Ambitioniertes Wahlprogramm ist Gemeinschaftsprojekt aller Steinhagener Mitglieder
Grüne sehen sich im Aufwind

Steinhagen (WB). Die Umsetzung von Themen mit bundesweiter oder sogar globaler Bedeutung wie Klimawandel, Mobilität und Digitalisierung beginnt nach Ansicht der Grünen direkt vor Ort. In der Corona-Krise sei deutlich geworden, wie anfällig die Gesellschaft ist und wie schnell sich plötzlich alles ändern kann.

Montag, 20.07.2020, 07:30 Uhr
In allen 17 Steinhagener Wahlkreisen schicken die Grünen Direktkandidaten ins Rennen. Wie auch bei der Reserveliste wurde die Quotierung als „urgrünes Gen“ umgesetzt. Neben Infoständen und Wahlplakaten ist der Online-Wahlkampf in diesem Jahr noch wichtiger als sonst. Foto: Die Grünen, Ortsverband Steinhagen
In allen 17 Steinhagener Wahlkreisen schicken die Grünen Direktkandidaten ins Rennen. Wie auch bei der Reserveliste wurde die Quotierung als „urgrünes Gen“ umgesetzt. Neben Infoständen und Wahlplakaten ist der Online-Wahlkampf in diesem Jahr noch wichtiger als sonst. Foto: Die Grünen, Ortsverband Steinhagen

Das jetzt veröffentlichte grüne Wahlprogramm berücksichtigt all diese Aspekte und geht darüber hinaus. Es ist als Gemeinschaftswerk nahezu aller derzeit 37 aktiven Mitglieder des Steinhagener Ortsvereins entstanden.

Programm wird ständig angepasst

„Dieses Programm ist keineswegs statisch, sondern wird ständig angepasst und erweitert“, sagt Bürgermeisterkandidat und Fraktionssprecher Detlef Gohr . Unter den drei übergeordneten Menüpunkten „Grünes“, „Lebenswertes“ und „Ökonomisches“ sind auf der neu gestalteten Webseite vor stilisierter Steinhagenkulisse alle wichtigen Themen dargestellt, die als Markenkern grüner Politik gelten.

Derzeit sind die Grünen mit vier Sitzen im Rat vertreten. Wenn sie – wie ihr Bürgermeisterkandidat hofft – wirklich etwa 20 Prozent der Wählerstimmen gewinnen, könnten zwei oder sogar drei Sitze dazu kommen. Allerdings sind in diesem Jahr Prognosen und Trends nur schwer vorhersagbar, denn einen Wahlkampf, wie wir ihn kannten, wird es nicht geben. Neben analogen Formen wie Infoständen und Wahlplakaten wird es ganz entscheidend darauf ankommen, wie sich die Wähler online motivieren lassen. Auf diesem Gebiet sehen sich die Grünen mit ihrer „guten Mischung aus Jung und Alt“ und der „durchquotierten“ Kandidatenliste gut aufgestellt.

In und mit der Natur grüne Ideen umsetzen

„Zukunft geht nur grün – gemeinsam für Steinhagen“ lautet das Motto für den Kommunalwahlkampf. Bisher habe die rot-grüne Gestaltungsmehrheit im Steinhagener Rathaus schon einiges umsetzen können, Detlef Gohr nennt hier etwa den Ausbau von Photovoltaik und des Netzes von Ladesäulen für E-Mobile oder an Klimazielen orientiertes Bauen. Nach Ansicht von Vorstandssprecherin Heike Horn sei da aber durchaus noch Luft nach oben, wenn es darum geht, in und mit der Natur grüne Ideen umzusetzen.

So böten die Planungen für „Steinhagener Höfe“ am südlichen Fivizzanoplatz die einmalige Chance für ein Kultur-Zentrum. Neben Musikschule und VHS seien auch Ateliers, Probe- und Veranstaltungsräume für unabhängige Kulturschaffende vorstellbar, die in Verbindung mit Museum, Bibliothek, Buchhandlung und Café zum kulturellen Mittelpunkt der Gemeinde verschmelzen könnten. Der Ortskern soll zudem nach den Vorstellungen der Grünen so attraktiv gemacht werden, dass die Aufenthaltsqualität steigt, der Handel gefördert und Einkaufen wieder zum Erlebnis wird.

Die kommunale Verkehrswende soll durch ein Mobilitätskonzept eingeleitet werden. Der Vorrangstellung des Autos wollen die Grünen mit konsequentem Radwegeausbau und einem bezahlbaren ÖPNV entgegen treten, weil das Leitbild der autogerechten Gemeinde nicht mehr zeitgemäß erscheint. Dennoch wissen auch die Grünen, dass es hier noch so manches „dicke Brett“ zu bohren gilt. Angesichts der Wetterveränderungen wird die Erarbeitung und zügige Umsetzung eines ambitionierten Klimafolgenanpassungskonzeptes eingefordert, das auch die Anpflanzung insektenfreundlicher, trockenbeständiger und sturmfester Bäume vorsieht.

Nachhaltiges Bauen soll gefördert werden

Grüne Wirtschaftspolitik soll nachhaltig sein und Ökonomie, Ökologie und Soziales miteinander verbinden. Nachhaltiges Bauen nach hohen ökologischen Standards soll gefördert werden, denn „was wir jetzt bauen, nützt oder schadet uns in der Klimabilanz“, betont Detlef Gohr. Auch um ein Tempolimit auf Autobahnen wird man nach Ansicht von Sven Hillebrand nicht drum herum kommen, wenn die Förderung der E-Mobilität ernsthaft betrieben wird.

Auf seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt hat Detlef Gohr überwiegend positive Rückmeldungen erhalten. Sollte er die Stichwahl erreichen, sei alles möglich, sagt der Fotograf und Mediengestalter, der seit 1999 bei den Grünen ist und ihre Interessen seit 2009 in Kreistag und Gemeinderat vertritt.

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