Drei Steinhagener präsentieren neue Plattform für Gruppenspiele
Mit Spaß und Köpfchen

Steinhagen (WB/vh). Wie beschäftige ich mich mit Kindern und Jugendlichen in der Freizeit oder in Betreuungsgruppen? Diese Frage stellen sich gerade jetzt viele Eltern. Und welche Ideen können auch Erwachsene für sich selbst umsetzen, etwa als spielerisches Aufwärmen im Sportverein? Zahlreiche Anregungen für pädagogisch wertvolle Spiele bietet „My Suricate“, eine neue Internet-Plattform „made in Steinhagen“.

Mittwoch, 22.04.2020, 07:30 Uhr
Online die richtigen Spiele finden: Mitbegründer und Pädagoge Jan Borgstedt zeigt am Rechner, wie es geht. Die neue Plattform im Internet umfasst mehr als 200 Möglichkeiten für Bewegungs-, Denk-, Kennenlern- und weitere Spiele. Foto: Björn Bertelmann
Online die richtigen Spiele finden: Mitbegründer und Pädagoge Jan Borgstedt zeigt am Rechner, wie es geht. Die neue Plattform im Internet umfasst mehr als 200 Möglichkeiten für Bewegungs-, Denk-, Kennenlern- und weitere Spiele. Foto: Björn Bertelmann

Jan Borgstedt, Matthias Stephan und Daniel Böhling stehen hinter dem Projekt, das die drei gebürtigen Steinhagener seit Mitte 2019 realisieren – also unabhängig von der Corona-Krise. Dennoch dürfte das Ganze in diesen Monaten umso mehr gefragt sein.

Bereits über 200 Spiele eingetragen für unterschiedliche Gruppengrößen

„In der App sind bereits über 200 Spiele eingetragen, die man mit unterschiedlichen Gruppengrößen drinnen oder draußen mit unterschiedlichen Lernzielen spielen kann“, erklärt Pädagoge Jan Borgstedt. Wie das Programm funktioniert, ist kinderleicht, weiß Matthias Stephan, der für die technische Realisierung verantwortlich ist: „Man öffnet die Plattform über die Homepage, dann einfach anmelden, und schon kann man loslegen. Man kann die Größe der Gruppe angeben, den Ort, an dem man spielen möchte, sowie Alter und Geschlecht der Teilnehmenden. Der Algorithmus spuckt dann nach den jeweils individuell eingegebenen Vorgaben passende Spiele aus“, erklärt Stephan.

Auf die Idee für den Spielefundus sind die Freunde, die sich aus Kindertagen durch die gemeinsame Zeit im CVJM Steinhagen kennen, durch ihre eigenen Hobbys und Berufe gekommen. „Jan und ich arbeiten als Pädagogen und haben bereits viele CVJM-Freizeiten als Betreuer begleitet. So mussten wir uns immer wieder neue Spiele für die Kinder und Jugendlichen ausdenken. Über die Jahre hat sich ein großer Fundus angesammelt. Mit Matthias’ Fachwissen konnten wir die Idee einer elektronischen Spiele-Bibliothek umsetzen“, berichtet Daniel Böhling, der als Gemeindepädagoge in Bad Salzuflen arbeitet.

Alle Spiele sind seit Jahren pädagogisch erprobt

Alle Spiele haben einen pädagogischen Hintergrund. „Sie sind seit Jahren in Vereinen, Schulen oder Freizeitgruppen im Einsatz und damit pädagogisch erprobt. Durch die Übungen gibt es immer wieder Impulse und Anregungen, um verschiedenste didaktische Ziele – beispielsweise Kommunikation – zu thematisieren. So können wir gewährleisten, dass die Kinder und Jugendlichen nicht nur Spaß am Spielen haben, sondern dabei auch noch etwas lernen“, erklärt Daniel Böhling,

Durch das Maskottchen, das Erdmännchen, kamen die Freunde auf den Namen „mySuricate“, was auf Deutsch so viel heißt wie Erdmännchenrudel. „Wir haben uns für die Tiere entschieden, da sie sich durch ihr ausgeprägtes Sozialverhalten auszeichnen“, sagt Jan Borgstedt. Die Zeichnungen entwickelt Leonie Wahl, eine Studienfreundin von ihm. Das Projekt soll sich aus Spenden finanzieren, damit fixe Kosten wie für Internetserver gedeckt sind. „So bleibt die Anwendung für den Nutzer kostenlos. Der Aufbau der Plattform, das Eintragen der Spiele und die Verbreitung in den sozialen Netzwerken erfolgt komplett in unsere Freizeit“, sagt Stephan. Zu finden ist die Spielesammlung unter www.mysuricate.com. Für Fragen und Anregungen haben die Entwickler die Adresse info@mysuricate.com eingerichtet.

Ideen-Beispiele

Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, drinnen oder draußen, für alle dürfte das passende Spiel dabei sein. So wird bei „Kuhwiese“ ein Teilnehmer mit verbundenen Augen von einem anderen nur mit Worten über eine Fläche mit Hindernissen (Seile, Hütchen, Kissen...) geführt. Zum Kennenlernen dient unter anderem „Guck mal, wer da sitzt“. Und sobald man sich auch im Freundeskreis oder im Verein wieder in größeren Gruppen treffen darf, ist vielleicht die „Parkplatzsuche“ reizvoll, ein Aufwärmspiel.

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