Brand einer Gartenhütte greift in Steinhagen auf Wohnhaus über – Drei Kinder rechtzeitig ins Freie
Großartige Hilfe nach dem Feuerschock

Steinhagen (WB). Wenn das eigene Haus abzubrennen droht, ist das ein Schockmoment, der in die Glieder und in die Seele fährt. Um so schöner ist es, wenn man als Opfer nach so einem Schlag auf einmal riesige Solidarität und praktische Unterstützung erfährt, sodass alles Unglück gleich ein wenig leichter wird. Ein 34-jähriger Familienvater aus Steinhagen hat all diese Momente am Wochenende in nicht einmal 24 Stunden erlebt.

Sonntag, 19.04.2020, 19:33 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 13:16 Uhr
spätabendlicher Einsatz am Samstag auf der Straße Himmelreich in Steinhagen. Neben diesem Einfamilienhaus war ein Gartenhütte in Brand geraten und Feuer war auf das Dach übergesprungen. Von der Drehleiter aus wurden Glutnester bekämpft. Foto: Stefan Küppers
spätabendlicher Einsatz am Samstag auf der Straße Himmelreich in Steinhagen. Neben diesem Einfamilienhaus war ein Gartenhütte in Brand geraten und Feuer war auf das Dach übergesprungen. Von der Drehleiter aus wurden Glutnester bekämpft. Foto: Stefan Küppers

Feuerschock ausgerechnet am Geburtstags

Brand in Steinhagen

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Das Unglück trug sich ausgerechnet an dem Tag zu, als der frühere Zeitsoldat der Bundeswehr (zwölf Jahre Dienst) mit seinen Kindern (9, 12 und 14 Jahre alt) und einem weiteren Freund seinen Geburtstag in seinem Einfamilienhaus an der Straße Himmelreich/Ecke Marie-Curie-Hof feierte. Plötzlich bemerkte die Familie, dass draußen im Garten eine kleine Hütte bereits lichterloh in Flammen stand. Auch aus der Nachbarschaft war noch versucht worden, die brennende Hütte zu löschen, wie der Familienvater berichtet. Doch da war es bereits zu spät. Das Feuer hatte auf das Wohnhaus übergegriffen.

Drei Löschzüge alarmiert

Als die Steinhagener Feuerwehr am Samstag um 21.33 Uhr der Notruf aus der Siedlung ereilte, wurde über die Leitstelle ein Dachstuhlbrand gemeldet, sodass automatisch alle drei Löschzüge (Steinhagen, Amshausen und Brockhagen) mit insgesamt 66 Einsatzkräften an diesem Abend ausrückten. Wie Andreas Kramme berichtet, Sprecher der Steinhagener Feuerwehr, waren die Flammen vom Gartenhäuschen auf den Dachüberstand des Einfamilienhauses übergesprungen und hatten sich unter den Dachpfannen bis in den First hochgefressen.

Die Feuerwehr bekämpfte den Brand von außen und innen. Innen gingen Trupps unter Atemschutz im Spitzdachboden gegen Glutnester vor, rissen dabei auch teilweise die Dachdämmung auf. Von außen wurde die Drehleiter eingesetzt, mit der Dachpfannen abgetragen und Brandnester aufgespürt und abgelöscht wurden. Die Straße Himmelreich wurde im Einsatzbereich abgesperrt.

Insgesamt dauerte der Einsatz bis kurz nach Mitternacht. Besonders langwierig waren die Nachlöscharbeiten, berichtete Kramme, damit keine noch so kleinen Glutnester im Dachboden übersehen wurden. Nach mehr als zweieinhalb Stunden war der Einsatz beendet. Einige im oberen Bereich des Hauses liegende Schlafzimmer sind dem Vernehmen nach durch Wasserschäden erst einmal nicht nutzbar.

Gleich zwei Einsätze für die Feuerwehr an einem Abend

Bereits am gleichen Abend war die Steinhagener Feuerwehr gegen 20 Uhr von einer Brandmeldeanlage eines Chemiebetriebes in der Waldbadstraße alarmiert worden. Doch es war ein Fehlalarm. Die Einsatzkräfte waren gerade eine halbe Stunde wieder zu Hause, als der neue Alarmruf aus der Siedlung kam.

Was ursächlich für das Feuer in der Gartenhütte war, ist bislang unklar. Die Brandermittler der Kriminalpolizei haben wie in allen solchen Fällen üblich noch am Wochenende ihre Ermittlungsarbeit aufgenommen und die Brandstelle beschlagnahmt. Der Schaden an Hütte und Haus wird offiziell von der Polizei mit mehreren zehntausend Euro angegeben. Vor Ort war von mindestens 50.000 Euro Schaden, möglicherweise auch noch mehr, die Rede.

Hausbesitzer ist sehr gerührt

Der 34-jährige Hausbesitzer hatte am Samstagabend einen Schock erlitten und war zunächst in ein Krankenhaus eingeliefert worden, während die Kinder unverletzt blieben und bei ihrer Mutter unterkamen. Am Sonntagvormittag wurde dann schon wieder auf dem Grundstück kräftig in die Hände gespuckt. Freunde und Verwandte des Hauseigentümers machten sich an die Abdeckung des Dachteiles, von dem die Pfannen abgedeckt werden mussten. „Ich bin total gerührt über diese Hilfe“, sagte der 34-Jährige sichtlich bewegt. Er sei überwältigt.

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