Sa., 23.05.2020

Aldi hat Bauantrag gestellt und engen Zeitplan genannt Neueröffnung noch dieses Jahr

Der Aldi in Steinhagen: Das Gebäude, erst zwölf Jahre alt, wird abgerissen und durch einen großeren und energetisch völlig autarken Neubau ersetzt. Der Zeitplan sieht nach Auskunft der Gemeinde vor, dass Ende des Jahres der neue Markt eröffnet.

Der Aldi in Steinhagen: Das Gebäude, erst zwölf Jahre alt, wird abgerissen und durch einen großeren und energetisch völlig autarken Neubau ersetzt. Der Zeitplan sieht nach Auskunft der Gemeinde vor, dass Ende des Jahres der neue Markt eröffnet. Foto: Bluhm-Weinhold

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen (WB). Nach monatelangem Stillstand kommt das Neubauvorhaben des Aldi in Steinhagen jetzt in Bewegung: Der Bauantrag ist gestellt – und bereits zum Jahresende will der Discounter den neuen Markt eröffnen. „Ein sportliches Programm“, hieß es in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend, als Bürgermeister Klaus Besser über die Einleitung des Bauantragsverfahrens informierte.

„Ein genauer Starttermin für die Bauarbeiten steht derzeit noch nicht fest. Wir sind aber optimistisch, im Laufe des Sommers starten zu können. Mit Beginn der Bauarbeiten wird auch der jetzige Markt schließen“, sagte Michael Strothoff, Pressesprecher von Aldi Nord, dem WESTFALEN-BLATT am Freitag. Die Bauzeit hänge von vielen individuellen Faktoren am jeweiligen Standort ab und könne dementsprechend variieren. Dazu komme die aktuelle Corona-Pandemie: „Da ist es derzeit schwierig, eine verlässliche Dauer der Bauzeit vorab festzulegen. Aktuell haben wir die Eröffnung des neuen Marktes für Ende 2020/Anfang 2021 vorgesehen“, so Strothoff.

Lange drauf gewartet

Lange wird bereits mit dem Neubau gerechnet, nachdem Aldi im Oktober 2019 seine Planungen in den Gemeindegremien vorgestellt hatte. Nicht zuletzt hing das Projekt an der Frage des Investors. Wie Lutz Heitland, bisher Eigentümer von Grundstück und Immobilie, auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES sagte, wird der Aldi diesmal selbst bauen. Nach langen Verhandlungen habe man sich auf einen Kaufpreis geeinigt. Er machte deutlich: „Ich wollte eigentlich nicht verkaufen. Aber es geht mir um das Zentrum und darum, es als Ganzes am Leben zu halten. Deshalb musste der Stillstand jetzt durchbrochen werden.“

Denn auch ein Leerstand ist zu füllen. Im vergangenen Sommer ist die Urologiepraxis von der Bahnhofstraße ins neue Ärztehaus Am Markt gezogen. Nun wechselt Schreibwaren-Lotto Leidinger, bisher im Aldi-Komplex, auf eine Teilfläche der früheren Praxis direkt am Eingang des Lidl. Für die Restfläche sucht Heitland derzeit einen Mieter. Haskenhoffs Essbar ist Anfang April ausgezogen.

Die Gemeinde Steinhagen hat ihr Einverständnis zum Bauvorhaben bereits erklärt – der Gemeinderat hat den Planungen im November 2019 mit vier Gegenstimmen zugestimmt. Aber: Das ökologische Konzept, das der Discounter verfolgt, überzeugte die Grünen und die SPD nicht, zudem erscheint den Fraktionen der Abriss eines erst zwölf Jahre alten Gebäudes nicht nachhaltig.

Ohne fossile Brennstoffe

Der Discounter soll indes als energetisch völlig unabhängiges Gebäude entstehen. So sieht es das Energiekonzept vor. „Durch einen Neubau können wir komplett auf den Einsatz fossiler Brennstoffe verzichten. Dazu wird das Dach der Filiale mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Mit einer modernen CO2-Integralanlage sparen wir Heizenergie, indem wir beispielsweise die Abwärme der modernen Kühlmöbel im Zuge der sogenannten Betonkernaktivierung zur Beheizung beziehungsweise Kühlung des Marktraums nutzen“, so Strothoff, der auch betonte, dass Markt und Parkplatz mit LED beleuchtet werden soll. An E-Ladesäulen ist dagegen zurzeit nicht gedacht.

Die Photovoltaikanlage wird wiederum Lutz Heitland bauen und betreiben – wie auch die bisherige Anlage. Diese wird ab- und wiederaufgebaut und auf die gesamte Dachfläche erweitert. Bei optimaler Südausrichtung sei sie eine mit 1050 bis 1150 Kilowattstunden pro kWpeak sehr starke Anlage, wie er sagte.

Der Aldi wird sich auf 1267 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern – breitere Gänge und Barrierefreiheit sind vorgesehen. Doch der Bau wird auch größer und rückt bis unmittelbar an die Bahnhofstraße heran.

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