CDU Steinhagen stellt die Wahlbezirkskandidaten auf
„Wir wollen den Wechsel im Rathaus“

Steinhagen (WB). Landrat Sven-Georg Adenauer blickt optimistisch in die Gemeinde: „Wir haben hier in Steinhagen eine Super-Chance, die Mehrheit zu holen und den Bürgermeister zu stellen“, sagte er am Dienstagabend bei der Wahlversammlung der Steinhagener CDU. In der Aula des Schulzentrums wählte der Ortsverband seine Direktkandidaten und die Reserveliste für die Kommunalwahl am 13. September.

Donnerstag, 18.06.2020, 03:02 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 05:01 Uhr
Gemeinschaft beschworen: die Wahlbezirksbewerber der Steinhagener CDU (von links) Dirk Lehmann, René Seidel, Dr. Mechthild Frentrup, Marius Döring, Peter Dammeyer, Dr. Birgit Lutzer, Marcel Ruhnau, Anette Laupichler, Frank Linkert, Bürgermeisterkandidat Hans-Heino Bante-Ortega, Andreas Schultmayer, Cordula Liehr, Axel König, Astrid Lonnemann, Lars Steinmeier und Detlef Temme. Im Bild fehlt Dirk Dobberkau. Foto: Bluhm-Weinhold
Gemeinschaft beschworen: die Wahlbezirksbewerber der Steinhagener CDU (von links) Dirk Lehmann, René Seidel, Dr. Mechthild Frentrup, Marius Döring, Peter Dammeyer, Dr. Birgit Lutzer, Marcel Ruhnau, Anette Laupichler, Frank Linkert, Bürgermeisterkandidat Hans-Heino Bante-Ortega, Andreas Schultmayer, Cordula Liehr, Axel König, Astrid Lonnemann, Lars Steinmeier und Detlef Temme. Im Bild fehlt Dirk Dobberkau. Foto: Bluhm-Weinhold

Adenauer gratulierte zu einem „tollen Team“, und auch Ortsverbandsvorsitzender Dirk Lehmann hob ausdrücklich die vielen jungen Kandidaten hervor. Seit 16 Jahren ist er selbst im Gemeinderat – einer ältesten. Neun Kandidaten treten zum ersten Mal an, einige sind aber schon sachkundige Bürger. Und Axel König saß vormals für die STU im Rat. Bürgermeisterkandidat Hans-Heino Bante-Ortega, den die CDU bereits im Februar gewählt hat, freut sich, auf den Wahlkampf: „Jetzt heißt es, rauszugehen und die Themen zu den Bürgern zu bringen.“

Leben im Dorf

Denn die Bürger bezieht die CDU ausdrücklich ein. Ihr Motto lautet: „Wir. Machen. Gemeinsam.“ Die stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Dr. Mechthild Frentrup sagte: „Wir wollen den Bürgern nahebringen, wofür die CDU steht: für eine transparente, bürgernahe und lösungsorientierte Politik.“ Man wolle Politik für die Bürger und mit den Bürgern machen. Sie nannte drei Säulen des Wahlprogramms. Die erste ist das Leben in dörflichen Strukturen. „Wir erleben Gemeinschaft im Dorf, ehrenamtliches Engagement. Das ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Wir setzen uns für ein gutes Miteinander ein.“ Bauprojekte, die Bewahrung der Umwelt, neue Wege der Mobilität gehörten auch dazu.

Zweite Säule ist die Wirtschaft, denn sie bringe der Gemeinde, den Bürgern das Geld. „Die Coronakrise zeigt, wie schnell gerade familiengeführte Betriebe an ihre Grenzen kommen“, so Frentrup. Die CDU wolle Firmenwachstum, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und gute Ausbildung in den Schulen ermöglichen. Ökologie und Ökonomie müsste effizient zusammengehen.

Bürgernähe

Drittens geht es der CDU um die Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Gemeindeverwaltung. „Wir gehen konkret auf die Bürger zu, machen komplizierte Sachverhalte verständlich und beziehen Bürger in Entscheidungen ein“, sagte Mechthild Frentrup und nannte das klare Ziel der CDU: „Wir wollen den Wechsel im Rathaus.“

Und Bürgermeisterkandidat Hans-Heino Bante-Ortega drückte das mit Blick auf die zahlreichen Ämter und Aufgaben in seiner Vita dann so aus: „Sollte ich erfolgreich sein, mache ich selbstverständlich auch Bürgermeister.“ Darunter dürfe man sich, wie Bante, Malermeister von Beruf, ebenfalls deutlich machte, einen Bürgermeister in Gummistiefeln vorstellen, der sich Bauprojekte auch live und vor Ort ansieht. Denn: Verwaltung finde nicht nur im Rathaus statt. „Ich habe die Aufgaben schon gut sortiert“, sagte er.

Auch Bante-Ortega betonte das Gemeinsame, die Bürgernähe. „Wir sagen nicht ‚Wir gestalten Steinhagen‘“, meinte er mit Blick auf den Slogan des politischen Gegners. „Wir holen die Bürger mit ins Boot.“ Ihm liege besonders der Zusammenhalt der Gesellschaft am Herzen. Steinhagen müsse man als Ganzes begreifen. Eine starke Wirtschaftspolitik definierte er auch als sein Ziel – konkret: eine solide Haushaltsführung.

Programm des Landrats

Unter Eindruck eines Corona-Tages – der Landrat. Und dabei war das Ausmaß am Dienstagabend noch nicht einmal so katastrophal wie einen Tag später. Adenauer ließ die Steinhagener an seinem Tag teilhaben. Er machte deutlich: „Ich möchte nicht in die Situation eines Lockdowns für den Kreis Gütersloh kommen. Dafür hätten die Menschen wenig Verständnis“, sagte er. Es sei eine schwierige Situation.

Der Landrat ist auch im Wahlkampf und nannte seine Prämissen. Erstens eine starke Wirtschaft: “Ich bin sicher, dass der Kreis Gütersloh besser durch die Krise kommt als andere Kreise. Aber wir müssen den Menschen auch deutlich machen, dass wir sie durch diese Krise führen“, so Adenauer. Zweitens – mit Blick auf die gute Kriminalitätsstatistik – Sicherheit und Bevölkerungsschutz, drittens die Mobilität, viertens Umweltschutz, fünftens aber auch Straßenbau. Adenauer als Chef der Kreisverwaltung: „Wir sind eine Ermöglichungs-, keine Verhinderungsbehörde.“ Er wolle Lösungen für die Bürger. Für den Wahlkampf formulierte er als Ziel: „Zusammen holen wir ein Super-Ergebnis für Steinhagen, den Kreis und für die CDU.“

Die Kandidaten

In den 17 Steinhagener Wahlbezirken sind folgende Direktkandidaten aufgestellt: Dr. Birgit Lutzer (Wahlbezirk 1), Axel König (2), Astrid Lonnemann (3), Marcel Ruhnau (4), Detlef Temme (5), Cordula Liehr (6), Marius Döring (7), Dirk Lehmann (8), Andreas Schultmayer (9), Frank Linkert (10), Peter Dammeyer (11), René Seidel, Anette Laupichler (14), Mechthild Frentrup (15), Lars Steinmeier (16), Hans-Heino Bante-Ortega (17). Die Reserveliste umfasst 23 Plätze und wird von Bürgermeisterkandidat Hans-Heino Bante-Ortega auf Platz 1 und Dr. Mechthild Frentrup auf Platz 2 angeführt. Neben den Direktkandidaten stehen mit Dr. Ulrike Meyer-Wilmes, Daniela Gerdkamp, Nadine Schultmayer, Margret Gail und Herbert Mikoteit weitere CDU-Mitglieder auf der Liste. Die Männer dominieren deutlich: Nur fünf der 17 Wahlbezirke und nur acht der 23 Reservelistenplätze sind mit Frauen besetzt.

 

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