Zwei Steinhagener Fachleute geben Tipps zur Beschäftigung in der Familie
Spielen kann so einfach sein

Steinhagen  (WB). Die Kinder sind seit Wochen zu Hause, die Spielplätze immer noch zu, und das Spielen mit den Freunde ist tabu – was fängt man Lustiges, Spannendes, Sportliches, Kreatives in der Familie an? Das WESTFALEN-BLATT hat zwei Fachleute gefragt, die sich mit Kindern und Jugendlichen auskennen und wissen, wie man sie begeistert.

Dienstag, 14.04.2020, 03:10 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 05:00 Uhr
Die Kitas und Schulen sind seit Wochen zu: Da muss man zu Hause kreativ werden. Möglichkeiten gibt es viele, nicht nur beim Basteln und Malen. Foto: dpa
Die Kitas und Schulen sind seit Wochen zu: Da muss man zu Hause kreativ werden. Möglichkeiten gibt es viele, nicht nur beim Basteln und Malen. Foto: dpa

Die eine, hauptberuflich zuständig für die jüngeren Kinder, ist Hanna Krämer, Leiterin des AWO-Familienzentrums an der Rostocker Straße. Sie nennt spontan das Stichwort „Die Welt der kleinen Dinge“. Das ist eine Entdeckertour für zu Hause, bei der es darum geht, die Dinge des Alltags im wahrsten Sinne des Wortes einmal genauer unter die Lupe zu nehmen: Wie sehen Salzkristalle aus? Wie ist ein Insektenflügel beschaffen? Und welche Vögel fliegen eigentlich durch den Garten?

Rätselspiele und Abzählreime

Hanna Krämer verweist auf den Newsletter der AWO-Kitas OWL, der in Zeiten von Corona viele Spielideen enthält. Was immer funktioniert, sind aus der Sicht der Kita-Leiterin Rätselspiele und Abzählreime. Auch den Kinderreim „Backe, backe Kuchen“ könnte man doch mal mit allen „sieben Sachen“ aufzusagen versuchen.

„Wenn Mama im Homeoffice ist, dann kann das Kindergartenkind auch für sich alleine Lego spielen und sich daran halten, eine Weile nicht zu stören“, sagt sie. Wichtig sei aber, die Regelmäßigkeit, die Strukturen im Alltag sowie Rituale beizubehalten und einen Zeitplan zu machen.

„Auch Kinder sehnen sich nach einem Stück Normalität. Manche haben keine so große Resilienz und sind ganz schön geknickt in der derzeitigen Situation“, weiß auch Roland Egert. Der Pädagoge vom Steinhagener Haus der Jugend Checkpoint überlegt sich in diesem Wochen gemeinsam mit seinen Kollegen immer wieder neue – kontaktlose – Aktionen für Kinder und Jugendliche, die nun nicht ins Checkpoint kommen können.

Die Ausleihe von Gesellschaftsspielen ist eine solche Aktion ebenso wie die Osterrallye, bei der entlang des Cronshollbaches zwischen Lange Straße und Queller Straße Aufgaben zu lösen sind (wir berichteten). Als nächstes kommt eine Fototour zur Dorferkundung. „Das können Familien auch selbst machen“, so Egert. Einfach mit der Kamera losziehen, markante Details ablichten und zu Hause raten lassen, was es ist. Oder auch am Computer Fehler in die Bilder einbauen nach dem Prinzip: Original und Fälschung.

Herbarium und Kreisel

Viele Beschäftigungen, die Spaß machen, sind so einfach. Bastelanleitungen für Papierflieger und Origami gibt es im Internet. Und bei dem tollen Wetter derzeit sollte man unbedingt in den Wald. „Einfach mal schauen, was wächst. Dazu gibt es auch Bestimmungsbücher. Oder den Vogelstimmen lauschen“, rät Roland Egert. Klassiker beim gemeinsamen Spaziergang: Einer läuft vor und hängt Dinge in Bäume, die die anderen finden müssen.

Sehr lehrreich ist es zudem, selbstgepflückte Blumen zu pressen in einem Buch mit Löschblatt. Daraus kann man ein eigenes Herbarium anfertigen – oder die Blumen später auf ein Blatt bringen, einrahmen und verschenken.

Ein weiterer Klassiker seit Generationen: Kreisel bauen. Dazu ein Stück Holz zurechtschnitzen und kreiseln lassen. „Schnitzen ist überhaupt eine wunderbare Beschäftigung“, so Egert. Und apropos: „Eltern sollten mal die Großeltern fragen nach Spielen von früher. Das ist ein unendlicher Schatz.“

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