot Hallenkapazitäten an allen Ecken und Enden. Und dann stieg die Tischtennisabteilung in die Bundesliga auf und spielte um den Europapokal. Eine erhebliche Ausweitung der Trainingsstunden war die Folge, und freitags brauchten die Heimspiele Platz.

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Dann baut doch eine eigene Halle!

Gemeindedirektor Werner Goldbeck Anfang der 80er Jahre

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Die Sportvereinigung richtete schließlich einen Hilferuf an Gemeindeverwaltung und Gemeinderat. Und schließlich schlug der damalige Gemeindedirektor Werner Goldbeck vor: „Dann baut doch eine eigene Halle!“ Die Chronik berichtet: „Verblüffung und Sprachlosigkeit waren zunächst die Reaktion, doch dann zündete der Funke. (...) Das Engagement und die Entschlossenheit des Vorstandes unter ihrem 1. Vorsitzenden Heinz Hülsmann und dem 2. Vorsitzenden Heinz Wittler wirkten geradezu ansteckend auf den gesamten Verein.“

1984 begannen die Planungen, Mitte Juli 1985 erfolgte der erste Spatenstich, am 19. September 1985 das Richtfest. Und bereits zwei Monate später, am 15. November, wurde die Halle der Öffentlichkeit vorgestellt und provisorisch auch schon bespielt. Am 28. Februar 1986, also fast auf den Tag genau vor 34 Jahren, feierte die Spvg. die offizielle Eröffnung – mit viel Sport und Prominenz. Selbst der damalige Kultusminister Hans Schwier war dabei.

Nun macht die Cronsbachhalle dem nächsten Millionen-Projekt der Spvg. Platz. Am Samstag, 29. Februar, steigt um 19 Uhr die Abrissparty in der Cronsbachhalle mit den Emsperlen und Olaf Henning, mit Tombola und Bratkartoffeln. Karten gibt es bei Getränke Kesten, Schreibwaren Leidinger und im „Graf Bernhard“.

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