Von der Erschließung neuer Wohngebiete bis hin zur Friedhofsumgestaltung in Steinhagen
Gemeinde verbaut zehn Millionen Euro

Steinhagen -

Auch wenn Corona im öffentlichen Leben viel ins Stocken bringt – nicht so die Bautätigkeit. Etwa zehn Millionen Euro investiert die Gemeinde Steinhagen in diesem Jahr in Straßen, Brücken und in die Abwassertechnik. Aber – da schließt sich der Kreis – manche Projekte hat Corona auch verzögert, die nun erst in diesem Jahr realisiert werden können. Zum einen seien einige Vorhaben wegen der durch die Pandemie angespannten Finanzlage der Gemeinde auf 2021 vertagt worden, zum anderen hätten auch Genehmigungsverfahren länger gedauert, erläuterte Bauamtsleiter Stephan Walter.

Montag, 11.01.2021, 19:21 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 19:24 Uhr
Erwartete Großbaustelle An der Jüpke: Die Brücke (li.) kommt neu, die Aufmündung
Erwartete Großbaustelle An der Jüpke: Die Brücke (li.) kommt neu, die Aufmündung Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

 

Ein Bereich, auf den beides zutrifft, sind die Bauvorhaben An der Jüpke. Mehr als 1,2 Millionen Euro will die Gemeinde dort in drei Projekten verbauen.

Ertüchtigung des Kreuzungsbereichs: Die Straße An der Jüpke soll an der Aufmündung zur Bahnhofstraße um eine Rechtsabbiegespur erweitert werden, damit der Verkehr dort schneller abfließen kann. Zudem soll der Aufstellbereich für abbiegenden Verkehr zurückgesetzt werden, damit Lkw besser einbiegen können. 8,75 Meter Fahrbahnbreite, zwei Meter Gehweg: Der Grunderwerb war längst geregelt ebenso wie die Umlegung von Versorgungsleitungen – nur die Genehmigung vom Eisenbahn-Bundesamt für die Versetzung eines Vorsignals im Kurvenradius ließ auf sich warten. Nun aber ist alles klar. Kosten: 315.000 Euro.

Geh-/Radweg An der Jüpke: Seit fünf Jahren laufen die Planungen für den Weg nördlich der Bahnlinie. Doch auch hier fehlte es zuerst an der Zustimmung der Deutschen Bahn, dann musste nachverhandelt werden, weil die Bahn der Gemeinde Kosten für die Umrüstung der Lichtsignalanlage auf LED an der Hasenheide in Rechnung stellen wollte. „Doch nun müssen wir nur für das zahlen, was für den Radweg zusätzlich an Lichtsignalen notwendig ist“, so Walter. Hörmann hat das Gelände zur Verfügung gestellt, auch den Anschluss zum Forellenweg gibt es schon. Nun folgt der große Rest. Kosten: 350.000 Euro.

Brücke Jückemühlenbach: Die zweigeteilte Brücke, über die sowohl die Gleise des Haller Willem als auch die Straße An der Jüpke führen, ist seit 2016 in der Planung, hat sich aber als so marode herausgestellt, dass sie komplett erneuert werden muss. Das wird teuer – zumal auch Entwässerungsrohre angrenzender Grundstücke, die noch integriert sind, verlegt werden müssen: Kosten: 570.000 Euro.

Erschließung der Baugebiete Amshausen-Nord und Riegestraße Brockhagen: Baustraßen und Kanäle müssen angelegt sein, bevor die ersten Häuser tatsächlich entstehen können. 2,5 Millionen Euro sind einkalkuliert – Geld, das später zurückfließt, weil die zukünftigen Bauherren schon beim Grunderwerb anteilig für diese Infrastruktur zu zahlen haben.

Auch an der Swinemünder Straße sind Erschließungsarbeiten für den Bau von Gebäuden auf einem Gemeindegrundstück vorgesehen: 220.000 Euro.

Erschließung zwölfter Kindergarten: Der Weg und Parkplätze zwischen der Straße Am Cronsbach und der zukünftigen DRK-Kita muss angelegt werden. Das sind 95.000 Euro. Für den Kanalanschluss kann die Gemeinde auf einen Anschlussstutzen zurückgreifen, der aus den „Kindertagen“ des Steinhagener Gymnasiums geblieben ist, als die Schule im Pavillon-Provisorium während der Bauphase des heutigen Gebäudes auf der anderen Straßenseite untergebracht war.

Geh-Radweg Hilterweg: Die Gemeinde will zwischen der Kreuzung Upheider Weg und Künsebeck den von Radfahrern, Spaziergängern und Joggern vielgenutzten unbefestigten Weg mit einer Asphaltdecke versehen. „Das Vorhaben ist förderfähig mit 50 Prozent. Deshalb ist 2020 noch nicht gebaut worden“, sagte Stephan Walter. Doch nun soll schnell gehandelt werden. In diesen Tagen ist die Submission, bis zum Beginn der Schönwettersaison soll alles fertig sein. Der Weg wird als Fahrradstraße ausgewiesen – Anlieger frei. Kosten: 300.000 Euro.

Abwasserbereich: Am Schulweg soll am Pulverbach eine weitere Hochwasserretention gebaut werden. Zwei Rückhaltebecken gibt es bereits hinter der Grundschule. Die Maßnahme wird bis zu 80 Prozent gefördert. „Eigentlich war der Bau schon für 2020 geplant. Weil aber den ZOB umgebaut wurde, ist das zurückgestellt worden“, so Walter. Kosten: 320.000 Euro.

Am Upheider Weg beginnt der zweite Bauabschnitt beim Retentionsbodenfilter, an der Friedhofstraße die Arbeiten am Entlastungskanal – vorbehaltlich der noch ausstehenden Förderzusage.

Umrüstung der Straßenbeleuchtung: Im zweiten Bauabschnitt werden die Pilzleuchten mit neuen LED-Leuchtmitteln ausgestattet. 2019 waren bereits die Kofferleuchten an der Reihe. Kosten: 300.000 Euro. Die Gemeindewerke führen die Arbeiten aus.

Umgestaltung des Alten Friedhofs: 40.000 Euro sind eingestellt worden, um den Entwurf der Brockhagener Landschaftsarchitektin Tanja Minardo für die Umgestaltung in einen Park weiter zu konkretisieren.

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