Drohbriefe gegen Steinhagener Bürgermeisterkandidat Kai Funke – Staatsschutz ermittelt
Attacken unter der Gürtellinie

Steinhagen (WB). Eierwürfe, anonyme Anrufe und Briefe, teils sogar mit Drohungen: Mitten im Kommunalwahlkampf sieht sich UWG-Bürgermeisterkandidat Kai Funke Anfeindungen deutlich unter der Gürtellinie ausgesetzt. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Mittwoch, 15.07.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 05:02 Uhr
Das hat mit fairem Wahlkampf nichts mehr zu tun: Im ersten Brief richtet der anonyme Absender unverhohlen eine Drohung an Kai Funke. Jetzt hat sich auch der Staatsschutz eingeschaltet. Foto: Kai Funke
Das hat mit fairem Wahlkampf nichts mehr zu tun: Im ersten Brief richtet der anonyme Absender unverhohlen eine Drohung an Kai Funke. Jetzt hat sich auch der Staatsschutz eingeschaltet. Foto: Kai Funke

Als Kai Funke am vergangenen Freitag gegen 21.30 Uhr von seiner Arbeit als Schwimmmeister nach Hause kommt, findet er im Briefkasten ein anonymes Schreiben, in dem es in holpriger Rechtschreibung heißt: „Herr Funke, unterlassen Sie Ihre lügen, ansonsten lernen Sie mich persönlich kennen und das nicht gerade auf eine Charmante Art und Weise.“ Schon am Mittwoch zuvor hatten UWG-Mitglieder einen anonymen Anrufer am Telefon, der sich auf politische Statements Funkes zum Thema Schule bezog und behauptete: „Ihr Bürgermeisterkandidat erzählt ja nur Lügen.“

Eier ans Fenster geworfen

Bei den schriftlichen Drohungen bleibt es am Freitag nicht: Am selben Abend findet Kai Funke ans Fenster geworfene Eier vor. Nachdem er noch einmal kurz das Haus verlassen hatte, findet er gegen 24 Uhr ein weiteres Schreiben im Briefkasten. Darin wird er nun geduzt: Der anonyme Verfasser gibt sich als derjenige aus, der unter dem falschen Namen „Pietro Heger“ mit Funke auf Facebook diskutiere. Offenbar in Anspielung auf den parteilosen Bürgermeisterkandidaten Meik Tischler heißt es weiter: „...überlass das Rennen doch lieber Meik, der weiß was er tut.“ Und am Ende: „Wie schmecken dir die Eier?“

Kai Funke informiert noch in der Nacht die Polizei. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz Bielefeld: „Wir nehmen diese Geschehnisse genau in den Blick, weil die Straftat durchaus politisch motiviert sein könnte – insbesondere gegenüber einem Bürgermeisterkandidaten“, erklärt Polizeisprecher Michael Kötter.

Parteiloser Kandidat Tischler unterstützt Funke moralisch

Funke betont indes, sein kommunalpolitisches Engagement unbeirrt fortzusetzen. Der 29-Jährige war schon seit seinem zwölften Lebensjahr im damaligen Steinhagener Jugendbeirat aktiv. Mit 17 trat er in die CDU ein, wurde Vorsitzender der Jungen Union und Sachkundiger Bürger der Gemeinde. Am 1. Januar 2018 rückte er für Udo Elbracht (CDU) in den Rat nach und arbeitete in Ausschüssen mit. Im Juli 2018 wechselte Kai Funke zur UWG. Da diese derzeit nicht im Rat vertreten ist, ist er fraktionsloses Ratsmitglied.

Auch der im zweiten Brief erwähnte Meik Tischler ist erschüttert: „Das geht gar nicht, das Ganze kann man nur absolut verurteilen.“ Er selbst habe sich als Lehrer und Fußballer seit Jahren ein dickes Fell angeeignet und empfiehlt das auch Kai Funke: „Ich habe ihm nach diesen Geschehnissen gesagt: Lass Dich dennoch bloß nicht verbiegen! Mach weiter genau Dein Ding! Es ist toll, dass ein junger Mensch sich in der Politik engagiert. Das sage ich auch immer meinen Schülern.“

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